„Keiner von uns hätte ahnen können, was aus einer spontanen Idee im Winter 2010 einmal werden wird“, steht auf der Website der „Jungen Wilden“ geschrieben. Von der heute achtköpfigen Band mit Sängerin war man zwar noch weit entfernt, die Herzen schlugen aber schon damals für die Musik.
Vom Neujahrgeigen zum „Aufsteirern“
Drei Stradener Schulfreunde verabredeten sich vor 15 Jahren zum Neujahrgeigen. Weil die Besetzung zu dritt dürftig war, zog man im nächsten Jahr schon zu fünft um die Häuser. So erweiterte sich die Truppe auf sieben Musikerinnen und Musiker, eine klassische Blasmusikbesetzung bestehend aus Trompete beziehungsweise Flügelhorn, Tenorhorn beziehungsweise Posaune, Tuba und Schlagzeug – mit einer Sängerin.
Neujahrgeigen gehen die Musikerinnen und Musiker rund um Bandleader und Gründungsmitglied Christoph Kohlroser aber schon lange nicht mehr: Mittlerweile erobern „Die Jungen Wilden“ zahlreiche Bühnen in der Südoststeiermark. Ein Höhepunkt: ihr Auftritt beim „Aufsteiern“ am Grazer Hauptplatz 2025 vor rund 4000 Leuten.
„Die Jungen Wilden“ in ihrem Proberaum in Trössing:
Sängerin ist Trumpf
Angefangen hat alles mit böhmisch-mährischer Blasmusik. „Wir können mittlerweile aber auch zu 90 Prozent moderne Stücke spielen. Wir richten uns nach dem Veranstalter“, erklärt Kohlroser. Das ist auch das Besondere an den „Jungen Wilden“: Sie treten in einer klassischen Blasmusikbesetzung mit Sängerin auf, überraschen dann aber mit modernen Hits wie „Fix You“ von Coldplay oder „Sign of the Times“ von Harry Styles. Weil es für die Blasmusikbesetzung die passenden Noten meist nicht gibt, schreiben sie ihre Arrangements einfach selbst.
Das ist für die Musikerinnen und Musiker aus Straden, Bad Gleichenberg, Gnas, Mureck, Bierbaum, Auersbach, Eibiswald und Graz kein Problem: Die meisten von ihnen studieren Musik, sind als Musiklehrer tätig oder als Profi-Musiker selbstständig. Es werden aber nicht nur Songs gecovert, sondern auch selbst geschrieben – und im Anschluss im Tonstudio aufgenommen.
„Die Sängerin ist unser Trumpf“, spricht Kohlroser von Laura Christiner. Die gebürtige Feldbacherin lebt in Graz und hat sich mit Gesangscoachings, Kindermusikgruppen, Band- und Solo-Projekten wie Hochzeiten oder Taufen selbstständig gemacht.
Nische gefunden
Genau halb so lang wie der Bandleader alt ist, gibt es die Truppe „Die Jungen Wilden“ schon: „Es ist zwar eine lange Zeit, aber auch ein Startschuss. Wir haben unsere Nische gesucht und gefunden. Wir sind jetzt richtig angekommen“, freut sich Kohlroser. Rund 20 Auftritte wird die Band in diesem Jahr spielen, unter anderem in Niederösterreich, im Ennstal und auch beim „Aufsteirern“ sind sie wieder dabei. Den Startschuss setzen sie mit ihren beiden Jubiläumskonzerten am 21. März in Straden und am 28. März in Gosdorf.