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Steirer des TagesDas Landesjugendblasorchester war im Probelokal statt auf der Skipiste

Am Sonntag spielt das Landesjugendblasorchester sein ausverkauftes Neujahrskonzert in Graz.

© Gery Wolf
 

Weihnachtsferien? Von wegen! Die mehr als 60 Musikerinnen und Musiker des Landesjugendblasorchesters (LJBO) verbrachten die vergangenen Tage nicht auf der Skipiste, sondern in den Proberäumen des Schlosses Pöllau. Ab dem frühen Morgen widmeten sich die Musiker zwischen 17 und 30 Jahren dem Programm für das Neujahrskonzert des LJBO am Sonntag im Grazer Stefaniensaal.

„In wenigen Tagen derart anspruchsvolle Stücke einzustudieren, ist schon eine Art Tour de Force“, meint Posaunist Christian Masser - auch für ihn. Der 26-Jährige aus Groß-St. Florian ist derzeit Posaunist an der Volksoper in Wien. Nach den Vormittagsproben musste er diese Woche immer wieder für Auftritte nach Wien. Trotz dieses Aufwands möchte er das LJBO-Konzert aber nicht missen. „Es ist einfach ein super Orchester, das Wolfgang Jud in den vergangenen Jahren geformt hat. Auch hinter den Kulissen steckt unheimlich viel Arbeit drin“, streut Masser dem Leiter des LJBO Rosen, der vor elf Jahren das Orchester gegründet hat. Beim Konzert wird Jud den ersten Teil dirigieren, der die Bandbreite symphonischer Blasmusik abbilden wird - von Johann Sebastian Bach über Filmmusik bis hin zur Uraufführung eines Werkes von Siegmund Andraschek, der auch den zweiten Teil dirigieren wird.

„Eine solche Musikliteratur spielst du sonst nirgends“, ist Bettina Dokter, ein Mitglied der ersten Stunde, begeistert. „Und solange ich nicht rausgeworfen werde, spiele ich mit“, sagt die 29-jährige Flötistin lachend. Sie arbeitet als Musikschullehrerin in Kapfenberg und in ihrer Heimatgemeinde Stallhofen.

Gespannt auf das Konzert, aber „nicht nervös“ ist auch der 17-jährige Gernot Lerchbacher aus St. Oswald-Möderbrugg, der Jüngste im Bunde. „Im August war ich erstmals bei der LJBO-Akademie dabei und jetzt darf ich schon beim Neujahrskonzert mitspielen“, freut sich der Schlagzeuger. Die Akademie ist die Vorstufe zum LJBO für 13- bis 18-Jährige. „Besonders die Musik vom Mundl ist cool“, meint Lerchbacher.
Mit Mundl ist Siegmund Andraschek gemeint, der seine Konzerthälfte dem Pop widmet. „Der Respekt für Popmusik ist oft klein“, meint der Gleisdorfer. Für das Konzert hat er seine Lieblingspopnummern für symphonisches Blasorchester arrangiert sowie eigene Stücke komponiert. „Es sollen Beiträge sein, die sich gut anhören, die unsere Musiker gerne spielen und die auf einem hohen Level angesiedelt sind“, erklärt Andraschek. Immerhin sind im LJBO die besten Nachwuchsmusikerinnen und -musiker der Steiermark vereinigt, die außerdem in fast 50 Musikkapellen des Landes spielen. Ehemalige Mitglieder sind etwa an der Deutschen Oper in Berlin, beim Radiosymphonieorchester Wien sowie bei anderen Profiorchestern engagiert.

„Vom LJBO profitiert die gesamte Blasmusik in der Steiermark“, ist sich Klarinettist Johannes Thaler sicher. „Jeder, der dabei ist - ob Kapellmeister oder Registerführer -, gibt das Wissen an seine Kollegen in den Kapellen weiter“, so Thaler. Er ist Kapellmeister beim Musikverein Liebenau und seit dem Vorjahr Dozent an der LJBO-Akademie. „So schließt sich der Kreis wieder: LJBO-Mitglieder unterrichten selbst den Blasmusiknachwuchs“, freut sich Jud.

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