OberwartBurgenland kaufte Bahnstrecke in die Steiermark

Die Bahnstrecke vom südburgenländischen Oberwart ins steirische Friedberg gehört jetzt dem Land Burgenland. Am Donnerstag unterzeichneten Landeshauptmann Niessl und ÖBB-Chef Matthä den Vertrag.

Vertragsunterzeichnung in Oberwart
Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB, Landeshauptmann Hans Niessl und Andreas Reiner, Geschäftsführer der Verkehrsinfrastruktur Burgenland © Harald Hofer
 

Extra aus dem Eisenbahnmuseum Strasshof hatte man den ehemaligen Präsidenten-Eisenbahnwaggon auf den Bahnhof Oberwart kommen lassen. Er gab der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Land Burgenland und den ÖBB den Rahmen, die den Kauf der Bahnstrecke vom südburgenländischen Oberwart ins steirische Friedberg besiegelte.

Die rund 28 Kilometer lange Bahnlinie, von der sich gut zehn Kilometer in der Steiermark befinden, gehört nun der eigens für den Kauf neu gegründeten "Verkehrsinfrastruktur Burgenland" (VIB). Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Personenverkehr auf der Strecke war bereits im Jahr 2011 eingestellt worden. In den vergangenen Jahren drohte auch der Güterverkehr verloren zu gehen. Die ÖBB hatten bereits die Stilllegung der Strecke beantragt. Durch Initiative lokaler Unternehmer im Holz- und Stahlbausektor konnte jedoch das Frachtaufkommen mehr als verdoppelt werden. 2015 wurde schließlich eine Absichtserklärung zum Kauf der Strecke durch das Land Burgenland unterzeichnet.

Vertragsunterzeichnung im Präsidenten-Waggon

Steirer transportieren die Fracht

Die Bahnstrecke wird künftig von der Voest-Tochter Logistik Service GmbH betrieben werden, wie VIB-Geschäftsführer Andreas Reiner erläuterte. Die Frachttransporte werden, schon wie bisher, von der Steiermärkischen Landesbahn durchgeführt. Die Strecke hat auch eine wichtige Zubringerfunktion zur oststeirischen Thermenbahn. Reiner: "Wir sind in Gesprächen mit der steirischen Landesregierung, die signalisiert hat, sich an der Erhaltung zu beteiligen."

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SP) legte bei der Vertragsunterzeichnung mit ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Andreas Matthä ein Bekenntnis zum Weiterbetrieb der Bahnstrecke ab. "Wir wissen, dass es mit der Übernahme nicht getan ist, sondern dass wird in den kommenden Jahren etliches in die Erhaltung und den Ausbau investieren werden müssen", sagte Niessl.

Ausbau nach Ungarn

Das Burgenland sei weiterhin bestrebt, die ehemals existierende Verbindung ins ungarische Szombathely wieder aufzubauen: "Erst am Mittwoch haben wir darüber in Budapest Gespräche geführt." Das 130-Millionen-Euro-Projekts sei aber nur mit Hilfe der EU zu verwirklichen.

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