Ausgleichsflächen und Brücken für Wildtiere sollen den Übergang an der S7 zwischen Waldgebieten im Norden und Süden ermöglichen und Lebensräume, die durch das 900 Millionen Euro teure Großprojekt verloren gegangen sind, wiederherstellen. Was von der Asfinag begonnen wurde, führt der Naturverein Altenmarkt rund um Bernhard Bliemel und Herbert Lebitsch weiter.
Von Jägern zu Biodiversitätsmanagern
Das rund 50.000 Quadratmeter große Areal zwischen Altenmarkt und der S7 ist ihr Jagdgebiet– aber nicht nur. Denn die hier vorhandenen Agrarflächen forsten sie und die derzeit 13 Mitglieder des Vereins seit 2025 kontinuierlich mit Heckenpflanzen auf, um Tieren wie dem Rebhuhn neue Lebensräume zu geben. Im letzten Jahr hat man rund 1500 Pflanzen und „18 Sorten gesetzt.“
Ziel ist es, Bauern und Grundbesitzer davon zu überzeugen, „Flächen abzutreten oder stillzulegen, damit etwas für die Natur passiert.“ Aber nicht nur Hecken, sondern auch kleine Randlinien von „drei, vier, fünf Zentimetern“ an den Äckern würden bereits helfen, neue Lebensräume für Insekten zu schaffen, wenn sie etwa mit Blühwiesen bepflanzt werden.
Anders mähen schafft neue Lebensräume
Im Idealfall entstehen Hecken – und die sind teuer: „Für 300 Meter kosten die Pflanzung und der Zaun um die 6500 Euro“, so Bliemel, der das Jagdgewehr oft gegen den Spaten tauscht – auch, weil er seinen Kindern eine reiche Natur zeigen will. „Streifenmäßiges“ Mähen von Wiesenflächen ist eine weitere Methode, die dem Wildleben guttut. Heißt: gemähte und blühende Wiesen wechseln sich ab, wodurch Lebensräume für Insekten und Kleintiere intakt bleiben.
Problematisch sei manchmal die Zusammenarbeit mit Straßenmeistereien, die Teile des Areals pflegen. Oft hört man auf die Ratschläge des Vereins, aber nicht immer. So wurde einmal „innerhalb von zehn Minuten ratzfatz alles gemäht und dann hat man die toten Fasane, die toten Singvögel“, gefunden, berichtet Bliemel.
Pilotprojekt mit Förderungen und Spendenaktion
Mit den Hecken will man vor allem „Verbindungselemente“ schaffen. Das Konzept dazu wurde vom Ökologiebüro Ressel ausgearbeitet. Gefördert wurde es in Teilen von der Ökoregion Kaindorf, so Herbert Lebitsch: „Die waren fast überrascht, dass wir in so kurzer Zeit so viele Pflanzen setzen können.“
Nun ruft der Verein mit einer Spendenaktion auf gofundme dazu auf, das Projekt zu unterstützen, denn in den nächsten fünf Jahren will man 5000 weitere Heckenpflanzen setzen.