Dass sie die Grabner Gruppe besuchen wollen, wussten die 25 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hartberg sofort. Und das, obwohl der Mädchenanteil in den beiden Unterstufenklassen klar überwiegt. Doch für das „Projekt Faszination Technik“, an dem sie teilnehmen, spielt Geschlecht keine Rolle.

Ziel ist es, das Interesse an den sogenannten MINT-Fächern zu stärken und den Schülern näherzubringen, was für technische Berufe es in ihrer näheren Umgebung und der Region gibt, so Lehrerin Marcellina Abdlemeshi. Und da herrscht Einstimmigkeit bei den Klassen 4C und 4D.

Werksführung als Inspiration für eigenes Projekt

Mit der Werksführung bei Grabner Stahlbau will man den Schülerinnen und Schülern gleich mehrere Möglichkeiten bieten: Einerseits soll ihnen die Arbeit von Schweißern, Metallarbeitern und Auszubildenden in den Werkshallen des Hartberger Stahlspezialisten nähergebracht werden.

Andererseits endet das „Projekt Faszination Technik“, an dem heuer im Bezirk nur die beiden Klassen des Gymnasiums in Hartberg teilnehmen, mit einem steiermarkweiten Wettbewerb in Graz. „Im Europasaal müssen sie innerhalb von fünf Minuten die Firma präsentieren“, erklärt Abdelmeshi, und dabei auch ein Experiment zeigen, das sie gemeinsam mit dem Betrieb entwickeln und umsetzen.

Alles eine Frage der Statik

Die beiden 4. Klassen legen ihren Fokus heuer auf das breite Feld der Statik – und sind damit bei Grabner gut aufgehoben. Mit vielen Projekten im Bereich der Gewerbe-Industriehallen und der Hallensanierung, beispielsweise die Stadtwerke-Hartberg-Halle, scheint das Unternehmen der richtige Partner für ein großes Experiment mit den Kleinen zu sein.

Weil die Challenge in Graz im Fernsehen übertragen wird, will die Lehrerin noch nicht allzu viel verraten, wohin die Reise gehen wird. Den Hunger auf das Experiment holen sich die Schüler aber schon vorab bei der Werksführung. Statt Frontalunterricht werden sie bei Grabner in zwei Gruppen aufgeteilt, die viele verschiedene Aufgaben erledigen müssen.

Social Media und Protokollführung wie die Großen

Personalmanager Josef Bauer erklärt zum Auftakt die wesentlichen Kennzahlen des Unternehmens und führt den Werbefilm der Gruppe vor. Als staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb erklärt er den Schülern auch, welche Karrierechance sich einem im Stahlbau und bei Grabner bietet. Fast könnte man meinen, hier wird früh gesät, aber das Interesse an der Wissensvermittlung ist echt und die gezeigten Berufsgruppen versteht man nicht nur hier als wichtige Stützen der Gesellschaft.

Unterdessen protokollieren zwei Mädchen fleißig mit, andere übernehmen die Dokumentation per Smartphone für den schuleigenen Social-Media-Account. Auf diese Weise wird auch ein neuer Zugang zu den sonst so oft auf Unterhaltung ausgelegten Plattformen gelegt und die Schüler „dürfen einfach teilen, was sie in dem Projekt erleben“, schildert die Lehrerin.

Schweißen, lackieren, bohren und falten

Nach einem kurzen Briefing über die Sicherheitsvorkehrungen im Werk, werden gelbe Warnwesten ausgeteilt und los geht es. Von Halle zu Halle erleben die Schüler, was es heißt, mit Metall zu arbeiten. Der Geruch von Schweißgeräten und geschmolzenem Metall steigt ihnen in die Nase, während Josef Bauer große Saugarme erklärt, die den Rauch über jedem Arbeitsplatz absaugen.

Wenig später betritt die Gruppe die Lackierhalle, wo sich die Geister über den Geruch plötzlich scheiden. „Eklig“ finden den Lackgeruch die einen, „geil“ die anderen. Dazu erklärt Bauer, dass jeder Mitarbeiter jährliche medizinische Checks durchlaufen muss, obwohl die Sicherheitsausrüstung auf dem neuesten Stand ist. Aber man kümmert sich um die derzeit 142 Mitarbeiter – und offenbar auch schon um den Nachwuchs.