Steirer des Tages Sie sind die Stars hinter den Kulissen der MotoGP

Ohne sie läuft beim Motorrad-Grand Prix in Spielberg gar nichts: Wir holen stellvertretend sieben Steirerinnen und Steirer vor den Vorhang, die hinter den Kulissen zum Gelingen des Rennwochenendes beitragen.

Obere Reihe: Corinna Oberhoffner, Kristin Schrempf, Karl Boden, Peter Gabmaier; Untere Reihe: Martin Berktold, Christoph Berghofer, Michael Koini © Montage: Purgstaller, Ruckhofer
 

Freundlichkeit ist Trumpf

Wer darf wann in welchen Bereich? Das hat die 22-jährige Corinna Oberhoffner am Red-Bull-Ring bestens im Blick. Zwischen Fahrerlager und Pit Lane kontrolliert sie als Mitarbeiterin der Firma „CAM Security“ am Rennwochenende Hunderte Journalisten, Team-Mitglieder und Besucher. „Ich bin seit drei Jahren bei diversen Veranstaltungen dabei“, erklärt die angehende Volksschullehrerin aus Zeltweg. Mittlerweile wird sie bei Motorsportrennen im In- und Ausland eingesetzt. „Wichtig ist Freundlichkeit und Ruhe, auch im größten Stress. Der Job macht mir riesigen Spaß.“

Corinna Oberhoffner Foto © Richard Purgstaller

Herr der Pannen

Falsch geparkt? Da ist dieser Mann sofort zur Stelle: Martin Berktold arbeitet für den Judenburger Bergedienst Briscek, überwacht am Grand Prix-Wochenende sämtliche Parkplätze und Campingflächen rund um den Red-Bull-Ring. Auch bei Unfällen und Pannen ist er mit seinem Abschleppwagen zur Stelle: „Bei der Anreise ist zum Beispiel ein Camper in den Wassergraben gefahren.“ Starthilfe geben, irrtümlich versperrte Autos öffnen, Rettungszufahrten freihalten... langweilig wird’s dem 48-jährigen Judenburger nicht. „Tagsüber ist es ruhiger, in der Nacht haben wir 20 bis 30 Einsätze.“ Das Rennen will sich Berktold trotzdem nicht entgehen lassen.

Martin Berktold Foto © Richard Purgstaller

Sicher unterwegs

Eine verantwortungsvolle Aufgabe kommt dem 32-jährigen Seckauer Karl Boden zu: Als Expositurkommandant der Polizei am Red-Bull-Ring koordiniert er am Wochenende den täglichen Einsatz von rund 40 Beamten. „Wir sind für alle sicherheitspolizeilichen Belange auf dem Ringgelände zuständig“, so Boden. Schon voriges Jahr absolvierte er Einsätze am Ring, bei der Formel 1 heuer kommandierte der Bezirksinspektor erstmals die Leitstelle. Ob er angesichts der Großveranstaltung aufgeregt ist? „Ein wenig Nervosität ist bei so einem Einsatz immer dabei, bislang läuft aber alles ruhig.“

 

Karl Boden Foto © Richard Purgstaller

Party ist ihr Metier

Gefeiert wird am Red-Bull-Ring rund um die Uhr. Zu den beliebtesten Party-Orten zählt der „Party Stadl“ in Flatschach. Bis zu 5000 Fans pro Tag feiern in den beiden Ställen und den zahlreichen Bars, die in der Hand von zwei steirischen Gastronomen liegen. Hinter den Kulissen schupft die 24-jährige Kristin Schrempf aus Pruggern im Bezirk Liezen die Geschicke des Party-Stadls: Personalplanung, Kassensystem, Buchhaltung und Abrechnung fallen in den Aufgabenbereich der angehenden Steuerberaterin. Eine riesige Verantwortung, „aber wir sind ein tolles Team und es macht wirklich großen Spaß“.

 

Kristin Schrempf Foto © kk

Logistik im Griff

Werden Würstel und Bier knapp, ist er schon unterwegs: Michael Koini leitet die Logistik des Gastro-Zulieferes Transgourmet Spielberg. In 24-Stunden-Diensten versorgen 15 Logistik-Mitarbeiter die Bars, Stände, Gastronomen und Caterer vor Ort. „Auf das Gelände dürfen wir nur von 20 bis 6 Uhr, rundherum wird rund um die Uhr beliefert“, so der 44-Jährige aus St. Margarethen bei Knittelfeld. Egal ob Bierbecher, Frankfurter oder Pommes, am gesamten Wochenende ist das komplette Transgourmet-Sortiment schnell verfügbar. Nach vier Jahren Red-Bull-Ring-Erfahrungen ein Job mit Routine für Koini.

Michael Koini Foto © Richard Purgstaller

Heißer Einsatz

Nacht für Nacht hat Peter Gabmaier, Brandmeister der Feuerwehr Spielberg, die Sicherheit der Besucher im Blick. Der 50-jährige Feuerwehrmann und Gemeindebedienstete absolviert seit 2012 Einsätze am Red-Bull-Ring, kennt die Umgebung in- und auswendig. Der Heimvorteil kommt ihm bei Großveranstaltungen zugute: „Ich unterstütze die Einsatzleitung. Durch meinen Job kenne ich viele Leute.“ In der Nacht hält die Feuerwehr „Brandsicherheitswachen“ ab, drei mobile Einheiten sorgen allein auf den Campingplätzen für Ordnung. Gabmaiers Motivation für die freiwilligen Zwölfstunden-Schichten? „Mithelfen. Einfach helfen, dass so etwas hier über die Bühne gehen kann.“

Peter Gabmaier Foto © Richard Purgstaller

Forderndes Hobby

Seit 15 Jahren leistet der gebürtige Spielberger und Wahl-Grazer Christoph Berghofer ehrenamtlichen Dienst beim Roten Kreuz in Knittelfeld, am Red-Bull-Ring hat er bereits Dutzende Einsätze absolviert. „Am Rennwochenende koordiniere ich mit meinen Kollegen die Leitstelle hier am Ring“, erklärt der 34-jährige Angestellte im Pharma-Bereich. „Bei uns laufen alle Notrufe und Meldungen zusammen, wir schicken dann die Wägen aus und organisieren Transporte in Krankenhäuser.“ Im Vorjahr wurden alleine am MotoGP-Wochenende 650 Versorgungen registriert. Die Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt. „Es ist definitiv ein forderndes Hobby“, schmunzelt Berghofer. „Aber auch ein guter Ausgleich zum Job. Es ist erfüllend.“

Christoph Berghofer Foto © Richard Purgstaller (Richard Purgstaller)

 

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