AMS-KürzungenSPÖ bangt um Zukunft des Schulungszentrums Fohnsdorf

Kürzungen des AMS-Budgets könnten zu Leistungseinschränkungen bei der Aus- und Weiterbildung führen, befürchtet Max Lercher. Auch Beschäftigungsinitiativen seinen in Gefahr.

Bundesgeschäftsführer Max Lercher (hier mit Bezirksgeschäftsführerin Petra Weiß) legte Zwischenstopp in Judenburg ein © Ute Groß
 

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher ist derzeit auf Österreichtournee, vor allem in Sachen Neuaufstellung seiner Partei. Einen Abstecher in die Heimat nützte er, um vor Auswirkungen von Sparmaßnahmen der Regierung beim Arbeitsmarktservice zu warnen. „Von den Kürzungen sind vor allem Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen betroffen, das wird die Region Murtal und Murau deutlich spüren“. Lercher sieht vor allem auf das Schulungszentrum in Fohnsdorf Probleme zukommen und sieht das breite Angebot in Gefahr. „Wir rechnen das momentan gerade genau durch und werden dann auch nicht davor zurückschrecken, die Auswirkungen detailliert öffentlich zu machen – ich habe ja den Vorteil, dass ich keinem Schweigegelübde unterliege.“ Das Schulungszentrum Fohnsdorf wurde in den 1970er Jahren nach der Schließung des Bergwerks gegründet, aktuell werden jährlich rund 1500 Menschen aus- und weitergebildet, 165 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Gruppe 50 plus

In Gefahr sieht Lercher auch den zweiten Arbeitsmarkt, etwa Beschäftigungsinitiativen von Sozial- und Behinderteneinrichtungen. Die Abschaffung der „Aktion 20.000“ schmerzt noch immer: „Die gute Konjunktur kommt bei der Gruppe 50 plus nicht an, diese Betroffenen sind auf aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen angewiesen.“
Als Bundesgeschäftsführer ist Lercher derzeit mit der internen Neustrukturierung seiner Partei und dem neuen Parteiprogramm beschäftigt. Ganz oben auf der Agenda: Verteilungsgerechtigkeit und ein „systemkritischer Ansatz“. Es könne nicht sein, dass Unternehmensgewinne steigen, die Lohnquote aber gleich bleibt und auch nicht, dass ein Tischler mit Möbelriesen konkurrieren müsse, die ganz andere steuerliche Möglichkeiten hätten.
Außerdem fordert Lercher zur Entlastung der Gemeinden eine Pflegefinanzierung, den abschlagsfreien Pensionsantritt nach 45 Arbeitsjahren und den Erhalt der Pflichtversicherung.

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