Jugendorchester"Auch Musiktalente vom Land haben gute Chancen"

Sechs begabte Nachwuchsmusiker wollen junge Talente aus der Obersteiermark motivieren, ihr Können auch in Graz zu beweisen.

Die engagierten jungen Musiker aus Murtal und Murau © Sarah Ruckhofer
 

LJBO und LJSO – Abkürzungen, bei denen der musikalische Laie nur Bahnhof versteht. Dahinter verbergen sich zwei der besten Nachwuchsorchester der Steiermark: Das Landesjugendblasorchester und das Landesjugendsinfonieorchester bieten jungen, talentierten steirischen Musikern eine außergewöhnliche Plattform. Aufgenommen werden nur die Besten der Besten, sie spielen österreich- und europaweit Konzerte mit renommierten Dirigenten und Solisten. Unter den Ausnahmemusikern befinden sich auch Anna Lydia Podmenik (18) aus Fohnsdorf, Laura Sabitzer (15) aus St. Peter am Kammersberg, Eva Fleischhacker (17) aus St. Lambrecht, Gernot Lerchbacher (16) aus Möderbrugg, Sophie Stocker (18) aus Lind bei Scheifling und Hanna Zarfl (16) aus Fohnsdorf.

Die Orchester

Das Landesjugendblasorchester wurde 2007 gegründet und bietet jungen Talenten von 15 bis 25 Jahren eine wichtige Plattform. 2009 wurde als Vorbereitung zum Orchester eine eigene Akademie gegründet.
Das Landesjugendsinfonieorchester vereint seit 2017 Musiker des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums, der steirischen Musikschulen und der Kunstuniversität Graz. Ziel ist es, die besten jungen Streicher und Bläser schon früh mit professioneller Orchesterarbeit vertraut zu machen.

„In der Obersteiermark sind die beiden Orchester leider wenig bekannt“, bedauern die sechs Musiker. „Wir wollen zeigen, dass auch junge Talente vom Land gute Chancen haben, genommen zu werden.“ Viele würden sich eine Bewerbung erst gar nicht zutrauen. „Wer eine ländliche Musikschule besucht, ist oft unsicher. Auch bekommt man nicht in allen Musikschulen die Infos, dass es so etwas überhaupt gibt.“

Orchester bekannt machen

Was es für eine Aufnahme zu den beiden Orchestern braucht? Neben einem hohen musikalischen Niveau vor allem Übungsgeist, Engagement und eine große Portion Liebe zur Musik. „Wer die Aufnahme geschafft hat, muss nicht ständig zu Proben fahren. Der Aufwand hält sich eigentlich in Grenzen“, erzählen die Sechs. Sie raten jedem jungen Talent, sich unbedingt zu bewerben. „Es macht so viel Spaß, man spielt mit Gleichgesinnten und lernt wahnsinnig viel.“ Auch wer kein Musikstudium und keine Karriere als Profimusiker anstrebt, würde von der Erfahrung profitieren.
Derzeit finden die meisten Konzerte der Jungmusiker in der Gegend rund um Graz statt – auch, weil die Organisatoren fürchten, in der Obersteiermark nicht genug Publikum zu finden. Auch das wollen die Talente ändern, und ihre Orchester auch nördlich von Graz bekannter machen.

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