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Bergbau-Serie: Teil 4Vom Niedergang des Fohnsdorfer Bergbaus

Was zum Ende des Bergbaus in Fohnsdorf geführt hat, wie es den Bergleuten danach erging und was bis heute erhalten blieb. Vorletzter Teil unserer Bergbau-Serie.

Der Förderturm ist das Wahrzeichen der Gemeinde © Sarah Ruckhofer
 

Der Anfang vom Ende war lange spürbar, berichten ehemalige Bergleute. Schon Jahre vor der Schließung des Fohnsdorfer Bergwerks nahm die Fördermenge stetig ab. Erdöl und Erdgas, sowohl aus österreichischer Produktion als auch aus russischem Import, setzten der Kohle zu.
1962 wurde im Auftrag der Alpine ein Gutachten über den Fohnsdorfer Bergbau erstellt. Das Urteil war vernichtend: Anstatt zu investieren und zu modernisieren wurde von nun an improvisiert. Der Kohlepreis rutschte in den Keller, die Verluste mussten mit Subventionen ausgeglichen werden. 1968 wurde das Bergwerk schließlich an die Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft (GKB) angegliedert.
Noch einige Jahre hinweg hielt man sich mehr schlecht als recht über Wasser, am 17. März 1977 kam dann die Hiobsbotschaft: Auf der Hauptversammlung der GKB wurde der Beschluss gefasst, das Fohnsdorfer Werk zu schließen. Am 27. Dezember 1978 wurde der letzte Schacht eingestellt.

Hunderte ohne Arbeit

Unmittelbar nach dem Schließungsbeschluss wurde damit begonnen, die Grubengebäude zu fluten. 17.184 Kubikmeter Füllmaterial, ein Hochofengranulat mit Zement und Wasser, wurden allein in den Wodzicki-Hauptschacht eingefüllt. Die Obertaganlagen wurden abgetragen, nur der Förderturm zeugt bis heute von einem der wichtigsten Kapitel in der Fohnsdorfer Geschichte. Die Schließung des Bergwerks war für die Region ein schwerer Schlag. 870 Bergleute waren 1978 noch im Bergbau beschäftigt, sie alle – ein Teil davon Familienväter – verloren ihren Arbeitsplatz. Großen Anstrengungen von Politik und engagierten Bergleuten ist es zu verdanken, dass nahezu 100 Prozent aller ehemaligen Bergmänner wieder Arbeit fanden. Viele wechselten nach Köflach, arbeiteten im Stahlwerk Donawitz oder im Voest-Werk Zeltweg. Schon 1975 wurde das Schulungszentrum Fohnsdorf gegründet, die Firma Eumig (später AT&S) nahm über 300 Arbeiter auf, Siemens errichtete ein Ausbildungszentrum.

Trotz der Schließung wollte die Fohnsdorfer Bevölkerung „ihren“ Bergbau nicht gänzlich aufgeben. Dem Montanhistorischen Verein gelang es in Zusammenarbeit mit dem Knappschaftsverein und den Obersteigern Othmar Deutschmann, Paul Köfl und Franz Menapace, in mühevollen Verhandlungen das Montanmuseum aufzubauen. Rund sechs Millionen Schilling flossen in die Errichtung, 1983 wurde es feierlich eröffnet. Heute wird das Museum vom Museumsverein Fohnsdorf mit viel Herzblut betrieben – es ist ein Denkmal für die Geschichte des ganzen Ortes.

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