Wenn die Formel 1 von 26. bis 29. Juni wieder am Red Bull Ring gastiert, sind auch die Stars zurück in der Steiermark: Max Verstappen, Lewis Hamilton, Oscar Piastri und Co. kämpfen auf der Rennstrecke um Punkte. Abseits erwartet sie ein straffer Zeitplan, der aber doch manchmal Lücken für Freizeitaktivitäten lässt.
Landung
Nach dem Grand Prix in Kanada gab es für den Formel 1-Tross eine zweiwöchige Pause, bevor es kommende Woche nach Österreich geht. Am Gelände des Red Bull Rings laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, zahlreiche Sattelschlepper sind bereits vor Ort. Seit Montag läuft der zivile Flugbetrieb am Militärflughafen in Zeltweg: Bis Donnerstag landen hier die Spitzen der Teams und die Fahrer mit ihren Privatjets, manche weichen auch auf Graz aus. Rund 90 private Flugzeuge starten und landen während der Formel 1 allein in Zeltweg, besonders dicht ist der „Andrang“ in der Luft direkt nach Rennende. Die meisten Flugzeuge bleiben übrigens nicht in Spielberg, sie heben nach der Landung wieder ab. Die Fahrer und Teammitglieder werden von ihren Privatjets mit schwarzen Kleinbussen abgeholt und Richtung Rennstrecke oder Hotels gebracht.
Offizielle Einreise nach Österreich
Bevor die Formel-1-Stars allerdings den Flughafen verlassen, müssen sie in die Republik Österreich einreisen. Das passiert an einem „Checkpoint“ am Rande des Fliegerhorstes, wo ein temporärer Grenzübergang eingerichtet wird. Vertreter von Behörde, Grenzpolizei und Zoll betreuen diese Grenzkontrollstelle und regeln die offizielle Einreise nach Österreich.
Übernachtung
Während der Formel 1 ist die Region rund um Spielberg bestens gebucht: Dafür sorgen nicht nur die rund 300.000 erwarteten Fans, sondern auch die Teams selbst. Sie reservieren ihre „Lieblingshotels“ oft schon Jahre im Voraus, verraten regionale Hoteliers. Besonders gefragt sind Nächtigungsbetriebe in unmittelbarer Nähe zur Rennstrecke und mit vielen Betten. Die Fahrer selbst schlafen in unterschiedlichen Hotels (und auch nicht immer in den gleichen). Heiße Adressen für Autogrammjänger sind immer die Mateschitz-Häuser Schloss Gabelhofen in Fohnsdorf, das G‘schlössl in Lobmingtal oder das Steirerschlössl in Zeltweg. Manche Fahrer schlafen übrigens auch direkt an der Rennstrecke und verzichten auf das Einchecken ins Hotel.
Trainings, Rennen und Co
Sportlich geht es erstmals am Freitag so richtig los. Max Verstappen und Co absolvieren zum Start des Wochenendes zwei Trainings, ehe am Samstag das Qualifying und am Sonntag der Große Preis von Österreich auf dem Programm stehen. Doch auch vor und nach den einzelnen Sessions wird es den Fahrern alles andere als langweilig. Neben Workouts und Einheiten mit Physiotherapeuten und Co stehen auch zahlreiche „Debriefs“ auf dem Programm. In denen wird nach dem Training, Qualifying oder Rennen alles bis ins letzte Detail analysiert – mit Ingenieuren und Teamverantwortlichen. Bereits vor den Sessions gibt es ebenfalls mehrere Besprechungen und Meetings innerhalb eines Rennstalls. Zeit zum Durchschnaufen bleibt dabei kaum.
Pressetermine
Bevor es am Freitag ernst wird, haben die Stars der Formel 1 am Donnerstag einen anstrengenden Medientag zu absolvieren. Neben der offiziellen Pressekonferenz der Rennserie gilt es auch zahlreiche Medientermine in den einzelnen Hospitalities zu absolvieren, wie Presserunden mit nationalen Journalisten oder längeren Interviews mit TV-Stationen. Am tatsächlichen Rennwochenende geht es nach den einzelnen Sessions in die Interviewzone – für die besten drei des Qualifyings und Rennen später dann auch zur Pressekonferenz der Formel 1.
Freizeit
Viel Freizeit bleibt an so einem Rennwochenende nicht. Die freie Zeit nutzen die Fahrer meist für Sport: So sah man Sebastian Vettel oft auf seinem Rennrad die Region erkunden. Ob Paddel-Tennis, Segway-Fahrten, eine Partie Golf, Mountainbike-Touren oder Wanderungen in die Murtaler Bergwelt, so mancher Fan staunte schon nicht schlecht, wo sich die Formel 1-Stars überall zeigen. 2021 spielten etwa Carlos Sainz und Charles Leclerc (damals beide Ferrari) auf einem Fußballplatz im Murtal. Für die Teams legen sich auch die Beherberungsbetriebe ins Zeug, manche bieten ein komplettes Wochenprogramm mit täglichen Aktivitäten zwischen Kutschenfahrten, Most-Verkostung oder gemeinsamen Grillen. Besonders gut angenommen wurde das während der Doppel-Rennen zur Coronazeit. Auch Ausflüge stehen am Programm, viele Fahrer zieht es an den Wörthersee und nach Salzburg.
Styrian Green Carpet
Ein Fixtermin für Fans ist der Styrian Green Carpet, der traditionell am Sonntagvormittag stattfindet: Die Fahrer spazieren dabei über einen grünen Teppich direkt an den (meist stundenlang wartenden) Fans vorbei, geben Autogramme und stehen für Selfies zur Verfügung. Allerdings: Welcher Fahrer und welche Teams sich blicken lassen, ist bis zum letzten Moment ungewiss. Im Vorjahr gaben sich unter anderem Lando Norris, Oscar Piastri oder Pierre Gasly die Ehre.
Nach dem Rennen
Die Abreise gestaltet sich für den Formel-1-Tross gänzlich unterschiedlich. Während manche Akteure bereits wenige Stunden nach Rennende im Flugzeug Richtung Heimat sitzen, wie etwa Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei Auslandsrennen, lassen sich andere etwas Zeit mit der Abreise. Grundsätzlich geht es für die Aktiven noch am selben Tag zum Flughafen, während die Team-Mitarbeiter noch die Box und Hospitality abbauen und verladen. Auf den Grand Prix von Österreich folgt eine Woche später übrigens der Große Preis von Großbritannien in Silverstone.