Just seit Dienstag ist der Mürzer Junioren-3-fach-Weltmeister David Haagen kein Junior mehr: Da feierte der Skispringer, der für den ESV Mürzzuschlag antritt, nämlich seinen 20. Geburtstag – und stieg damit in die Altersklasse der Senioren auf. Allfällige Spuren seiner Geburtstagsfeier merkte man ihm beim gestrigen Empfang im Mürzzuschlager Wintersportmuseum aber keine mehr an, er strahlte mit seiner Familie und den geladenen Ehrengästen um die Wette.
Von diesen kamen etliche, um Haagen zu seinem beeindruckenden Erfolg bei den diesjährigen Skisprung-Junioren-Weltmeisterschaften zu gratulieren. Gleich zwei Mal Gold und ein Mal Silber brachte er im März aus dem polnischen Zakopane mit nach Hause. Zu Beginn des Festempfangs richtete Hausherr und Museumsleiter Hannes Nothnagl einige Worte an den jungen Skispringer, bevor er an die beiden Bürgermeister Karl Rudischer (Mürzzuschlag) und Peter Tautscher (Neuberg) übergab.
"Mehr geht eh nicht"
Diese streuten Haagen dann auch sogleich Rosen. So sah Rudischer in den Erfolgen des jungen Kapelleners nicht nur eine Bestätigung für Mürzzuschlag als Sportort, sondern auch den Beweis für eine gelungene Nachwuchssicherung auf der Ganzsteinschanze, von der Haagen bereits im Alter von sechs Jahren hinuntersegelte. Rudischer war es dann auch, der die Leistung von Haagen wohl am treffendsten zusammenfasste: "Mehr als du bis jetzt erreicht hast, geht in deinem Alter eh nicht."
Auch die ehemalige Skirennläuferin und nunmehrige Präsidentin des Steirischen Skiverbandes, Renate Götschl, ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, dem jungen Skispringer persönlich in Mürzzuschlag zu gratulieren. Durchaus humoristisch verriet sie, dass ihr der Name David Haagen schon länger etwas sagt: "Schon vor einigen Jahren wurde mir durch Zufall über meinen Mann mitgeteilt: ,Da oben im Mürztal springt einer, das wird einmal ein Guter'."
Next stop: Nationalteam
Den Erfolg des Kapelleners führt Götschl auf die gute Aufbauarbeit zurück, die im ESV Mürzzuschlag geleistet wird, und betonte die Wichtigkeit solcher lokalen "Player" für den ÖSV. Doch die Skirennläuferin gab Haagen auch durchaus nachdenkliche Worte mit auf den Weg: "Es kommen mit Sicherheit auch Tage, an denen der Sport nicht so lustig ist, das kenne ich aus meiner eigenen Karriere. Dann heißt es durchhalten."
Was für Haagen nach Beendigung dieser überaus erfolgreichen Saison nun ansteht? Seit Abschluss des Skigymnasiums Stams im vergangenen Jahr trainiert er am Springerstützpunkt in Salzburg. Nächstes Ziel: der Sprung in den Nationalkader – aber mit dem Springen ist der Kapellener ja bestens vertraut.