Interview nach Liebes-BeichtePfarrer Andreas Monschein: "Das Fundament meines Glaubens war brüchig"

Der Rücktritt des Kindberger Pfarrers Andreas Monschein schlug hohe Wellen. Im Interview spricht er über sein Privatleben, seinen Handyakku, seine schauspielerischen Fähigkeiten und die Wünsche an die Kirche.

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Andreas Monschein vor seiner Kindberger Pfarre
Andreas Monschein vor seiner Kindberger Pfarre © Marco Mitterböck
 

Ihr Rücktritt, den Sie am Sonntag öffentlich gemacht haben, hat enorme Wellen geschlagen. Wie haben Sie die Reaktionen erlebt?
Mit diesem großen medialen Echo habe ich nicht gerechnet, ich musste mein Handy am Montag zweimal aufladen. Am Montagabend ist es mir nicht gut gegangen, obwohl die meisten Rückmeldungen positiv sind. Aber das war einfach eine Explosion. Mir tut aber weh, dass nun auf die Kirche und das Zölibat hingehackt wird, es hat bei mir ja auch andere Gründe gegeben.

Kommentare (19)
zweigerl
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Die leidige Personalsuche

Ein furchtbarer Verdacht regt sich in uns: Gott ist tot, doch es gibt zahllose Kirchenbauten, für die Personal gesucht wird. Das sollte aber dann doch etwas Besonderes sein. Ein Priester, der zum Hochamt eilt, nachdem er zuvor seinem jüngsten Kind den Milupabrei verfüttert hat, ist eine donquijotteske Figur.

GordonKelz
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Bitte um meinen Kommentar!

Gordon Kelz

GordonKelz
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Bei dieser " KIRCHE " kein Wunder !

Gordon

Stemocell
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Es tut ihm leid,

‚dass nun auf die Kirche und das Zölibat hingehackt wird‘
Braucht es nicht, im Gegenteil. Auf die katholische Kirche gehört so lange hingehackt, bis sie endlich bereit ist, sich zu reformieren oder noch besser, gleich ganz verschwindet. Was unweigerlich passieren wird, denn unter diesen Umständen werden ihnen früher oder später die Prister ausgehen.

grundner10
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Kirche und Priester

Wer Kirche nur mit der Anzahl der Priester und ihrer Verfügbarkeit gleichsetzt, der hat sie nicht verstanden, denn sie ist weit mehr, nämlich die Summe aller Gläubigen. Und wenn ich, wie das unten steht, nur die Hölle fürchte, habe ich auch ein Problem. Zumal auch in der Theologie diskutiert wird, ob es die Hölle überhaupt gibt ... Diese zwei Aspekte werden immer bemüht, wenn es ums Kirchenbashing geht. Und ja, die Missbrauchsfälle - für die Täter sollte es die Hölle wirklich geben.

FRED4712
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ich kann dich beruhigen,

es gibt keine Hölle.......jetzt die schlechte Nachricht: es gibt auch keinen Himmel......die Religionen haben das Problem, dass mit jeder neuen Erkenntnis der Wissenschaft wieder etwas weniger eine göttliche Mitwirkung an den Rätseln des Lebens nötig ist......zur Zeit der Gründung der Religionen war jeder Regen, jeder Blitz nur mit einem Gott erklärbar, inzwischen sind wir etwas weiter.......wer Genaueres wissen möchte.....das Buch "der Gotteswahn" von Richard Dawkins erklärt das genauer

grundner10
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Danke für Ihre Intoleranz

Warum sollte die Kirche verschwinden, nur weil einige das wollen?

JL55
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gundner10. Ich glaube auch gar nicht, dass die Kirche verschwinden soll!

Wo würden denn diese Personen ihren (Alltags)Frust abladen, den sie gerade in diesem Anlassfall zum Besten geben??? Unsere kath. Kirche ist vermutlich für diese Menschen ein willkommenes Feindbild mit Ventilfunktion...
Mir bedeutet der Glaube an Jesus Christus viel und er steht für mich für einen steten Neuanfang...
Natürlich kann ich mich auch nicht des Eindrucks erwehren, dass die Kirchenleitung in einzelnen Glaubensfragen eine einzenmentierte Basis eingenommen hat und damit den Anschein erweckt, auf einer geschichtsträchtigen Hohepriester - Wolke zu ruhen...
Noch scheint Ruhe vor dem Sturm zu herrschen, leuchtet doch die diözesane Landkarte grün auf: Die 51 Seelsorgeräume (Stand 9/2020) sind allesamt mit Priestern besetzt. Es stellt sich die Frage bis wie lange? Jesus hat gegen bestehende verkrustete Strukturen angekämpft und weltweit Neues geschaffen. Was machen wir mit seinem Erbe??? Die Hoffnung lebt am längsten...

FRED4712
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Dazu könnte ich Einiges sagen,

ich lass es, wenn dir Religion nützt, dann ist es schön für dich....mein Problem ist wohl, dass ich zu viel darüber nachdenke, nie gut bei Glaubensfragen

grundner10
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Ich denke auch viel ..

... darüber nach, vor allem in Glaubensfragen. Wer nicht zweifelt, denkt nicht, aber glauben soll man auch noch können/dürfen.

JL55
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Glaube ist GsD viel mehr als nur Bücher zu wälzen (was ich im Übrigen auch gerne tue)...

Sowohl pro und contra zu diversen Themen... Meine Literaturliste besteht also aus mehren als nur aus einem Buchtitel...
In der Ortskirche: Gemeinschaft leben...zuhören können...helfend zur Seite stehen (Caritas...) aber auch selber um Rat und Hilfe fragen dürfen... Das ist nur ein Teil des heutigen kirchlichen Lebens.
(Hoch) wissenschaftliche theologische Themen gibt´s eh in Hülle und Fülle auf der Fakultät zu diskutieren...

Stemocell
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‚Intoleranz‘

Jaja, damit kennt man sich in den großen Weltreligionen gut aus ;)

hewinkle10
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Wen interessiert schon die katholische Kirche?

Der letzte Männerverein der Welt, Frauen sind nur eingeduldetes Anhängsel. Die Lehren sind längst überholt und die Menschen verstehen die meisten Predigten ohnehin nicht. Es bleibt der Glaube, dass nach dem Tod die Hölle wartet, wenn man der katholischen Kirche den Rücken kehrt.

FRED4712
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kann dich beruhigen,

es warten auf alle nur Würmer, sofern man sich nicht verbrennen lässt.....hölle hat schon vor hunderten jahren geschlossen, übrigens Himmel auch

dobrac2166
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Da hast du leider Recht,

und das sind einige Gründe warum ich vor über 20 Jahren in die Evangelische Kirche A.B. übergetreten bin. Damals war der christliche Geist noch spürbar, leider ist in vielen Predigten viel Liberales zu hören und zuwenig klare biblische Botschaft. Der Hauptgrund aber war, dass sogar JESUS selbst als Nebensache dargestellt wird, nach Maria und zumindest neben wenn nicht nach allen Heiligen als Fürsprecher. Sagt er doch in Matthäus 11,28 HFA: Kommt alle zu MIR... aber lies selbst weiter, was er verspricht :-)
Quelle: https://www.bibleserver.com/de/verse/Matth%C3%A4us11%2C28

Gemeinschaft ist gut, aber bleibe an KEINER hängen sondern erforsche ihn PERSÖNLICH in der Bibel. Und ja, es gibt nach dem Leben entweder die Hölle, oder aber den Himmel. Solange du lebst, kannst du dich für das eine oder andere entscheiden. Ich wünsch dir seinen Segen und Mut dazu:-)

Alfa166
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Ich finde seine Entscheidung, wegen der Lieber zu einer Frau, das Zölibat nicht

Zu brechen, sondern dazu zu stehen und um Laisierung zu erbitten, den richtigen Schritt. Ich habe damals meine Erstkommunion von Pfarrer Walter Drexler gespendet bekommen, welcher vor 17 Jahren auch wegen der Liebe zu einer Frau in den Laierstand versetzt wurde und inzwischen Religionslehrer ist. Es ist doch etwas allzu menschliches, sich zu verlieben und eine Familie gründen zu wollen, natürlich gibt es in der katholischen Kirche inzwischen genügend Diakone, die zumeist verheiratete Familienväter sind, jedoch dürfen sich diese der eigentlichen Priesterweihe auch nicht stellen und werden nur zum Diakon geweiht.
Ich wünsche dem Herrn Pfarrer jedenfalls nur das Allerbeste, möge er doch glücklich werden, so wie es jeder von uns werden möchte.

griesbocha
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Sowit ich weiß bedeutet der Zölibat auch kein Sex.

Ich gehe also davon aus, das der Zölibat schon gebrochen wurde.
Seine Entscheidung ist zu respektieren, was es daran nun "in den Himmel" zu loben gibt, ist für mich nicht nachvolllziehbar.
Irgendwo ist und bleibt es ein Verrat an Werten, die er einst vertreten hat.
Kann man gut finden, muss man aber nicht.

Zuckerpuppe2000
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Es ist doch nur menschlich

Mit 18 od. 20 Jahren haben doch viele eine andere Vorstellung von Beruf und Zukunft, als Jahre später. Er ist ehrlich und steht zu deiner Entscheidung. Viele von uns arbeiten nicht bis zur Pension im gleichen Beruf, dass sollte auch einem Pfarrer erlaubt sein.

robertpustritz
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Es

steht jedem frei sich weiter zu entwickeln und zu erkennen, dass man auf dem Holzweg war.