Liebe statt Priesteramt Positives Echo und Diskussionen nach Rücktritt des Kindberger Pfarrers

Am Sonntag gab der Kindberger Pfarrer Andreas Monschein seinen Rückzug bekannt. Dafür gab es zahlreiches positives Echo. Die Zölibatsdebatte wurde damit wieder befeuert, wobei es gute Argumente für und wider das Zölibat gibt.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Pfarrer Andreas Monschein gab am Sonntag seinen Rückzug bekannt
Pfarrer Andreas Monschein gab am Sonntag seinen Rückzug bekannt © Martina Pachernegg
 

Im September 2015 trat der gebürtige Feldbacher Andreas Monschein seine Stelle als Kindberger Pfarrer an. Es war der vorläufige Höhepunkt seines Wirkens, nachdem er zuvor als Kaplan in Hartberg und im Pfarrverband Bruck an der Mur-Pernegg-St. Dionysen/Oberaich tätig gewesen war. Die Diözese sah im 1981 geborenen Monschein eine Zukunftshoffnung, schätzte unter anderem "sein Engagement und seine Dienste auch in vielen diözesanen Gremien und Arbeitsgruppen". Zugleich trat Monschein auch öffentlichkeitswirksam in Erscheinung, indem er als Feuerwehrmann ein Kätzchen rettete und so zusätzliche Sympathiepunkte sammelte. Für seinen Ritt auf dem Esel wurde Monschein 2017 zum Steirer des Tages gekürt. Seit Sonntag ist alles anders. Da verkündete Monschein im Zuge der Heiligen Messe seine Entscheidung, künftig nicht mehr als Pfarrer tätig zu sein. Neben anderen persönlichen Beweggründen war es vor allem die Liebe zu einer Frau, die letztlich den Ausschlag gab, künftig ein anderes Leben führen zu wollen.

Kommentare (22)
seinerwe
0
1
Lesenswert?

Menschlich bleiben

Die Amtskirche macht aus einer falschen Ideologie heraus Fehler. Sie will vor allem Macht auf den einzelnen ausüben statt die Verbreitung des Glaubens als Oberziel zu sehen. Auch bei dem Auftrag Jesu, den Glauben zu verbreiten, schließt sie die Hälfte der Menschen davon aus, d.h. die Frauen. Gott ist gütig, abet die irdischen Obervertreter sind gnadenlos.

anderemeinung
0
0
Lesenswert?

"Unmenschlich"

In Villach gab es vor einigen Jahren auch so einen Fall. Der Pfarrer hat sich für die Liebe entschieden, wurde von all seinen Ämtern enthoben und auf die Straße gesetzt.
Ihm wurde angeboten es geheim zu lassen, dann wäre alles in Ordnung. Heute ist er verheiratet, hat mittlerweile eine erwachsene Tochter. Nur so ein Mensch der nichts hat, fast nackt verstossen wird ist für mich eine verlogene Nächstenliebe.
Viele meiner Freunde sind aus dieser Kirche ausgetreten, schon durch der vielen Skandale, die immer wieder vorkommen.
Meine Verständnis für die Kirche haltet sich in Grenzen, obwohl ich noch immer der Katholischen Kirche angehöre. Wie gesagt noch!!
Das sich junge Männer für die Enthaltsamkeit entscheiden müssen, ist schon unwürdig. Man sieht es eben immer wieder, wir alle sind Gottes Kinder und haben eben das menschliche Bedürfnis.

MMK2014
1
1
Lesenswert?

Der Herr Monsignore ist auch etwas im 20. Jhdt hängen geblieben..

„Und er erinnert daran, dass es noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts üblich gewesen sei, dass Lehrerinnen unverheiratet sein mussten, um sich ganz den Schulkindern widmen zu können.“

Jetzt argumentieren wir heute, im Jahr 2022, mit Dingen, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts (wohlgemerkt: Das war vor mehr als 100 Jahren!) galten?

Ich bin froh, dass immer mehr Menschen aus der katholischen Kirchen aussteigen! Es ist eine Frechheit, was die sich ständig leistet und ich hoffe, dass sie immer weniger Angehörige bekommen, die sie verblenden können.

neuer mann
0
2
Lesenswert?

die (alten) herren der kirche leben in alten zeiten....

..... und bleiben alleine, weil die jungen nicht mehr mit ihnen können! und wollen!

KarlZoech
2
18
Lesenswert?

Im Jahr 2012 gab es dasselbe in meiner NÖ-Heimatgemeinde: Der damals etwa 45-jährige Pfarrer,

sehr beliebt, ein richtiger Volkspriester, seit der 12 Jahre vorher kam, war die Kirche wieder voll, resignierte auf sein Priesteramt, weil auch in ihm die Liebe zu einer Frau erwachte und er nicht in Lüge leben wollte.

Die Reaktion, nachdem er am damals am Ende der zweiten Sonntagsmesse seinen Entschluss bekanntgab, waren an die zehn Minuten Standing ovations der Messbesucher. Und unendlich viel Verständnis für seinen Entschluss. Und alle bedauerten, dass er als Verheirateter nicht Pfarrer bleiben durfte.

Daraus erkennen wir: Das Kirchenvolk ist unendlich weiter als als das total verknöcherte Rom. Den jetztige Papst, Franziskus, nehme ich da sogar aus, den habe ich im - positiven - Verdacht da gerne etwas ändern zu wollen. Doch Franziskus hat wohl doch noch "Federn" vor der rückständigen Kurie und Angst davor, dass ein paar Ewiggestrige sich abspalten würde. So spaltet sich halt die große Masse ab, Mensch für Mensch, vor allem dort wo es keine lebendigen Pfarrgemeinden gibt. Es gibt zum Beispiel zu wenige Hartbergs, zu wenige Reisenhofers....

Nicht dass da jemand denkt, ich hätte was gegen die Kirche an sich, im Gegenteil. Ich wünschte mir eine Volkskirche (in meinen Jugendjahren erlebte ich so etwas, der Pfarrhof war mein geistigen Zuhause). Ich leide an der Verknöchertheit, an der Sturheit in Rom.... Warum müssen wir immer noch über den Zwangszölibat reden? Warum sind noch immer keine Frauen im Priesteramt? Warum?

Diese Kirche ist katholisch, aber nicht jesuanisch.

Ich korrigiere
2
60
Lesenswert?

gratuliere

zu diesem schritt und alles gute für die gemeinsame zukunft.

hfg
11
46
Lesenswert?

Die Kirche

Ist mit all Ihren Besitzungen die mit Abstand reichste „Firma“ der Welt. Ihr Vermögen aus Besitzungen, Immobilien, Firmen und Kunstschätzen wurden Jahrtausende lang Weltweit gesammelt und vermehrt.
Nicht einmal die weltweit 10 größten Firmen zusammen besitzen auch nur annähernd so ein Vermögen. Mit dem christlichen Glauben hat das nichts zu tun. Reformen wurden weitestgehend vermieden, Nur wird es nicht mehr lange dauern, dann geht ihr das „Personal“ aus und dann hilft das Vermögen auch nichts mehr. Die „Gläubigen“ laufen ohnehin in Scharen davon.

KarlZoech
6
23
Lesenswert?

@ hfg: Ja, denn um an etwas, an einen Gott zu glauben, dazu bedarf es keiner Institutionen

wie katholischer, evangelischer, orthodoxer Kirchen. Glauben ist frei, so wie denken. An freiem Glauben und an freiem Denken hatten die institutionellen Kirchen die längste Zeit der Geschichte kein Interesse. Wo kämen wir denn hin, würden die Menschen autonom denken? Sie würden dann auch autonom glauben, was und an wen sie wollen. Eine Katastrophe....
Kirchen als Institutionen mit fix einzementierten Dogmen brauchte und braucht es aber, will man Macht ausüben über die Menschen; wäre dem nicht so, hätte es niemals Religionkriege gegeben.

Apropos:
Zu allen Zeiten haben Priester auf allen Seiten der Fronten Waffen und Krieger gesegnet. Auch heute dürfen r.k. Priester Kriegswaffen segnen. Gleichgeschlechtlich liebende Paare dürfen sie aber nicht segnen, jedenfalls nicht offiziell. Wieder so ein völlig verrücktes Detail aus dem r.k. Dunstkreis.

gehtso
15
55
Lesenswert?

das Zölibat hat in Wahrheit

nur einen einzigen Grund: Das Geld muss in der Kirche bleiben, alle anderen "Begründungen" sind haltlos und konstruiert!
Aber man stelle sich vor, ein Priester vererbt sein Erspartes seiner Frau oder seinen Kindern, da könnten sich womöglich einige Kardinäle in Rom (nicht im Vatikan) nicht mehr 400n² Wohnungen mit Nonnen als Bedienstete leisten, ein Skandal!

jg4186
10
23
Lesenswert?

Fake

Das ist einfach ein Irrtum!
Jeder Priester kann sein Erbe an jeden überschreiben, wen er will. Das erbt nicht die Kirche! (Außer ein Priester will das ausdrücklich so).
Wann ist endlich Schluss mit dieser Falschmeldung?!
Wenn Diskussion, dann wahrheitsgemäß und fair.

FRED4712
3
6
Lesenswert?

woher soll ein Erbe kommen??

die Grundstücke und Gebäude gehören der Kirche, der Pfarrer darf dort nur wohnen......er hat nix zu vererben, ausser dem Inhalt seiner Geldtasche......größere Werte anzusparen dürfte eher nicht möglich sein

zweigerl
15
16
Lesenswert?

Ohne Genierer

Pfarrern wird aber die Adoption ermöglicht. Somit ist ein Fenster für die Kapitalflucht aus der Kirche aufgemacht. Davon abgesehen fasziniert mich diese Klingelbeutelgeldeintreiberei bei den letzten Messebesuchern. Da kennt man keinen Genierer.

FRED4712
0
0
Lesenswert?

ein eheloser Pfarrer

darf Kinder adoptieren??.....ja wenn das so ist......

Handaufsherz
1
17
Lesenswert?

??

Und wie viele adoptierte Pfarrerskinder kennen Sie?

Reipsi
6
3
Lesenswert?

Etliche

Nur positiv zu bewerten .

hfg
4
71
Lesenswert?

Das Zölibat

Aufzulösen hätte viele Vorteile bei den Katholiken-bei den Evangelischen funktioniert es auch mit Verheirateten und Frauen.
Die Kirche wird den Priestermangel nicht verkraften. Die Probleme mit dem Verheimlichen, Päderisten, den Homosexuellen Priestern wurden deutlich abnehmen.
Der Kindberger Pfarrer verdient höchste Anerkennung für seine Entscheidung und ich wünsche ihm alles Gute.

jg4186
2
47
Lesenswert?

Reform gewisser antiquierter und unzeitgemäßer Vorgaben

Man kann dem Andreas Monschein und seiner Partnerin nur alles Gute wünsche, vor allem Gottes Segen. Seine Entscheidung ist zu akzeptieren.
Sosehr sie natürlich auch traurig macht, weil wieder ein sehr guter Priester aus dem Dienst scheidet - wo es ohnedies schon sehr wenige gibt.
Man sollte die Ehelosigkeit nicht an die Weihe binden, sondern freistellen.
Es gäbe sicherlich viele, die erst recht durch eine Frau, durch Familie den Dienst eines Priesters sehr gut ausüben könnten.
Vorsichtig bin ich mit dem Begriffen "antiquiert" und "unzeitgemäß".
Wenn jemand sich voll und ganz in den Dienst Gottes stellt, wenn jemand ganz frei sein will für Kirche und Pfarre, sich ganz zur Verfügung stellt, weil er nicht Rücksicht nehmen muss auf Frau und Kinder - das hat schon etwas Faszinierendes an sich! Wenn jemand dazu berufen ist und auch lebt - gezwungen sein sollte er nicht dazu.
Jeder Priester verspricht dies, frei und ungezwungen, bei der Weihe - nach hoffentlich gründlicher Überlegung. Man kann es schon mit einem Eheversprechen vergleichen - das man dann halt auch nicht so leicht zurücknehmen kann (oder sollte).
Ist ein lebenslang gültiges Versprechen wirklich unzeitgemäß?

KarlZoech
4
45
Lesenswert?

@ jg4186: Ich stimme zu: Ehelosigkeit freiwillig, weg mit dem Zwangszölibat!

Und in der jetztigen Form ist der Zölibat Zwang. Denn was weiß denn schon ein 23-, 24-Jähriger, welcher womöglich ab 10 Jahren in einem katholischen Internat war (früher: "kleines Seminar"), danach 4 bis 6 Jahre auf einer "Halleluja-Ranch" (war in meiner Jugendzeit eine unserer Bezeichnungen für das Priesterseminar), was ihm entgeht mit dem ehelosen, ist gleich asexuellen, Leben. Nichts weiß so ein junger Mann. Er weiß also auch nicht, was er da dem Bischof verspricht, wenn er Ehelosigkeit gelobt. Und 8, 10, 15 Jahre später merkt er dann, dass er doch ein Mann mit Gefühlen ist, ein Mann ist, kein geschlechtsloses Wesen.... So wie auch in diesem Fall.

Alle Hochachtung und Respekt für Pfarrer Monschein! Er geht einen ehrlichen, geraden Weg. Ich wünsche ihm und der Frau an seiner Seite alles Gute!

Bleiben zwei Forderungen an die römischen KIrchenoberen:
Weg mit dem Zwangszölibat!
Und endlich auch Frauen ins Priesteramt!
Ändert endlich die anachronistischen Zustände! Wenn nicht, seid ihr am besten Weg, zu einer kleinen Sekte zu werden!

FRED4712
0
1
Lesenswert?

ist zwar nicht mein Problem,

aber ich befürchte, wenn man der Religion mehr und mehr das Drumherum wegnimmt, dass dann irgendwann die Menschen sich (zu Recht ) fragen, wozu man das überhaupt noch braucht.....wenn man Probleme hat, gibt es Psychologen, die haben dazu auch noch mehr Ahnung von menschlichen Sorgen als ein eheloser Pfarrer......

KarlZoech
0
0
Lesenswert?

@ FRED4712: Wenn es nicht ihr Problem ist,

warum "befürchten" Sie dann? Wenn es nicht Ihr Problem ist, so müssen Sie doch nichts befürchten?
Mit Ihrer Vermutung bzw. Prognose könnten Sie richtig liegen.
Gegensteuern könnte die Religion, würde Sie sich nicht so sehr um das Drumherum kümmern, sondern um den Kern.

Vonherzengrazer
2
77
Lesenswert?

Respekt und Gratulation

Alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

Politverdrossener
1
81
Lesenswert?

Alles Gute

und Gottes Segen!