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Das SüdbahnhotelDas wachgeküsste Juwel vom Semmering

Sieben Jahre lang wurde Besuchern der Zutritt zum Südbahnhotel am Semmering verwehrt. Seit Kurzem ist das Hotel auf der Passhöhe im Zuge des Semmeringer Kultursommers geöffnet. Die Gäste erwartet eine Reise in die Vergangenheit.

Das markante grüne Dach des Südbahnhotels wurde in den 1908er Jahren erneuert
Das markante grüne Dach des Südbahnhotels wurde in den 1908er Jahren erneuert © Katarina Pashkovskaya
 

Dunkle Holzvertäfelungen, ein knarrender Parkettboden und der Staub der vergangenen Jahre empfangen den Besucher im Südbahnhotel am Semmering. Die leeren Schlüsselfächer an der Wand der Rezeption in der Empfangshalle befeuern augenblicklich die Fantasie, und man kann sich die feine Gesellschaft der Sommerfrischler des Fin de Siècle nur allzu gut vorstellen.

Sieben Jahre lang blieb Besuchern der Zugang zum 1882 eröffneten Hotel gänzlich verwehrt. Nur Günter Krausner und zwei Kollegen durften sich frei im Haus bewegen. „Ich betreue das Haus seit 23 Jahren. Ich passe auf, dass nichts passiert“, erklärt er stolz. Florian Krumpöck, Intendant des Semmeringer Kultursommers, ist es aus einer Notlage heraus gelungen, den Eigentümer des imposanten Hauses zur Öffnung einiger Räume zu bewegen. „Teile des Kultursommers spielen immer im Grandhotel Panhans. Da es renoviert wird, musste rasch ein anderer Veranstaltungsort gefunden werden“, sagt Krumpöck. Derzeit ist der deutsche Eigentümer auf Käufersuche und hofft, über die Öffnung des Hotels den einen oder anderen Interessenten zu gewinnen.

Zu Gast im Südbahnhotel

Acht Vorstellungen des Semmeringer Kultursommers wurden ins Südbahnhotel verlegt. Heute findet ein Konzert der Pianisten Johannes und Jakob Kropfitsch im Kurhotel statt.

Am 15. und 20. August hat man ebenso noch die Gelegenheit eines Konzertbesuchs im renommierten Haus.

www.kultursommer-semmering.at

„Unwahrscheinlich ist das nicht. Anfragen kommen immer wieder. Sogar Hochzeiten wollte man hier schon feiern“, schmunzelt Edgar Bauer von EB Hotel Tourismus Consulting & Management, der mit dem Verkauf beauftragt worden ist. Wenn es nach ihm geht, könnten hier schon bald wieder Kurgäste flanieren und das vergangene Jahrhundert aufleben lassen. Der Kaufpreis liegt bei acht Millionen Euro, aber die Renovierungsarbeiten im nicht denkmalgeschützten Haus belaufen sich wohl auf 60 Millionen Euro. Und bei den Dimensionen des Südbahnhotels ist das nicht verwunderlich. Auf zehn Stockwerken stehen 33.000 Quadratmeter Nutzfläche zu Verfügung.

Einer der eindrucksvollsten Räume des Hotels auf dem Semmering-Pass ist ein Gesellschaftsraum, der ehemalige Große Speisesaal. Abgetretener heller Parkett harmoniert mit cremefarbenen Säulen und detailverliebten Stuckarbeiten an der Decke. Die cremefarbenen, mit rosarotem Stoff bezogenen Sessel, die auf kulturinteressierte Gäste warten, sind noch original aus den 1930er-Jahren und gewähren einen Einblick in die Glanzzeiten des Hotels. Durch die großen Fenster fällt Licht in das Innere und lässt die goldfarbenen, mit Schwänen verzierten Luster glänzen.

Der Große Speisesaal

Trotz der heißen Temperaturen der vergangenen Tage ist es hier kühl. „Das liegt an der guten Bausubstanz des Gebäudes“, lässt Krausner wissen und geht in den Grünen Salon, den Frühstücksraum. „Von hier aus hat man einen freien Blick bis zum Neusiedler See. Das benachbarte Kurhotel ist übrigens so nah, man kann es fast angreifen“, schwärmt er, geht durch eine schwere, dunkle Holztür und steigt eine breite Steinstiege hinunter. „Hier unten, gleich neben dem hauseigenen Kino, ist mein persönlicher Geheimtipp zu finden“, schmunzelt Krausner. Er öffnet eine kleine Metalltür und gibt den Blick auf das Hallenbad frei. In den 1920ern wurde das hellblaue, 20 Meter lange Schwimmbecken von Emil Hoppe und Otto Schönthal erbaut. Heute fesselt der großzügige Raum mit seinem morbiden Charme. „An den Wänden waren früher großflächige gelbe, orange und weiße Glasfliesen. Jetzt kann man nur noch die Schuttreste auf dem Boden bestaunen“, seufzt Krausner.

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