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Mürzsteg

Lavendel als Alternative im Anbau

In Mürzsteg wurde vor vier Jahren auf einer Fläche von zwei Hektar Berglavendel angebaut. Derzeit wird die „Duftpflanze des Jahres“, die vielerlei positive Eigenschaften hat, geerntet.

Erwin Krall betrachtet die Pflanzen, vor wenigen Tagen hat die Ernte begonnen. Krall will sich in seiner Pension intensiv damit beschäftigen
Erwin Krall betrachtet die Pflanzen, vor wenigen Tagen hat die Ernte begonnen. Krall will sich in seiner Pension intensiv damit beschäftigen © Dobrovolny
 

In einer Zeit, in der immer mehr Wiesenflächen zuwachsen, weil sie nicht mehr bewirtschaftet werden, sticht ein besonderes Bepflanzungsprojekt in Mürzsteg hervor. Nach vielen Überlegungen fiel die Wahl auf eine besondere Pflanze, den Berglavendel. Lavendel wurde im Naturpark Mürzer Oberland bisher nicht angebaut, er gilt aber als ideal für diese Region. Die Pflanze benötigt kalkhaltige, wasserdurchlässige Böden.

Die Idee zum Projekt Berglavendel stammt von Erwin Krall. Für den Berufsoffizier des Bundesheeres ist es ein naturnaher Ausgleich zum Berufsalltag und eine Herausforderung für die kommenden Pensionsjahre, die er aktiv verbringen möchte: „Die Lavendelernte ist wie eine Aromatherapie“, schwärmt er.

Die Wahl einer zwei Hektar großen, steilen Wiese in Mürzsteg bietet ein gutes Wechselspiel zwischen Trockenheit und Feuchtigkeit. Die Bewässerung der Pflanzen ist daher nicht notwendig und ein wichtiger Faktor für den ressourcenschonenden Anbau. Die Lage über 850 Meter Seehöhe, und die damit einhergehenden Temperaturwechsel bestimmen die Qualität der Inhaltsstoffe der Pflanzen. Der Lavendel wächst, völlig der Natur überlassen, zwischen Alpenkräutern. Derzeit stehen in Mürzsteg 32.000 Stöcke Berglavendel in voller Blüte, die Ernte hat soeben begonnen.

Der getrocknete Pflanzenschnitt wird in der Wasserdampfdestillerie zu Berglavendelöl und Berglavendel-Hydrolat verarbeitet. Weitere Produkte sind in Vorbereitung und werden voraussichtlich kommendes Frühjahr präsentiert. Damit die Lavendelprodukte auch richtig angewendet werden, muss man den ätherischen Ölgehalt in den Pflanzen kennen. Die genaue Zusammensetzung der Inhaltsstoffe wird über eine „gaschromatographische Analyse“ ermittelt. Das Berglavendelöl wirkt gegen vielerlei Bakterien und Viren, reduziert die Keime in der Luft, verbessert das Raumklima. Das Lavendelöl kann man auch direkt auf die Haut auftragen, das dient vor allem zur Beruhigung.

Duftpflanze des Jahres

Lavendel ist die Duftpflanze des Jahres 2016. Die Produkte aus Mürzsteg werden bei der Initiative „theSCENTEDdrop“, zur Schaffung von Bewusstsein für die Wirkung von Kräutern und Duftpflanzen, eingereicht. Dies ist ein weiterer Schritt, um auf diese Rarität im Oberen Mürztal aufmerksam zu machen. So will Erwin Krall seiner Vision von einem Berglavendelland Österreich näher kommen.

Die Pflege und Ernte des Berglavendels erfolgt händisch. Ein Mürzsteger Asylwerber bemüht sich seit 2012 verlässlich und eigenverantwortlich um die Betreuung der bio-zertifizierten Pflanzen. Der gebürtige Afghane ist anerkannter Flüchtling und Vollzeitbeschäftigter beim Projekt Berglavendel. Als Beispiel für die gelungene Integration ist das Projekt Berglavendel als „Ort des Respektes“ nominiert.

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willipauli
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Berglavendel

Ein sehr gute Idee für unsere Region! Daumen auf!

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