Knapp eine Woche nach den Oscars in Los Angeles wird Kapfenberg am Freitag und Samstag im Zuge der Landesmeisterschaften der Filmautoren zum Zentrum der steirischen Filmszene. Fünf Filmklubs aus Leibnitz, Zeltweg, Pöls, Kapfenberg und der „steirische Filmklub“ aus Graz messen sich dort um die begehrten Medaillen, Landesmeistertitel und Startplätze für die Staatsmeisterschaften im Sommer.
„Die Landesmeisterschaften finden immer traditionell rund um den Josefitag statt, einer der teilnehmenden Klubs veranstaltet sie“, erzählt Günther Agath, seines Zeichens Obmann des Filmklubs Kapfenberg, der die Meisterschaften zuletzt 2021 austrug. Für die diesjährige Ausgabe, die im „Spiel!Raum Kapfenberg“ ausgetragen wird, hat man die Vorbereitungen schon fast abgeschlossen, „es kann nur mehr ein Weltuntergang dazwischenkommen“, scherzt Agath.
Oscars: „Bei uns ist alles öffentlich“
Insgesamt gibt es 29 Beiträge im bunt gemischten Programm zu sehen, darunter Reportagen, Kurzspielfilme und Dokumentationen. „Von unserer Seite haben wir etwa ein Lebensbild über Frank Peter Hofbauer und einen Kurzspielfilm von Bernhard Wohlfahrter eingereicht“, erzählt Agath. Bewertet werden die Filme am Samstagnachmittag von einer fünfköpfigen Jury aus ganz Österreich. Neben den Medaillen und dem Landesmeistertitel verleiht diese auch Sonderpreise, etwa für die beste Kameraführung – wie bei der großen Oscar-Gala in Los Angeles.
Apropos: Obwohl die Oscars in Starpower und Bedeutung natürlich überwiegen, hat man genau bei der Bewertung der Landesmeisterschaften einen Vorteil. meint Agath: „Bei uns ist alles öffentlich, auch die Wertung am Schluss. Die Juroren müssen ihre Meinung am Ende auch öffentlich bekanntgeben und argumentieren.“ Die Landesmeisterschaften finden außerdem bei freiem Eintritt statt, „es ist jeder gerne willkommen“, betont Agath.
Persönliche Erinnerungsstücke
Los geht es am Freitag um 13 Uhr, „da werden wir wahrscheinlich bis 10 Uhr abends zusammensitzen“, erzählt Agath. Am Samstag läuft das Programm ab 9 Uhr, nach der Beratung der Jury werden die Gewinnerinnen und Gewinner um 18 Uhr bekanntgegeben. Auf sie wartet neben dem Preis auch ein besonderes Andenken: „Reinhold Wurm hat für alle Sieger ein Erinnerungsstück entworfen“, freut sich Agath und präsentiert eine kleine Holztrophäe, die einen Filmstreifen zeigt.
Abseits der Preise freut man sich auch darauf, die alten Bekannten der anderen Filmklubs wieder persönlich zu treffen. „Es ist wichtig, dass man sich dort trifft, weil es außerhalb wenig Kontakt gibt“, erzählt Agath und sein Stellvertreter Christian Graff ergänzt: „Die Steirer verstehen sich da sehr gut untereinander. Es besteht aber schon ein Wettbewerb bei den Meisterschaften.“
Verschnaufpause und Lob
Für den Kapfenberger Filmklub sind die Landesmeisterschaften Teil eines intensiven Programms in den letzten Wochen. „Letzten Freitag hatten wir unseren historischen Abend, nach den Meisterschaften spielen wir am Montag schon wieder in Leoben unsere künstlerischen Filme“, erzählt Agath und lacht: „Dann hoffen wir, über Ostern mal ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen zu bekommen.“
Lob und Anerkennung für die Veranstaltung und die Arbeit des Vereins gab es im Vorhinein bereits von Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl und Bürgermeister Matthäus Bachernegg. „Dass dieses Festival 2026 in Kapfenberg stattfindet, unterstreicht die lebendige und breit verankerte Filmkultur in der Steiermark“, wird der Landesrat in der jüngsten Ausgabe des „Filmblattl“, dem Heft des Filmklub Kapfenberg, zitiert.