Ende Jänner besuchte die Kleine Zeitung den Gasthof Hochlantsch im Breitenauer Ortsteil St. Erhard, der von Terisa Pretterhofer und Karl Brenner wieder zum Leben erweckt wird. Anhand der Begeisterung über die Wiedereröffnung wird klar, welche gesellschaftliche Bedeutung Gasthäuser noch immer haben oder eben gerade wieder bekommen.
Eine gesellschaftliche Säule mit tragender Bedeutung ist seit jeher auch die daneben befindliche Wallfahrtskirche St. Erhard. „Man kann wirklich behaupten, dass sie für viele ein Ort der Gemeinschaft ist“, sagt Pfarrer Clemens Grill, in dessen Seelsorgeraum auch die Breitenau fällt.
Denn die Wallfahrtskirche, die dem Ortsteil auch seinen Namen gibt, wird durch die Arbeit einiger Ehrenamtlicher noch immer sehr lebendig gehalten. Es finden regelmäßige Gottesdienste statt und an bestimmten Tagen gibt es ein stets gut besuchtes Pfarrcafé. Zuletzt wurde auch der Brauch des Bienenaufweckens dort gefeiert. Dieses Jahr steht zudem eine Sanierung an.
Optisch wartet die Wallfahrtskirche, die übrigens eine der drei um das Rennfeld ist (Wallfahrtskirche Heilige Maria in Pernegg und Wallfahrtskirche Maria Rehkogel am Frauenberg), besonders mit ihren leuchtenden gotischen Fenstern auf, die gut erhalten sind. Sie zählen zu den bedeutendsten Denkmälern in der mittelalterlichen Malerei im Alpenraum, bestätigen Grill und die Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Eva Schoberer.
Auch die Wallfahrtstatue in der Kirche ist sehr einzigartig und so sonst nur in der Mariazeller Basilika wiederzufinden. „Früher schon haben die angekommenen Pilger um diese und den Hochaltar eine Runde gedreht“, bestätigt Grill.
Tiere aus Metall als Votivgaben
So war es früher etwa Tradition, Votivgaben in die Kirche zu bringen. Diese sind heute noch dort zu betrachten und waren früher symbolische Opfer. In der Kirche St. Erhard handelte es sich dabei oft um aus Metall geformte Tierfiguren, nachdem der Heilige Erhard von Regensburg, ein katholischer Heiliger und Bischof, auch als Schutzpatron gegen Viehkrankheiten und für Schmiede gilt. Außerdem wird in der Kirche auch der Heilige Leonhard verehrt, dem die Südkapelle mit dem Leopold-Altar geweiht ist.
Gasthaus-Eröffnung freut alle
Als Wallfahrtskirche selbst ist inzwischen aber beispielsweise Schüsserlbrunn am Hochlantsch bekannter. In St. Erhard hat schon seit der Zeit von Kaiser Joseph dem Zweiten, der nicht viel Gutes am Pilgern ließ, jenes auch abgenommen. Auch in der jüngsten Zeit hält sich das Wallfahrtsgeschehen in der Kirche in Grenzen. „Grundsätzlich würden wir uns aber freuen, wenn da wieder etwas Schwung hereinkommt“, sagt Grill. Schoberer fügt hinzu: „Da kann die Wiedereröffnung des Gasthofes nebenan auch eine Rolle spielen. Auch für unsere Pfarrgemeinschaft ist ein Treffpunkt wichtig. Wir alle freuen uns darauf.“ Geöffnet hat das Gasthaus ab dem 27. Februar.