Die Wahl ist geschlagen. Im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag haben am Sonntag 65,43 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

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Das Ergebnis dabei: Unter anderem ein politisches Erdbeben in Bruck. Die SPÖ um Bürgermeisterin Andrea Winkelmeier halbiert sich im Vergleich zu 2020 (52 Prozent) fast und stürzt auf 29 Prozent der Stimmen ab. „Wir werden als stimmenstärkste Partei morgen in Gespräche mit allen Parteien treten“, sagt Winkelmeier. Mehr möchte sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Bürgermeisterin Winkelmeier (Mitte) stellte sich erstmals der Wahl
Bürgermeisterin Winkelmeier (Mitte) stellte sich erstmals der Wahl © KLZ / Tobias Graf

Die ÖVP (2020: 23 Prozent) kommt durch ein leichtes Stimmen-Plus nun knapp dahinter zu stehen, Spitzenkandidatin Susanne Kaltenegger verbessert sich auf 27,5 Prozent. Größter Gewinner ist die FPÖ um Raphael Pensl, die nun bei 21,2 Prozent steht und ihr Ergebnis von vor vier Jahren fast verdoppeln konnte (2020: 9 Prozent).

Die FPÖ hat mit Spitzenkandidat Pensl ihr Wahlziel klar erreicht
Die FPÖ hat mit Spitzenkandidat Pensl ihr Wahlziel klar erreicht © Pototschnig Franz

Pensl zu den Zugewinnen: FPÖ: „Wir haben unser Wahlziel klar erreicht, wir wollten sieben Mandate erreichen und haben das geschafft. Mit der ÖVP haben wir nun auch eine Mehrheit im Stadtrat, also kann ein frischer Wind in der Stadt einkehren.“ Auch einen Seitenhieb an den Wahlverlierer SPÖ verkneift sich Pensl nicht: „Nach 80 Jahren Alleinherrschaft der SPÖ gibt es jetzt eine politische Durchlüftung. Sie hat mit diesem Ergebnis ihren Anspruch auf den Bürgermeister verwirkt.“

Bachernegg (SPÖ) baut Mehrheit in Kapfenberg aus

Im Gegensatz zu Bruck legt SPÖ-Bürgermeister Matthäus Bachernegg in Kapfenberg bei seiner ersten Wahl zu. Man zählt nun zwei Mandate mehr und steht nun bei 21. „Neun Monate harte Arbeit haben sich bezahlt gemacht und wurden von den Wählerinnen und Wählern belohnt. Ich werde heute sehr gut schlafen“, freut sich Bachernegg.

Die klare Mehrheit des Kreisdiagramms ist in Kapfenberg rot gefärbt
Die klare Mehrheit des Kreisdiagramms ist in Kapfenberg rot gefärbt © Pototschnig Franz

Zweiter Sieger hinter der SPÖ sind die Freiheitlichen. Die FPÖ verdoppelt sich von drei auf sechs. Die ÖVP hingegen halbiert sich von sechs auf drei. Ansonsten fliegen die Liste „Vogl“ und die KPÖ raus, der abtrünnige Kommunist Clemens Perteneder bleibt mit einem Mandat drinnen.

Kommt ein neuer Bürgermeister in Mariazell?

Die Volkspartei in der Wallfahrts-Gemeinde halbiert sich und ist jetzt beim Mandatsstand mit der SPÖ sowie einer neuen Bürgerliste gleichauf. Damit werden die Karten neu gemischt – lesen Sie hier die ganze Story!

Herausforderer Helmut Schweiger zog vom Stand weg mit „seinem“ Bürgermeister gleich, unterstützt wurde er dabei auch von ÖVP-Gemeinderäten, selbst wenn sich die nicht öffentlich deklarierten, wie Renate Kuss
Herausforderer Helmut Schweiger zog vom Stand weg mit „seinem“ Bürgermeister gleich, unterstützt wurde er dabei auch von ÖVP-Gemeinderäten, selbst wenn sich die nicht öffentlich deklarierten, wie Renate Kuss © Christian Huemer

In Langenwang hat sich die FPÖ fast verdoppelt

Großer Jubel bei der FPÖ in Langenwang: Spitzkandidat und Landtagsabgeordneter Philipp Könighofer darf sich über 38,3 Prozent der Stimmen und damit auch über das beste FPÖ-Ergebnis im Bezirk freuen. „Heute wird gefeiert und analysiert, in den nächsten Tagen wird dann verhandelt“, gibt Könighofer den Fahrplan vor.

Auch Bezirksparteiobmann Hannes Amesbauer (l.) freut sich mit Könighofer
Auch Bezirksparteiobmann Hannes Amesbauer (l.) freut sich mit Könighofer © KLZ / Moritz Pretterhofer

Die ÖVP hingegen mit Spitzenkandidat Rudolf Hofbauer, der seit 14 Jahren Bürgermeister ist, kommt nur mehr auf 47,9 Prozent und verliert damit die absolute Mehrheit.

Liste Schrittwieser bleibt in Krieglach klar vorne

Krieglach ist eine der wenigen Gemeinden in der Steiermark, die seit Jahrzehnten von einer parteiunabhängigen Namensliste regiert werden. Und das wird auch so bleiben. Das Team rund um Regina Schrittwieser hat das Ergebnis von 2020 noch einmal verbessert und steht jetzt bei fast 80 Prozent.

Die Namensliste Schrittwieser stellt seit 1990 den Ortschef: Zuerst war es Jakob Schrittwieser, seit 2003 hat seine Ehefrau Regina die Geschicke in den Händen
Die Namensliste Schrittwieser stellt seit 1990 den Ortschef: Zuerst war es Jakob Schrittwieser, seit 2003 hat seine Ehefrau Regina die Geschicke in den Händen © Kk

In Mürzuschlag heißt der große Gewinner FPÖ

Auch in Mürzzuschlag verliert die SPÖ unter Bürgermeister Karl Rudischer, die absolute Mehrheit ist nun weg. Größter Gewinner: Die FPÖ, die mit Arnd Meißl an der Spitze fast zehn Prozent dazugewinnt. Meißl mit einer ersten Reaktion auf den Wahlerfolg:

Listen-Sieg in der Stanz

Große Freude herrscht auch in der Stanz, wo Listen-Bürgermeister Dieter Schabereiter acht Mandate und damit die absolute Mehrheit holen konnte. „Man kann mit dem Ergebnis zufrieden sein, das war auch ein geheimes Ziel von uns“, jubelt er. Die Gemeinderatswahl sei noch stärker eine Personen-Wahl, erklärt er sich den Wahlsieg: „Ich bin ein Ur-Stanzer und gehe auf die Leute zu.“

Kindberg: SPÖ baut Mehrheit aus, FPÖ hat sich verdoppelt

Die SPÖ baute in Kindberg ihre absolute Mehrheit noch um ein Mandat aus und hält jetzt 15 der 25 Sitze im Gemeinderat. Die FPÖ verdoppelt von zwei auf vier Sitze, und zwar zu Lasten der ÖVP, die zwei Sitze verliert und jetzt noch sechs Mandate hält. NEOS und KPÖ verpassten ein Einzug ins Stadtparlament. 

Rotes Herz, roter Sieg: Bürgermeister Christian Sander konnte seine Mehrheit ausbauen
Rotes Herz, roter Sieg: Bürgermeister Christian Sander konnte seine Mehrheit ausbauen © kk

SPÖ verliert in St. Barbara deutlich, ÖVP gewinnt dazu

In St. Barbara muss die SPÖ und ihr Spitzenkandidat Jochen Jance einen Verlust von 15,5 Prozent hinnehmen und verliert vier der bisher 16 Mandate und damit auch die Absolute. Die ÖVP gewinnt 13 Prozent hinzu und hält jetzt bei 29,7 Prozent und acht Mandaten, vier Mandate mehr als bisher. Die FPÖ legt um 5,4 Prozent zu und gewann ein Mandat, jetzt sind es fünf.

Stefan Hofer (SPÖ) fährt in Turnau erneut ein Rekordergebnis ein

Stefan Hofer zum Ergebnis (82,1 Prozent): „Wir sind sehr erfreut über dieses sensationelle Ergebnis. 2020 war es schon ein historisches Ergebnis, das konnten wir jetzt noch einmal um einen Prozent verbessern. Gleichzeitig ist das natürlich wieder ein Auftrag, den Turnauer Weg weiterhin konsequent voranzugehen.“

ÖVP gewinnt in St. Lorenzen dazu

In St. Lorenzen baut die ÖVP ihre Führung auf 11 Mandate (+1) aus. Nach dem Rückzug des derzeitigen Bürgermeisters Alois Doppelhofer zeichnet sich sein Vorgänger und neuer Spitzenkandidat Johann Haberl für den Wahlerfolg verantwortlich. Die SPÖ verliert indes ein Mandat und hält bei 6, FPÖ von 0 auf 2 Mandate, die Liste WIR für St. Lorenzen verliert 2 der vier Mandate, wird also halbiert.

Liste „WIR für Breitenau“ holt auf Anhieb 30 Prozent

Die neu formierte Liste „WIR für Breitenau“ trat erstmals bei einer Gemeinderatswahl, wusste aber gleich zu überzeugen. Das Team rund um Listenführer Martin Pretterhofer holt 30,2 Prozent. Die bisherige Bürgermeister-Partie ÖVP rutscht auf 39, 7 Prozent ab.

Ein großer Erfolg für die SPÖ in Pernegg

„Das ist ein Erdrutsch“, jubelt SPÖ-Spitzenkandidat Siegfried Ebner in einer ersten Stellungnahme. „Wenn man bedenkt, dass es vor eineinhalb Jahren so ausgesehen hat, dass die SPÖ vielleicht gar nicht in Pernegg antritt, ist dieses Ergebnis ein riesiger Erfolg.“ Was die Mandate betrifft dürfte man mit der regierenden ÖVP gleichgezogen haben, beide halten nun je sieben. Ein weiteres Mandat entfällt auf die Bürgerliste „Alternative Liste Pernegg“, die nun das Zünglein in der Waage spielen könnte. Ebner möchte zuerst noch das offizielle Ergebnis abwarten, dann werde man sich zuerst intern zusammensetzen. „Für uns ist alles denkbar“, meint er und schließt auch eine künftige Zusammenarbeit mit der ÖVP nicht aus.