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Der Weg vom Feld bis in die Salatschüssel

Orangetöne durchziehen teilweise Felder in der Region, Landwirt Bernhard Hirn ist einer der anbauenden Kürbisbauern im Bezirk.

© Isabella Jeitler
 

Keine Sorge, du wirst schon wissen, wenn du da bist“ verspricht der Landwirt, und genau so ist es auch. Von Weitem erkennt man: Dieses leuchtend orange Feld ist anders als die anderen in der Region.

Ein schmaler Feldweg verläuft zwischen riesigen Ackern, auf denen die unterschiedlichsten Getreidesorten angebaut werden so weit das Auge reicht, doch eines unterscheidet sich ganz deutlich von den anderen, vor allem durch seine kräftig herbstliche Farbe.

Es ist Erntezeit

Gemächlich tuckert ein riesiger Traktor auf dem Feld in St. Marein bei Knittelfeld umher und macht direkt vor mir Halt. In aller Ruhe öffnet Bernhard Hirn, Landwirt aus Kraubath, seine Fahrerkabine, und springt mit einem kräftigen Satz mitten aufs Feld. „Wie du siehst, habe ich schon angefangen, die Kürbisse zusammenzuschieben“, sagt er prompt. Er hat alle Hände voll zu tun, denn er steckt mitten in der Kürbisernte.

 

Bernhard Hirn aus Kraubath und Familie produzieren seit zehn Jahren Kürbiskernöl Foto © Isabella Jeitler

„Jetzt wird es wieder ernst, ich bin gerade dabei, alle Kürbisse mit dem Traktor in Reihen zu schieben, da in ein paar Tagen die Erntemaschine kommt“, erzählt er. Da muss dann alles schnell gehen. Er ist einer der Landwirte im Bezirk Leoben, die Kürbisse anbauen, Kernöl produzieren und verkaufen, einige davon in Kraubath.

17.000 Körner pro Hektar

Anfang Mai wird damit begonnen, den Kürbis zu säen, etwa 17.000 Körner pro Hektar. Bevor der Kürbis dann aus dem Boden sprießt, wird er mit einem Vorlaufmittel behandelt, das verhindern soll, dass lästiges Unkraut mit dem Kürbis zu wachsen beginnt. „Mitte bis Ende Juni fahre ich dann mit dem Hackgerät durch, denn ein bisserl Unkraut schafft es natürlich trotzdem, mit aus der Erde zu schießen. Dann wächst der Kürbis den Sommer über vor sich hin, bis er dann Ende September bis Anfang Oktober bereit zu ernten ist“, sagt Hirn.

Man mag kaum glauben, dass in so einem Kürbis, der in etwa einen Durchmesser von 30 Zentimeter hat, ganze 300 bis 400 Kerne versteckt sind.

Wie der Kern vom Kürbis kommt 

Wie kleine Murmeln kugeln die tausenden Kürbisse auf dem riesigen Feld umher, wenn Bernhard Hirn sie sorgfältig zusammenschiebt, damit die Erntemaschine dann ihren Rest tun kann. „Die Maschine sammelt die Kürbisse auf, schlägt den Kürbis und schreddert ihn zusammen. Innen drinnen dreht sich dann eine große Trommel, die kleine Löcher hat. Durch den Schwung werden dann die Kerne vom Kürbis getrennt. Die geschredderten Stücke vom Kürbis, also der Gatsch, fallen bei der Maschine hinten hinaus und sind somit gleich Dünger für das Feld, denn das bleibt liegen“, erklärt Hirn.

 

Die Erntemaschine sammelt Kürbisse ein und wirft die Reste hinten ab Foto © KK

Die Kürbiskerne kommen in die bereitgestellten Container am Feld, die mit einem Laster in die Südsteiermark gebracht werden, wo sie weiter verarbeitet werden. Die Kerne werden gewaschen und getrocknet. „Dann bringen wir sie zu einer Ölmühle, wo dann endgültig das Kernöl herauskommt“, so Hirn. Doch auch dafür müssen die Kerne in die Südsteiermark gebracht werden, da es in der Obersteiermark keine dementsprechenden Mühlen gibt. „In unserer Region gibt es einfach noch nicht genug Flächen, die mit Kürbissen bepflanzt werden.“

Geschützte geografische Angabe "Steirisches Kürbiskernöl"

Die weiß-grüne Banderole mit der Aufschrift „Steirisches Kürbiskernöl“ möge den meisten Leuten bekannt sein, aber: „Dabei handelt es sich um eine geschützte geografische Angabe, die eben nur gewisse Gebiete in der Steiermark, aber auch zwei Bezirke in Niederösterreich verwenden dürfen. Unsere Region zählt da leider nicht dazu.“

Laut Hirns Erfahrung sei es den meisten nicht wichtig, ob diese Banderole auf der Flasche ist, sondern einfach die Tatsache zu wissen, wo die Kürbisse angebaut werden, dessen Öl sie kaufen.

Zum Kernöl

Etwa 30 Kürbisse benötigt man für einen Liter Kürbiskernöl.

Aus einem Hektar bekommt man etwa 600 Kilo getrocknete Kerne.

In einem Kürbis sind etwa 300 bis 400 Kerne.

Aus 100 Kilo getrockneter Kernen bekommt man etwa 40 Liter Öl.

„Abnehmer kommen aus dem ganzen Bezirk, wenn eine Veranstaltung am Red Bull Ring in Spielberg ist, kommen oft Leute zu uns, die ein paar Flascherl Kernöl kaufen“, so Hirn.

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