AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Dritter KrimiKlaudia Blasl oder die, die mit Pflanzen tötet

Im Frühjahr ist Klaudia Blasls dritter Roman erschienen. Auch in „Kernölkrieg“ geht sie ihrer Leidenschaft nach: Dem Giftmord. Natürlich nur auf Papier.

Klaudia Blasl, Schriftstellerin aus Mautern
Klaudia Blasl kehrt regelmäßig nach Mautern zurück © Danila Amodeo Photography
 

Alle beschäftigen sich mit Kräutern, gehen auf Kräuterwanderungen, aber kaum jemand befasst sich mit Giftkräutern“, sagt Klaudia Blasl. Die Schriftstellern, die in Mautern aufgewachsen ist, scheut die toxischen Gewächse nicht. Im Gegenteil, sie macht quasi die Drecksarbeit für die bösen Pflänzchen. So treiben in ihrem aktuellen Roman „Kernölkrieg“ gleich zwei Mordopfer flußabwärts. Todesursache: Gift.

Das Interesse an den Giftpflanzen kam mit dem Krimi schreiben. Daraus wurde ein leidenschaftliches Interesse, das Blasl auch faktenbasiert zu Papier gebracht hat. Am 23. August erscheint ihr erstes Sachbuch „111 tödliche Pflanzen, die man kennen muss“. „Die Arbeitsweise, wenn man ein Sachbuch schreibt, ist eine völlig andere, als wenn man einen Roman schreibt“, erzählt Blasl. „Bei einem Sachbuch hat man einen genau vorgegeben Rahmen sowie einen Plan, und die unterschiedlichen Teile müssen ähnliche Längen haben.“ Da falle die eine oder andere Pointe schon einmal dem Kürzen des Textes zum Opfer.

Von Touristen heimgesucht

Arbeitet Blasl aber an einem ihrer Krimis – bislang hat sie derer drei geschrieben – stehen bei ihr am Anfang die Figuren. Die Geschichte, die Handlung entstehen erst im Schreiben. „Deswegen kann ich mir keine langen Pausen erlauben, wenn ich einen Roman schreibe. Ich weiß am Anfang nicht, wie sich die Geschichte entwickeln wird“, erklärt Blasl. So schafft sie es tatsächlich, einen Krimi in fünf Wochen niederzuschreiben.
Alle drei ihrer Krimis sind wortgewaltig und sezieren mit feiner Klinge die Auswirkungen des Tourismus auf ländliche Gemeinschaften. Verankert sind alle von Blasls Krimis im Damischtal. Angesiedelt ist dieses von Touristen besuchte - um nicht zu schreiben: heimgesuchte - Tal in der südwestlichen Steiermark. Und natürlich frei erfunden. Jegliche Überschneidungen mit bekannten Orten oder Menschen sind ebenso purer Zufall.

Zur Person

Die Schrifstellerin ist in Mautern aufgewachsen und in Leoben zur Schule gegangen. Mittlerweile lebt und schreibt sie im Südburgenland.

Lesung in Leoben: Seit 2015 hat sie drei Krimiromane veröffentlicht, ihren aktuellesten, „Kernölkrieg“, wird sie bei einer Lesung am 18. August um 9 Uhr in „Die Stube“, Franz-Josef-Straße 11, 8700 Leoben.

Wieso ist eigentlich nicht die Obersteiermark Schauplatz der Blutrünstigkeiten? „Weil mir die Region zu nahe ist, da ich in Mautern aufgewachsen und in Leoben zur Schule gegangen bin. Da wollte ich etwas Abstand haben.“ Abstand hat sie auch nach dem Studium der Germanistik und Romanistik in Graz gesucht und einige Jahre in Turin gelebt.

Zurückkehren nach Mautern

Aktuell hat es sie ins Südburgenland verschlagen, wo sie mit ihrem Mann lebt. Und schreibt. Am liebsten in der Früh oder in der Nacht. Und immer am selben Ort. „Ich bin sehr empfindlich, was Veränderung angeht. Ich brauche beim Arbeiten dieselbe Umgebung und immer Ruhe. Weil ich lasse mich sehr schnell ablenken.“ Nach Mautern kehrt sie immer wieder gern und regelmäßig zurück. Immer noch besitzt sie eine Wohnung hier. Vor allem die Schwammerl aus den Wäldern der Umgebung schätzt die kulinarische Genießerin. Und unter Pilzen gibt es ja bekanntlich auch giftige Exemplare.

Kommentieren