Über mehrere Tage hinweg kontaktierten Betrüger eine 92-jährige Seniorin aus dem Bezirk Leoben telefonisch. Dabei gaben sich die Anrufer als „Polizisten“ aus und behaupteten, es gebe Unregelmäßigkeiten auf dem Bankkonto der Frau – Falschgeld sei im Umlauf. Die Frau solle daher ihr Geld abheben und den angeblichen Kriminalbeamten zur Überprüfung geben. Hinterlistig: Der Frau wurde eingeschärft, es handle sich um eine geheime Operation – sie dürfe niemandem von den Telefonaten erzählen. Die Frau vertraute sich schließlich aber letzten Mittwoch (22. Oktober) einem Bekannten an. Der schöpfte Verdacht, man erstattete Anzeige.
Die Polizei leitete daraufhin sofort Ermittlungen ein. Die 92-Jährige brach den Kontakt mit den Verdächtigen nicht ab, sondern spielte überzeugend vor, die Anweisungen der „Polizisten“ zu befolgen. Die echte Polizei hörte mit.
Bei Geldübergabe festgenommen
Donnerstagmittag brach einer der Tatverdächtigen zu seinem „Opfer“ auf. Der vermeintliche Polizist wollte das Geld der Frau abholen und es „prüfen.“ Statt Bargeld entgegenzunehmen, nahmen ihn Polizisten fest. Auch zwei weitere Personen, die in der Nähe parkten, um den „Polizisten“ abzuholen, wurde von Einsatzkräften festgenommen.
Die drei Tatverdächtigen – ein türkischer und zwei österreichische Staatsbürger (zwischen 30 und 33 Jahre) – wurden einvernommen, sie zeigten sich teilweise geständig. Dann brachte man das Trio in die Justizanstalt Leoben. Die weiteren Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt Steiermark geführt.