AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Keine Mordanklage für Amokfahrer

"Die Staatsanwaltschaft konnte ja gar nicht anders"

Morgen startet der Amok-Prozess: Heimo Lambauer, früher Leiter der Anklagebehörde, über Unterbringung statt einer Verurteilung zu einer Strafe, Rache, Recht und Gerechtigkeit.

Jetzt weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Ihr Testabo beinhaltet:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Zugriff auf die Smartphone App
  • Test endet automatisch nach 4 Wochen
Heimo Lambauer war Chef der Anklagebehörde in Graz © Ballguide
 

Herr Dr. Lambauer, anstatt einer Anklage gegen den Grazer Amokfahrer Alen R. gibt es einen Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, über den ab morgen verhandelt wird. Glauben Sie, dass die Menschen das verstehen?
LAMBAUER: Das ist sicher schwer zu verstehen, dass jemand töten wollte, also einen Mordvorsatz hatte, aber aufgrund seiner Krankheit nicht anders konnte.
Die Staatsanwaltschaft muss von der Beweislage ausgehen und von einer großen Wahrscheinlichkeit, was Tat und Zurechnungsfähigkeit angeht. Für den Unterbringungsantrag gibt es drei Voraussetzungen: dass der Vorsatz vorhanden war, dass der Täter aber mit großer Wahrscheinlichkeit zurechnungsunfähig war und dass er gefährlich ist. Laut Gutachten spricht mehr für die Zurechnungsunfähigkeit, also konnte die Staatsanwaltschaft gar nicht anders, als den Antrag auf Unterbringung zu stellen – auch wenn das manche nicht wahrhaben wollen.