"Ich habe mich immer reingehaut, als Investmentbanker, bei meinen Immoprojekten oder jetzt hier", unterstreicht Oswald Held, während er durch die neuen Geschäftsräume in der Strauchergasse 8 führt. Der 62-Jährige, der Grazern auch als Gründer des Univiertellokals Kottulinsky ein Begriff ist, hat gestern sein neues "Baby" präsentiert: Van den Berg Gewürze.

"Im Gebäude war einmal ein Bordell untergebracht, ein Hotel, zuletzt eine Tischlerei. Das Haus hat eine ziemlich bunte Geschichte", erzählt Held. Dem hat er nun einen g’schmackigen Aspekt hinzugefügt. Unter den Gewürzen, die er vor Ort verkauft, sind wahre Raritäten: "Bei uns bekommt man zum Beispiel fermentierten Kampot-Pfeffer oder Aji charapita", erzählt der Hausherr. Die Urchili mit dem unaussprechlichen Namen wird von einem Geschäftspartner im Südburgenland kultiviert und dient als Zutat für die Herstellung eines ganz besonderen Salzes.

Nach dem Onlineshop das Geschäft

Warum Held gerade auf Gewürze so "scharf" ist, ist mit wenigen Schlagworten schnell umrissen: familiäre Wurzeln in Indonesien, holländische Seefahrer unter den Vorfahren, kurz: Kreuzkümmel, Kardamom und Co als Teil der Familiengeschichte. Von der anfänglichen Kooperation mit Gewürzguru Manfred van den Berg blieb der Name des Unternehmens, geschäftlich gehen beide aber mittlerweile getrennte Wege.

Online kann man im Gewürzparadies schon seit rund drei Jahren einkaufen. "Nachdem das gut angekommen ist, haben wir jetzt auch einen analogen Flagship-Store hochgezogen", erklärt Held.
Der macht optisch einiges her, hat man den unscheinbaren Durchgang in den Hof im Bezirk Lend einmal gefunden. Für die Adaptierung der Räume hat sich der Hausherr Mark Jenewein vom Architekturbüro Love an Bord geholt. Coole Schlichtheit kombiniert mit ungewöhnlichen Ideen ist das Ergebnis.

Zu entdecken gibt es den Verkaufsraum, die Verkostungsbar im 1. Stock und den Gewölbekeller. Dort im Fokus: Hochprozentiges. Erzeugt werden die Spirituosen von einer der meistprämierten Destillerien der letzten Jahre: der "Distillery Krauss" in St. Martin im Sulmtal.