Radwege und BusspurJetzt liegen die Details zum "Joanneumring neu" am Tisch

Die Planungen für den neuen Joanneumring sind fertig und werden morgen der Politik vorgelegt. Bis zur Umsetzung dauert es aber noch.

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Joanneumring
Radfahren am Joanneumring? Derzeit nur etwas für "Mutige". Das soll sich aber ändern © Gerald Winter-Pölsler
 

Das war wirklich harter Asphalt, der hier gebohrt werden musste. Seit mehr als einem Jahrzehnt ringt die Stadtpolitik um eine Lösung für den Joanneumring, eine, die diese zentrale Verkehrsachse auch für Radfahrer öffnet. Jetzt liegt die Verkehrsplanung für den Abschnitt Eisernes Tor bis Raubergasse fertig vor, Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) bringt sie morgen als Infobericht in den letzten Verkehrsausschuss vor der Wahl.

Die Pläne für alle Verkehrsteilnehmer im Detail:

Für Fußgänger bleiben die breiten Gehsteige erhalten

Die Gehsteige bleiben in voller Breite erhalten, sprich: Für Fußgänger ändert sich durch den Umbau nichts. Das passt ganz in die Philosophie der Radoffensive, in der der neue Joanneumring Teil des Innenstadtringes ist: mehr Platz fürs Rad, ohne Fußgänger oder ÖV zu kannibalisieren. Für die historischen Vitrinen wird ein neuer Platz gesucht.

Radfahrer bekommen endlich eine eigene Spur am Ring

Radfahrer sind die größten Profiteure durch die Neuordnung. Bisher sind sie ja trotz der beachtlichen Straßenbreite dort schlicht nicht vorgesehen. Künftig wird der Radweg auf der Südseite verlaufen – rechts der Bäume stadteinwärts, auf der anderen Seite stadtauswärts. Damit docken die Planer an den bestehenden Radweg vom Opernring an. Und: Anstatt über den großen Radetzkyspitz zu fahren, biegen die Radler in die Raubergasse ein – und bekommen dort ebenfalls eine eigene Spur.

Dort enden dann die Detailplanungen, laut Radoffensive führt die weitere Route dann über die Kalchberggasse zur Mur und über einen neuen Mursteg zum Nikolaiplatz. Ob das so kommt, ist noch offen. Es hängt an der finalen Verkehrsführung für die Tramlinie 8 über den Griesplatz.

Öffi-Fahrer bekommen eine eigene Busspur

Auch die Busse bekommen in der vorliegenden Planung mehr Platz – nämlich den ganzen Ring entlang eine eigene Busspur.

Für Autofahrer gehen Parkplätze und eine Fahrspur verloren

44 Parkplätze gehen für die Radwege verloren, eine Fahrspur für die Busspur und Autofahrer können nicht mehr in die Raubergasse einbiegen. Den Pkw bleiben aber weiter zwei Fahrspuren.

Insgesamt wird laut Verkehrsplanung die Leistungsfähigkeit der Straße massiv erhöht. Bis zur Fertigstellung dauert es aber: Die Bauarbeiten werden an die Straßenbahn durch die Neutorgasse gekoppelt – Umsetzung 2023/24.

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Danke für Ihr Verständnis.

LaoQui
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Also: zurück zum Anfang!

Die Kommentare bestätigen leider meine Befürchtungen. Ich war nur der naiven Meinung, dass die Verkehrsplanung auch schon "Initiativen aus dem Volk" eingebunden hat. Jetzt muss wohl neu geplant und die hier aufgeworfenen Fragen und gestellten Forderungen sorgsam geprüft werden.

Moveit
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Halblösung!!

Dieser Zickzack-Kurs hat nichts mit einer Hauptradroute zu tun! Der Radweg sollte entlang des Joanneumrings bis zum Radetzkyspitz und von dort über die Neutorgasse einerseits und die Radetzkystraße andererseits weiter verlaufen. Das ganze auf einem Niveau wie in der Wickenburggasse (3,5 bis 4 Meter breit und vom Fußverkehr getrennt). Alles andere ist keine Hauptradroute, sondern wieder nur ein fauler Kompromiss, zumal in der Kalchberggasse offenbar keinerlei bauliche Maßnahmen geplant sind. Durchfahren darf man dort jetzt auch, aber es ist halt kein Radweg, sondern eine ganz normale Nebenstraße.

LaoQui
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Ohne nähere Erläuterungen nicht zu bewerten!

Kühne Planung mit einem "Haken": Wollte man nur in die Kalchberggasse , dann wäre der Radweg am Joanneumring nicht nötig., man könnte schon am Eisernen Tor queren und würde die Verbindung a) Richtung Kai (nach Norden!) und b) über den geplanten Fahrradsteg und den Nikolaiplatz der Griesplatz erreichen. Aber, wenn c) die bestehende Radroute über die Keesgasse und die Zimmerplatzgasse, und d) auch die Schönaugasse erreicht werden sollen, dann ist die Führung über den Ring logischer. Wenn man aber die FUZO in der Stubenberggasse nicht berühren will (auch wenn es zu einer solchen Zone in der Kaiserfeldgasse kommt?), dann wäre das ein Argument! Ist die Umlegung des Radweges von der Schmiedgasse in die Raubergasse auch schon fix?
Derartige Überlegungen bleiben aber unausgesprochen. Und der Nachsatz: "ob das so kommt, ist noch offen" ist nicht gerade vertrauenserweckend. Auch der Blick in das Konzept der "Radweg-Offensive" nützt wenig. Die schon mehrfach angedachte Radweg-Umfahrung des Augartens im Osten fehlt in den aufliegenden Konzepten ebenfalls. Also, bitte: integrierte Gesamtplanung auf den Tisch und mehr Erklärungen über die geplanten Routen, sonst bleibt das ein nicht bewertbares Stückwerk!

Moveit
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Die Kalchberggasse beginnt erst bei der Raubergasse...

...oder soll die "Hauptradroute durch die Fuzo (Stubenberggasse) und das Amtsgebäude verlaufen? Auch in der Kaiserfeldgasse ist eine Fuzo geplant. Radeln in der Fuzo ist für alle Beteiligen eine Zumutung. Siehe Schmiedgasse.

stefstef
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Richtig,

ohne zusätzliche Informationen ist das schwer zu bewerten. Aktuell sehe ich halt wenige Vorteile zur Route Kaiserfeldgasse Eisernes Tor.

Wo soll der Augarten im Osten umfahren werden? Das können sie auch schon jetzt über die Schießstatt, Pestalozzi und Neuholdau.

Meinen sie im Westen am rechten Murufer?

stprei
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Raubergasse

Die Lösung mit der Raubergasse scheint suboptimal. Entlang der Radetzkystraße wäre ja bis zur Brücke mit dem Parkstreifen mehr als genug Platz. Warum man Südseitig ansetzt kann ich mir nur mit dem Radweg Opernring erklären. Gerade zur Erschließung der Innenstadt wäre die Nordseite deutlich besser gewesen, da dort auch keine Straßenbahngeleise verlaufen (vom Umkehrplatz am Spitz). Und der Block Wielandgasse - Pestalozzigasse - Augarten bleibt weiterhin nicht erschlossen, außer man fährt über die Keesgasse sowie die Ampel in der Wielandgasse mit der Schikane davor.

Die Busspur (die auch für Radfahrer zu öffen gewesen wäre) ist eher unnütz, zumal der Opern- und Joanneumring für den Busverkehr in Graz von eingeschränkter Bedeutung ist. Wichtiger wäre da der Glacis und die Josef-Huber-Gasse.

Aber Kahr beweist bei jedem einzelnen Projekt erneut, dass sie inhaltlich und fachlich total daneben ist und nichts zusammenbringt.

LaoQui
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Geht es nicht auch ohne Untergriffe?

Ohne diese wären Ihre Hinweise hilfreicher. Man kann Ihre Argumente ja auch leicht entkräften: Seit mehr als 18 Jahren hat Nagl gar nichts zustande gebracht! Wie sagt der Volksmund: "Mit vollen Hosen ist leicht stinken!".

stprei
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Performance

Die Performance ist aber leider schlecht:
Lendplatz halbherzig
Alte Poststraße halbherzig
Joanneumring halbherzig
Entflechtung Innenstadt West: Angekündigt für Frühjahr 2021, noch immer nicht da
Radständer sind weiter überfüllt, die Schmiedgasse ist ein Chaos
eine Öffi-Strategie fehlt
Die Randbezirke werden einfach vergessen oder sind lückenhaft und Richtung Norden gibts einfach gar nichts

Es fehlt ein Gesamtbild, stattdessen gibt es viele halbherzige Einzelmaßnahmen, die versuchen nur ja nirgends anzuecken.

Moveit
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Das ist so schon alles richtig...

...man darf dabei aber nicht vergessen, dass ÖVP und FPÖ das Verkehrsressort ganz bewusst in die Opposition ausgelagert haben, um Elke Kahr dann bei jeder Gelegenheit zu überstimmen. Gerade beim Lendplatz hat sie sich die Zähne an Schwarz-Blau ausgebissen. Und leider hat sie auch nicht verstanden, dass man engstirnigen Beamten als Stadträtin eine Weisung geben darf, damit diese ein Projekt wie politisch gewünscht umsetzen. Der Pfusch in der Alten Poststraße ist mit Sicherheit dem Straßenamt zu "verdanken".

duesenwerni
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War ja seinerzeit mit dem Geh-/Radweg/Gasthausausgang beim

Schanzelwirt genau das selbe. Wenn krampfhaft versucht wird,, auf dem vorhandenen Gehsteig einen kombinierten Geh- und Radweg, taktile Leitlinien sowie die notwendige Infrastruktur (Masten, Ampeln) unterzubringen, anstatt den Fußgängern und Radfahrern den erforderlichen Raum auch auf Kosten des Fahrzeugverkehrs einzuräumen, kommt vorhersehbar so ein Pfusch heraus.

stefstef
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Zusätzliche Ampel?

Ich lasse mich gerne positiv überraschen, aber die hier beschriebene Streckenführung macht für mich wenig Sinn.

Da bin ich über die Schmiedgasse und die Kaiserfeldgasse besser dran. Dann könnte der neue Radweg am Ring auch deutlich kürzer ausfallen und die Infrastruktur an der Radetzkybrücke gibt es schon. Da bräuchte es keinen neuen Steg.

Geht es hier nur darum, dass die Autos weiter in der Kaiserfeldgasse und Schmiedgasse fahren dürfen? Is damit die FuZo in der Kaiserfeldgasse gestorben?

Moveit
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Eben nicht...

...gerade WEIL in der Kaiserfeldgasse eine FuZo kommen soll, wollte man dort nicht die Radroute hineinlegen. Die Kalberggasse war eine naheliegende "Lösung", ist aber letztlich nur ein weiterer Kompromiss. Logisch wäre, den Radweg entlang der Hauptverkehrsroute bis zum Griesplatz zu führen. Nachdem die Südwestlinie ohnehin woanders fahren wird, sollte das platzmäßig kein Problem sein, immerhin gibt es durchgehend mindestens 3 Spuren.

stefstef
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masterplan

Gut ich kenne den geheimen Masterplan der Stadt nicht, aber das mit der FuZo ist natürlich eine Erklärung.

Ja ein ordentlicher Radweg über den Griesplatz und die Josef-Huber-Gasse wäre natürlich sehr fein, aber wohl eher unrealistisch. Da bräuchte es vermutlich eine große Einbahnlösung und teilweise unterirdische Straßenführungen am Griesplatz.

gickigacki
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halbert?

Hoffentlich wird das nicht wieder so eine halberte Geschichte wie die Umgestaltung des Lendplatzes unter Frau Kahr...wo die Autos immer noch über die gelbe Bemalung düsen wie es ihnen gefällt.

duesenwerni
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Anstatt über den großen Radetzkyspitz zu fahren, biegen die

... Radler in die Raubergasse ein ...
Das kann ja lustig werden, von dem auf der Südseite bzw. links der zwei PKW-Fahrspuren gelegenen Radstreifen quer über 2 PKW und eine Busspur nach rechts in die Raubergasse einbiegen.
Und ich dachte mir, der Fasching sei schon vorüber :-(
Ohne eigene ampelgesicherte Radfahrerüberfahrt wird das wohl kaum funktionieren. Nachteil - die grandiose Verkehrsplanung produziert damit auf den 170 Metern zwischen Schmiedgasse und Neutorgasse drei (!) Ampeln und entsprechenden Rückstau.
Wo da die gepriesene "massive Erhöhung der Leistungsfähigkeit" der Straße liegen soll, erschließt sich mir nicht.

Moveit
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Eine Ampel muss dort sowieso kommen...

...denn ungeregelte Radüberfahrten über (mehrspurige) Vorrangstraßen widersprechen der RVS. Es ist halt wieder einmal eine Grazer Halblösung. Für einen ordentlichen Ring-Radweg fehlen Mut und Interesse. Schade.