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Grazer U-Bahn-DebatteJetzt ist die Mini-Metro wirklich auf der Rüttelstrecke gelandet

Die Politik soll nun die Experten in Ruhe an der Prüfung aller Verkehrsvisionen arbeiten lassen und dann mit aller Kraft an der Realisierung des besten Projekts arbeiten.

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Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) legt ein Expertenpapier vor, dass der Vision Mini-Metro auf der „Rüttelstrecke“ gröbere Erschütterungen beschert. Ja, hört man dem renommierten Experten Willi Hüsler zu, fällt es schwer, das U-Bahn-Kreuz als der Weisheit letzten Schluss zu sehen. Er ortet große Erschließungslücken, äußert Bedenken wegen der Haltestellen, die die Grazer nur in einem Umkreis von 600 Metern bedienen - was eine große Hürde für die Passagiere bedeutet.

Kommentare (14)
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ebox
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Visionen für's Stimmvieh

Wer glaubt das dieses Phantasiehirngespinst von Nagl jemals gebaut wird, der glaubt auch das Eustacchio nichts mit den Identitären zu tun haben möchte!
Aber bis zum Wahltag werden die Grazer damit eingelullt mit dieser schönen neuen Öffi Welt, it’s magic!
Nach dem Wahltag mit Nagl’s Wahlsieg werden sicher zig Gründe gefunden warum dann doch nicht so einfach gebaut werden kann, sei es wg.
Finanzierungsproblemen nach der Seuchenbewältigung (Wirtschaft braucht Konjunkturpaket!), der Bund unterstützt weniger wie zugesagt,
Bürgerinitiativen die fordern das Geld besser anzulegen (Strassenbahnausbau, Radwegeautobahnen, etc.), Anrainerprotesten wg. Baulärm/Dreck, usw. usw.
Aber was soll’s, bis zur definitiven Schubladisierung werden sich noch viele Gscheitbären im Dunstkreis der Politik eine goldene Nase verdienen.......
Ist dann auch ein Post Corona Krisenbewältigungskonjunkturpaket!

LaoQui
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Nur S-Bahn und Tram?

Was mir bei diesen Diskussionen schon sehr abgeht: Das Grazer Öffi-Netz wird auch von vielen Bus-Linien aufrecht erhalten, die auch teilweise über die Stadtgrenzen hinausfahren. Diese Dieselbusse müssten dringend ersetzt werden, um den Stadtverkehr umweltfreundlicher zu gestalten. Wer auf batteriegetriebene E-Busse oder gar Wasserstoff setzt, ist auf dem Holzweg. Diese Technologien sind noch lange nicht serienreif. Und seltsam: die Stadt Graz weigert sich beharrlich, die Variante von O-Bus-Linien zu diskutieren, obwohl sie auf technologisch neuestem Stand sind, max. 12 % einer neuen Tramlinie kosten und viel flexibler sind . So könnten sie z. B. leicht 10 km weit ohne Oberleitung (mit während der Fahrt aufgeladener Batterie) ins Umland weitergeführt werden. Ihre geringere Kapazität kann man durch verkürzten Takt bei Stosszeiten ausgleichen. Parkplätze am Stadtrand sind sicher nur in Ausnahmsfällen eine gute Lösung.

Moveit
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Und Sie weigern sich beharrlich, die Tatsache anzuerkennen, dass ein O-Bus keine Alternative zum Schienenverkehr ist

Dass der Grund dafür die geringere Leistungsfähigkeit ist, haben Sie ja mittlerweile verstanden. Der Lösungsansatz erscheint aber fragwürdig: dichtere Intervalle - die Grazer Straßenbahnlinien fahren derzeit in Intervallen von 4-6 Minuten pro Linie in der Frühspitze und von 5-10 Minuten tagsüber. Weitere Verdichtungen sind in Planung. Mit Bussen müssten diese Intervalle noch einmal halbiert werden. Das bedeutet: doppelt soviele Fahrzeuge, doppelt soviel Personal und irgendwann auch zu wenig Platz auf den Straßen. Ob O-Busse irgendwann einmal klassische Dieselbusse in Graz wieder ablösen, das bleibt abzuwarten. In keinem Fall ist der O-Bus aber eine Alternative zu den geplanten Tramstrecken, wo Hüsler bis zu 55.000 Fahrgäste pro Tag berechnet hat. Daher sabotiert die sinnlose Diskussion über O-Busse nur den wichtigen Tramausbau (gilt natürlich analog für diverse Gondel- und Metro-Ideen).

melahide
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Die Mini-Metro

ist hinausgeworfenes Geld für ein Projekt, das e nur Personen bedient, die bereits öffentlich gut angeschlossen sind. Da fahren ja jetzt schon Straßenbahnen usw. Der "Job" der Grazer Politik wäre jetzt nicht von "Mini Metro" und "Murgondel" zu träumen. Was getan werden müsste ist klar:
- Ausbau von Radwege und Verbreiterung der bestehenden Radwegen
- Pflanzung von tausenden Bäumen im Stadtgebiet (Luft/Schatten)
- Endlich autofreie Zonen in der Stadt einrichten
- Große Parkplätze am Stadtrand und GUTER Anschlussmöglichkeit mit Rad/Öffi/Zug
- Öffiausbau zu den Umlandgemeinden mit S-Bahn und Tram

stprei
22
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Tunnel

Als ob der S-Bahn Tunnel unter Graz anders zu beurteilen wäre.
Zudem ist die Metro ja kein Ersatz der Straßenbahn sondern eine Ergänzung.

Der Autrag an Hüssler durch die KPÖ war ja von schon vor Beginn klar: Bim statt Metro.

Es ist halt Wahlkampf und jede Fraktion mobilisiert ihre Anhänger, entweder mit Pro oder Contra.

Die Medien werden gefordert sein, hier Fakten von Wahlkampfgetöse zu trennen und auch die persönlichen Vorstellungen und Neigungen hintanzustellen.

PS: Die Argumentation, die Ubahn würde durch die Baustelle massive Einschränkungen im Verkehr bringen: Auch eine Straßenbahnhaltestelle ist als oberirdische Baustelle eine massive Einschränkung. Ich rufe da die Artikel zu "Eggenberg" (hust, Lend) in Erinnerung.

Moveit
1
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Da liegen Sie falsch

Die Metro-Studie von MUM, nachzulesen auf der Website der Holding Graz, erklärt ganz offen und unverblümt, dass eine Doppelbedienung von Metro und Straßenbahn in Graz nicht sinnvoll ist. Das betrifft sowohl bestehende Strecken (zB Linie 1 zum UKH), die beim Bau der Metro eigenstellt würden, als auch neu geplante Projekte wie die Südwest- und Nordwestlinien, die sich fast 1:1 mit der Metrolinie M2 decken. Solange also diese Metro geplant wird, liegt der weitere Tramausbau auf Eis. Und selbst wenn Nagls optimistischer Zeitplan, den ersten Abschnitt der Metro im Jahr 2030 in Betrieb zu nehmen, halten würde, beduetet das im Klartext: weitere 9 Jahre keine wesentlichen Verbesserungen beim ÖV-Angebot in unserer wachsenden Stadt. Wünschenswert? Wohl kaum!

SagServus
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Der Autrag an Hüssler durch die KPÖ war ja von schon vor Beginn klar: Bim statt Metro.

Und der Auftrrag von Nagl war genau was? Neutral?

stprei
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Wahlkampf

Nein, auch das Gutachten der Holding wird nicht "neutral" sein.

Ich plädiere nur dafür, immer mitzudenken, dass die UBahn von den jeweiligen Parteien als Mobilisierungs-Instrument für den Wahlkampf genutzt wird und die Berichterstattung hier einen Ticken mehr auf dieses Faktum eingehen sollte.

Wirklich gut kann diese Debatte erst dann geführt werden, wenn das Experten-Gremium mit seiner Stellungnahme fertig ist.

Ich sag nur: Diese Zukunftsentscheidung sollte nicht am Altar des Wahlkampfs in einer hochemotionalisierten "Wähl-mich-weil"-Stimmung geopfert werden, sondern ordentlich reflektiert und geprüft erfolgen.

LaoQui
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Zu durchschaubar!

Sie wittern politische Spielchen (Hüsler macht, was Kahr vorgibt), argumentieren aber selbst als nicht einmal besonders geschickt getarnter Parteisoldat.

stprei
1
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O

Es ist nichts anderes als Wahlkampfgeplänkel.

PS: Kein Verkehrsexperte denkt über den O-Bus nach, weil der ein Konzept ist, das aus der Zeit gefallen ist und in einer modernen (Groß)stadt nicht leistungsfähig ist.

Sam125
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wenn die Grazer Städteplaner,statt eine Mini-U- Bahn zu bauen,endlich

auch die stark wachsenden Umlandgemeinden mit einem vernünftigen Verkehrskonzept miteinbeziehen würden und ein Straßenbahnnetz rund um die Stadt errichten würden und das natürlich mit Umsteigmöglichkeiten und Parkmöglickeiten für Einpendler in die Stadt,denn Graz
wächst und mit den 3,33 MILLIARDEN EURO,die die geplante Mini U Bahn mit geradeinmal 25 km Streckenlänge kosten würde,könnte man die ja schon fast mit Graz zusammengewachsen Umlandgemeinden,wo sich bekanntlich in letzter Zeit viele Grazer angesiedelt haben mit einem vernünftigen Straßenbahn- Konzept miteinbeziehen!Damit auch für das stark wachsende Umland und die dafür benötigte Infrastruktur,schon für die Zukunft ausgerichtet wäre,denn die Grazer sind in die UMLANDGEMEINDEN gezogen und sind so auch noch zu EINPENDLER in die Stadt geworden!Und noch was,in Innsbruck fahren die Straßenbahnen bis in die Hochtäler hinauf und warum sollte das bei uns nicht auch gehen?!

stprei
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Umland

Das Straßenbahnkonzept von Hüssler und der KPÖ ignoriert das Umland, weil kein einziger Straßenbahn-Meter in die Nähe der Stadtgrenze reicht.

Dafür gibt es die S-Bahn, die auch in der U-Bahn-Variante mit zentralen Umsteigeknoten eingebunden wird.

Und ob der S-Bahn-Tunnel so viel besser oder billiger ist (für einen Lückenschluss zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof) mit einer Schleife über Uni-LKH, das kann auch keiner sagen.

Das Konzept ist reines Wahlkampfgeplänkel, sonst nix.

MMK2014
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Noch geht kein Meter Straßenbahngleis nach GU, ABER:

Das kann sich ändern: Würde man die 3,3 Milliarden, die die unnötige Minimetro kosten würde, in den Straßenbahnausbau stecken, dann könnte man zB eine Straßenbahn von Hausmannstätten/Fernitz bis nach Gratkorn bauen und hätte trotzdem noch 3 Milliarden Euro für andere Projekte! Auch könnte man Seiersberg oder Feldkirchen mit der Straßenbahn anbinden.

Man wäre also um einiges weiter im Umland und sinnvoller, als die Metro. Die wird zwar als „steiermarkweites“ Projekt angepriesen, endet aber meist jeweils ca 5 km innerhalb der Stadtgrenze.

menatwork
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MiniMiniMetro wird eine PR-Kopfgeburt bleiben

denn so ist diese Idee ja auch entstanden - als Luftblase, die mit Getöse aufgeblasen wurde um vom schwarz-türkis-blauen Stillstand abzulenken.

Nüchtern muss man nach 12 Jahren BM Nagl feststellen: außer aufgeblasenen Visionen ist da nichts gewesen - dafür wurden wichtige Weichenstellungen verzögert bzw sind unterblieben und die Stadtentwicklung wurde grosso modo dem Gutdünken von Investoren überlassen.

Stadt- und Umlandbewohner brauchen dringendst Lösungen für den Pendlerverkehr, dringendst eine Anpassung der Radinfrastruktur an den gestiegenen Bedarf, eine Mini-Metro parallel und in Konkurrenz zu den gut funktionierenden Straßenbahnlinien braucht außer den Proponenten eigentlich niemand.