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Verkehrswende durch Corona-KriseWie es sein könnte, wäre nicht alles dem Auto untergeordnet

Graz war schon einmal echter Vorreiter in Sachen Verkehrswende. Dort muss die Stadt wieder hin. Andere europäische Städte machen es vor: Die Wege der Zukunft entstehen im Gehen und Radfahren.

 

Die Wochen der Ausgangsbeschränkungen hat sich keiner gewünscht. Und doch haben viele auch erleichtert durchgeatmet. Keine Hektik, keine Verkehrsflut. Man hörte Vögel singen, die Luftgüte verbesserte sich schlagartig. Stimmt, eine Stadt ist kein Kurort. Sie lebt von der
Betriebsamkeit. Kaufleute, Wirte brauchen Frequenz, die Betriebsamkeit, die wir verursachen und genießen.

Kommentare (11)

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jahcity
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Graz und

Veränderungen.... der ist Gut!

ami666
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Innenstadt

Was macht einBMW X 6Allrad , Porsche SUV 450ps und andere Dieselmotor mit 8 Zylinder Inder Innenstadt oder Parkplätzen.....Haben wir hier so steiles Gelände oder???......

stprei
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Anrainer

Auch hier der Hinweis:

Wenn man sagt "Autoverkehr zurückdrängen" und meint, man muss Parkplätze streichen, wird das nicht die oftmals gechassten Pendler treffen, sondern die Anrainer in den alten Wohngebieten, die noch keine Tiefgaragen in ihren Häusern integriert haben.

Das wäre auch ganz einfach, das durchzusetzen, das braucht nur politischen Mut und eine wirklich dicke Haut. Weil kaum fallen die Parkplätze weg, sind sie da, die wütenden Anrainer, die nicht auf das oder die Autos verzichten können, die Redakteure, die jeden Protest gegen die "Oberen" gerne aufgreifen, die Opposition, die dem politischen Akteur Misswirtschaft, Willkür und wohl schlichte Dummheit vorwerfen werden.

Ich denke hier an Lessingstraße, Technikerstraße, Schießstattgasse, Brockmanngasse oder auf der anderen Murseite an die Viertel rund um das Orpheum oder die Arbeiterkammer. Streicht man dort eine Seite Parkplätze, wären das tolle Radwege, Bewegungsflächen und ähnliches. Aber dann fallen auch 50% der Anrainer um einen Parkplatz in Hausnähe um.

Kann man machen, aber man muss mit den Kosequenzen leben. Und das ist hart, wenns einen selbst und nicht die anderen trifft.

Strassenbahnausbau
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Rechtlich gibt es die Möglichkeit von Anrainer-Parkzonen

Mir ist aber aufgefallen, dass viele Parkspuren während der Ausgangsbeschränkungen leer waren. Diese werden also nicht von den Anrainern genutzt, sondern von auswärtigen Personen.

So oder so ist eine gerechtere Verteilung des öffentlichen Raums längst überfällig. Die Beorzugung des Autos bei der Platzverteilung entbehrt jeder vernünftigen Grundlage.

stprei
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Interessant

Interessant wäre auch, was am Kaiser-Franz-Josef-Kai los ist: Die linke Abbiegespur ist mit einer Sperrlinie und orangen Fahrrad-Symbolen bemalt.
Wurde hier ein "Pop-up-Radweg" errichtet?

gergrub
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etwas naiv...

erstens war das öffentliche Leben generell sehr reduziert (ist es noch) und das Wetter ist außergewöhnlich schön zur Zeit. Zweitens wächst Graz um 1% pro Jahr, das ist ein enormer Zuwachs, der für noch viel mehr Probleme sorgen wird, eine Rückkehr ins Biedermeier wird uns da nix helfen....

checker43
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Weniger

bauen, dann können auch weniger kommen. Wachstum ist keine unabwendbare Naturkatastrophe.

Strassenbahnausbau
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Warum ist die Schaffung von mehr Flächen für's Gehen und Radeln...

...eine Rückkehr ins Biedermeier? Sie tun ja so, als gäbe es keine andere Möglichkeit der Fortbewegung, als sich ins Auto zu setzen. Wenn das Radfahren bequemer und sicherer wäre, würden sicher noch mehr Menschen umsteigen (aktuell werden knapp 20 Prozent der Wege in Graz mit dem Rad gefahren).

Ifrogmi
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Eggenberg 1990:

4 fleischereien, 2 greisler, 4 trafiken, 2 fotohändler, 1 tierhandlung, 1 strickfachgeschäft, 1 schuhgeschäft, 1 radgeschäft, 1 autowerkstatt, 3 cafehäuser, 1 tischler, ein elektriker, mehrere gasthäuser, 2 friseure, usw., alles in einem radius von nicht einmal 300m.
eggenberg 2020 im selben gebiet:
1 kebap, 1 pizza, 2 trafiken, 1 schuh und schlüssel, 2 handyshops, 2 trafiken, 1 sportwetten und ein paar kleine, ähnliche unternehmen.
alles andere: WEG!
daher braucht man ein auto.

rouge
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Autostadt

Nagl ist das Gegenteil von Edegger. Die Stadtregierung hat noch immer nicht erkannt, dass man den Individualverkehr zurückdrängen muss, um die Lebensqualität zu heben.
Da wird lieber über eine Parkgarage in der Innenstadt(!) nachgedacht.

Strassenbahnausbau
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Leider wahr...

Die Politik in Graz ist fest im Würgegriff der Autolobby. Dazu gehören leider auch die WKO und der Wirtschaftsbund, was für mich nicht nachvollziehbar ist. Immerhin sind gerade im innerstädtischen Bereich Personen ohne Auto sicher die besseren Konsumenten (weil das Auto halt in der Innenstadt unpraktisch und der Einkaufstempel am Stadtrand somit verlockender ist. Mit dem Rad ist es genau umgekehrt). Der Erfolg der Verkehrspolitik in Städten wie Kopenhagen beruht ja genau auf dieser Erkenntnis.