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Weniger als erwartetDer Autoverkehr ist in Graz um mehr als 50 Prozent eingebrochen

Erste Auswertung zentraler Zählstellen zeigen ein überraschendes Bild: Der Autoverkehr in Graz ist coronabedingt "nur" um gut die Hälfte eingebrochen.

Galcis leergefegt
Immer wieder ist der vierspurige Glacis derzeit wie leergefegt. Die Zahlen zeigen aber: Der Autoverkehr hat sich "nur" halbiert © Stefan Preis
 

Es sind zwei gegensätzliche Eindrücke, von denen man derzeit immer  wieder hört. Einerseits ist es "surreal", wie es der Grazer Fotograf Stefan Preis formuliert. Er hat in den vergangenen Tagen die leergefegten Straßen seiner Heimatstadt dokumentiert. Andererseits wundern sich auch regelmäßig Menschen, dass immer noch so viel Autoverkehr in Graz herrscht.

Kommentare (14)

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BenHemmens
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schön eigentlich,

dass einmal die absolute zahl an fahrzeugbewegungen von der stadt erwähnt wird.

die ist normal ein sehr ernüchterndes quasi-geheimnis – sie wächst konstant um ca. 1% pro jahr. dh alle bisherige verkehrspolitik, alle investitionen, alle an sich guten projekte waren bisher am ende für den hugo.

für eine verkehrswende müssen ganz andere register gezogen werden, alles bisherige – ob von rot, schwarz, grün, blau oder sonstwem – war reine dekoration. solange wir den schritt nicht tun, diese zahl als maßstab zu nehmen, werden wir es nicht schaffen.

es wird nicht viel helfen, die grünen zu einer 20%-partei zu machen. wir brauchen nicht 20%, sonder über längere zeit und wohl eher unabhängig von der farbe einen festen konsens, über längere zeit, dass das notwendig ist. und nicht nur in der politik, sondern in der verwaltung, in wirtschaft, in der industrie.

MoritzderKater
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Verkehrsreduzierung in Graz

vornehmlich Autoverkehr - bei DEM Bürgermeister - garantierte Fehlanzeige!
Sicher wird schon überlegt, welche Grünflächen als überflüssig gelten und noch ein paar Parkplätze geschaffen werden können.

kwinter
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Top Gelegenheit

um dringend anliegende Bauarbeiten an den Straßen durchzuführen. Natürlich unter Berücksichtigung der notwendigen Schutzmaßnahmen.

baecki
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Eingebrochen ist das falsche Wort

"eingebrochen" verwendet man doch dann, wenn etwas mit dramatischen Folgen weniger wird (Wirtschaft, Verdienst, Börsenkurse). Wenn der Autoverkehr weniger wird, ist das doch eine gute Sache, die man sich für alle Städte, nicht nur für Graz wünschen würde. Die Folgen sind besser Luft, weniger Lärm, mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger. Oder sehe ich das falsch?

Südsteirer
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Leider nicht ganz so positiv..

Der Platz für Fußgehende und Radfahrende ist leider nicht mehr geworden, weil ja der Platz nicht umverteilt wird.

@stprei:

Man kann auch alles jetzt als Angriff werten oder?

Strassenbahnausbau
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Jetzt wäre die Chance

...eine Mobilitätswende einzuleiden. Den Autos Platz "wegenehmen", der derzeit ohnehin nicht benötigt wird. Radwege und ÖV-Trassen bauen! Nach Corona bricht dann ein neues Zeitalter der Mobilität an. Oder auch nicht. Ängstliche Politiker sind eingeladen, in Städte wie Barcelona oder Paris zu schauen. Dort wird mit dem Autoverkehr in der Stadt kurzer Prozess gemacht. Und niemandem hat es geschadet.

stprei
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Voll

Die blaue Zone ist ja trotzdem noch zu weiten Teilen voll. Derartige Maßnahmen betreffen weder die "bösen" Einpendler von draußen noch helfen sie der Verkehrsreduktion. Erst wenn sich die Innenstadt-Grazer und die Leute in den Reihenhaus-Gebieten dazu entscheiden, auf zumindest ein Auto zu verzichten, kann so eine Maßnahme greifen.

Stattdessen muss sich die Stadt überlegen, wie sie den Verkehr bei Schulen reduziert, weil immer mehr Leute ihre Kinder in die Schule fahren. Gerade bei Volksschulen ist der Besuch aber der Wohnsitzbevölkerung bevorzugt vorbehalten... Es sind die Grazer selbst, die sich den Verkehr machen. Für Einpendler fällt die Kurzparkzone ohnehin flach und in Privatparkplätze wird die Stadt nicht eingreifen können.

stprei
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Kurzsichtig

Eingebrochen ist das richtige Wort, da der Grund für den Wegfall des Individualverkehrs ja das beinahe vollständige Erliegen des wirtschaftlichen Lebens in der Stadt ist. Ihr Kommentar ist gegenüber all jenen, die ihren Job verloren haben, nicht wissen, wie sie die Miete zahlen sollen, oder Angst um den Fortbestand ihres Dienstgebers oder ihres Unternehmes haben, mehr als zynisch.

Aber man kann auch applaudieren bei so viel Populismus.

vonnixkummtnix
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Populismus ist wohl eher,

wenn man behauptet eine Stadt kann wirtschaftlich nur funktionieren, wenn viele Autos für Lärm, Dreck, Stau usw. sorgen.

stprei
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Populismus

Populismus ist, wenn man Aussagen absichtlich verdreht um die eigene Position zu unterstützen.

Graz braucht seine Innenstadtwirtschaft, weil nur so eine lebendige und lebenswerte Stadt existieren kann. Ohne Innenstadtwirtschaft gibt es ja nur Wohnwüsten wie in manchen Suburbs von wirklichen Großstädten.

Populismus ist, den Bürgermeister "Autobürgermeister" oder "DEN Bürgermeister (für Autos...)" zu nennen, ohne sich mit den wirklichen Gründen für den Verkehr in der Stadt zu befassen.

Und egoistisch ist es, alles nur aus seiner Perspektive zu sehen und nicht die unzähligen anderen Lebensrealitäten zu berücksichtigen, die vielleicht auf ein KFZ angewiesen sind oder bei denen es halt mit Fahrrad oder zu Fuß nicht geht.

Ja, weniger Verkehr wäre toll. Ja, man kann Politik auch darauf ausrichten. Aber nein, über plumpe Verbote wird es wohl nicht gehen. Aber man darf darauf hoffen, dass viele sehen, dass Homeoffice zumindest an einem Tag die Woche möglich sein kann, was auch einen positiven Effekt hätte.

Nur dieses reine, absolut ideologisierende Schwarz-Weiß/Fahrrad gut/Auto böse- Denken stört mich, weil es gegenüber vielen Menschen ungerecht ist.

ha_str
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Mit Nagl??

Das ist richtig, aber bringen Sie das einmal dem Autobürgermeister Nagl bei, bei dem eine neue Tiefgarage am Eisernen Tor ganz oben steht und der jedem einzelnen Parkplatz der durch Autoverdrängung verloren gehen würde heisse Tränen nachweint

Strassenbahnausbau
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Leider wahr...

Obwohl aktuell auch die Tram ausgebaut wird, steht das Auto bei ÖVP und FPÖ leider ganz oben auf der Prioritätenliste. Und dann wundert man sich, dass die Innenstadt stirbt: für Autofahrer ist ein Einkaufszentrum trotzdem bequemer und für alle Nicht-Autofahrer wird in puncto Infrastruktur zu wenig geatan. Wo bleibt der Radweg am Joanneumring? Die Südwestlinie? Der erste "Rad-Highway"? Die Fußgängerzone in der Kaiserfeldgasse?

melahide
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Ja

Trotzdem ist der Autoverkehr so akzeptabel. Egal ob man selber mit dem Auto zur Arbeit fährt oder mit dem Rad - man kommt überall durch. Die Luft in Graz ist auch besser. Verkehr in Grsz gehört dringend reduziert.

Strassenbahnausbau
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Richtig!

Das Ziel wäre, dass nach Corona der Verkehr sich nicht wieder verdoppelt. Aber dazu müsste die Politik jetzt vorbereitende Entscheidungen treffen....und genau das tut sie leider nicht.