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In Bus und BimStadt Graz übernimmt wieder Jagd nach Schwarzfahrern

Mit Jahresende läuft der Vertrag mit der Sicherheitsfirma Securitas aus – und wird auch nicht verlängert. In Bus und Straßenbahn will künftig die Stadt wieder selbst kontrollieren.

Fahrscheinkontrolle: der Vertrag mit der Firma Securitas wird nicht verlängert
Fahrscheinkontrolle: der Vertrag mit der Firma Securitas wird nicht verlängert © Jürgen Fuchs
 

"Fahrscheinkontrolle!!" – nach fast 20 Jahren holt die Stadt Graz diese Dienstleistung wieder ins Haus Graz zurück und kontrolliert ab 1. Jänner 2019 selbst. Der Vertrag mit der Sicherheitsfirma Securitas, die seit 2001 die Gültigkeit der Öffi-Tickets überprüft, läuft mit Jahresende aus und wird nicht verlängert.

GPS übernimmt die Kontrollen

„Wir hätten komplett neu ausschreiben müssen“, sagt Holding-Vorstand Wolfgang Malik. Also wird eine In-House-Vergabe gemacht, sprich: innerhalb des Hauses Graz. Damit spart man sich verfahrensrechtlich die Ausschreibung. Künftig wird das Grazer Parkraumservice, das jetzt bereits die Ordnungswache und die Parksheriffs umfasst, auch die Kontrollen in Bus und Straßenbahn übernehmen. "Wir sind ja der Sicherheitsdienstleister der Stadt Graz", sagt GPS-Chef Alexander Lozinsek, da "passt das gut dazu."

Politisch war vor allem Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ) dahinter, die Kontrolle wieder selbst in die Hand zu nehmen. "Als Stadt sind wir hier ja Auftragnehmer und Auftraggeber in einem", sagt er.

"Sicherheit ist Vertrauenssache und das sollte man bei der Stadt bündeln", sagt GPS-Chef Lozinsek. Wirtschaftlich geht es dabei um ein Auftragsvolumen von rund 800.000 Euro im Jahr. Für die Stadt sei es von Vorteil, wenn ein Gewinn im Haus bleibt und nicht an eine Privatfirma gehe.

Schwarzfahrer-Affäre 2015

Der jüngste politische Versuch, die Fahrscheinkontrolle zur Stadt zurückzuholen, scheiterte 2015. Damals verlängerte die Holding den Vertrag mit der Securitas – der Schwarzfahrer-Affäre zum Trotz, die im Jahr davor aufgeflogen war. Damals wurde publik, dass Kontrollore gezinkte Tickets in Umlauf brachten, damit Verwandte und Bekannte kostenlos mit Bus und Tram unterwegs sein konnten.

"Das hat mit der jetzigen Entscheidung aber nichts zu tun", betont Holding-Chef Malik. "Das wurde damals aufgearbeitet. Und wir arbeiten ja weiter mit Securitas zusammen, etwa am Flughafen."

Vizebürgermeister Eustacchio macht jenen 30 bis 35 Personen, die jetzt für die Securitas die Fahrscheine kontrollieren, ein besonderes Angebot: "Wer will, kann mit 1. Jänner zur GPS und damit zur Stadt Graz wechseln."

Kommentare (3)

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Lodengrün
0
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Das gibt mir Hoffnung

denn wer Securitas beobachtet hat meinte die Zeit der Kopfgeldjäger sei wieder ausgebrochen.

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Roswitha-Marx
4
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Kontrolle in Grazer Öffis

Hoffenzlich werden auch wirklich ALLE Schwarzfahrer bestraft!

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Sam125
3
16
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Graz übernimmt wieder Jagd auf Schwarzfahrer!

Na endlich! Hoffentlich wird das Ganze wieder menschlich geregelt, und wo Fahrgäste sich wirklich nicht auskennen, oder sich aus Versehen ein falsches Ticket ausdrücken, weitergeholfen wird und nicht automatisch auf Teufel komm heraus, abgestraft wird! So ist es einer Nichte von mir ergangen, sie hatte ein falsches Familienticket für sich und ihre zwei Kinder ausgedrück und es fehlten daher 40 Cent! Sie wurde vor ihren Kindern wie eine Schwerverbrecherin vorgeführt! Als die Drei dann bei zu Hause ankamen haben sie alle drei geweint! Dem Einspruch wurde Dank meiner Intervention stattgegeben, aber die Aufregung und der Ärger waren groß! Da muss ich nur noch erwähnen, dass vom Land in die Stadt fuhr!

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