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Bis 2023 Fünf Grazer Tram-Projekte sind auf Schiene

Stadt und Land konnten sich auf die Finanzierung der knapp 120 Millionen Euro teuren Investitionen einigen. Die Verhandlungen mit dem Bund sind aber noch ausständig.

© Fuchs
 

Es geht um fünf große Straßenbahn-Projekte, für die sich die Stadt insgesamt fünf Jahre Zeit nimmt. Die Vorhaben kosten insgesamt 117,4 Millionen Euro, wie Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und sein Vize Mario Eustacchio (FPÖ) am Montagvormittag erläuterten. Betroffen sind die Straßenbahnlinien 1, 3, 5 und 6. Sie werden entweder verlängert und bekommen somit eine neue Streckenführung oder aber mit einem zweiten Gleis ausgebaut.

Land bezahlt ein Drittel

Für die Finanzierung dieses Brockens haben Stadt und Land nun intensiv verhandelt. Nun ist klar: Das Land beteiligt sich mit 43,8 Millionen Euro an den Kosten und trägt somit rund ein Drittel der Investitionen. Diese Summe wird in 15 Jahres-Raten an die Stadt überwiesen, die den Betrag somit vorstrecken muss.

Straßenbahnerweiterung: Das sagen die Anrainer zur neuen Reininghaus-Bim

Ein entsprechender Vertrag zwischen Nagl und Landesrat Anton Lang (SPÖ) wurde am Montag unterzeichnet: "Das ist ein geschichtsträchtiger Tag", meinte der ÖVP-Stadtchef, der gleichzeitig unterstrich, dass diese Projekte nun unter Dach und Fach seien. "Diese Straßenbahn hält niemand mehr auf."

Geplant ist ...

  • ... die Erschließung des neuen Stadtteils Reininghaus zwischen Alter Poststraße und Hummelkaserne. Zusätzlich zu den 1,8 Kilometern neuer Gleise kommen Geh- und Radwege entlang der Landesstraßen und Bimtrassen mit einer Gesamtlänge von vier Kilometern. Kostenpunkt: 44,1 Millionen Euro. Baustart ist mit 2019 geplant, die Fertigstellung zwei Jahre später.
  • ... die Verlängerung der Gleise von der Asperngasse durch die Wagner-Biro-Straße bis zur Peter-Tunner-Gasse zur Erschließung der Smart City. Die Kosten belaufen sich für zusätzliche 1,1 Kilometer Schienen auf 22,4 Millionen Euro, die Bauzeit ist 2020 und 2021 vorgesehen.
  • ... die Entlastungsstrecke der Tram vom Jakominiplatz über Neutorgasse und Belgiergasse bis zur Annenstraße um 27 Millionen Euro. Damit soll eine Takterhöhung zu Spitzenzeiten möglich werden, die jetzt an der zu stark belasteten Herrengasse scheitert. Die Arbeiten sollen 2022 bis 2023 durchgeführt werden.
  • ... der zweigleisige Ausbau der Linie 5 zwischen Zentralfriedhof und Brauquartier Puntigam. Dieses Projekt kostet 15,3 Millionen Euro, die Bauzeit ist ebenfalls 2022 bis 2023 geplant. Nötig wird dieser Ausbau durch die 900 neuen Wohneinheiten beim Brauquartier neben der Brauerei Puntigam.
  • ... der ebenfalls zweigleisige Ausbau der Linie 1 zwischen Mariagrün und Mariatrost um 2,3 Millionen Euro, die Arbeiten sollen 2019 in die Zielgerade biegen. 2023 folgt dann der zweigleisige Ausbau zwischen Hilmteich und Mariagrün um 6,3 Millionen Euro.

Lang ergänzte, dass es viele Gespräche gab, ehe man sich einigen konnte. "Es war eine Anstrengung, in Zeiten wie diesen so viel Geld in die Hand zu nehmen", so der Landesrat.

Mobilitätsknoten soll entstehen

Offen ist nach wie vor eine Beteiligung des Bundes, wo es zwar von der neuen Regierung positive Signale gäbe, Gespräche wird es aber erst nach der Finalisierung des Budgets geben, an dem in Wien derzeit gearbeitet wird. Die Stadt erhofft sich auch von der Bundesregierung die Zuzahlung von einem Drittel.

Verkehrslandesrat Anton Lang (vorne links) und Bürgermeister Siegfried Nagl unterzeichneten den Fördervertrag, flankiert von (hinten von links) Landesbaudirektor Andreas Tropper, Stadtrat Günter Riegler, Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio und Stadtbaudirektor Bertram Werle. Foto © Stadt Graz/Fischer

Stadt und Land haben zusätzlich zum Tram-Ausbau auch weitere Weichen für die Zukunft gestellt: In der Vereinbarung sind die Kosten für die Schaffung von Landesstraßen in den Projektgebieten - etwa in Reininghaus - enthalten. Die Stadt verpflichtet sich darüber hinaus im Gegenzug zur Schaffung eines Mobilitätsknoten samt Regionalbusbahnhof am Andreas-Hofer-Platz sowie einen weiteren modernen Knotenpunkt mit ausreichend Platz für Regionalbusse am Grazer Hauptbahnhof.

Lob für gute Zusammenarbeit

Die Politik - egal, ob Lang, Nagl, Eustacchio oder Finanzstadtrat Günter Riegler (ÖVP) - lobten das vorgelegte Paket im Sinne der Mobilitätsstrategie und den Zielen der Republik und EU. Die Zusammenarbeit zwischen den politischen Parteien sowie Land und Stadt sei hervorragend gewesen. Das Thema werde am Donnerstag auch im Gemeinderat behandelt. Dann will Riegler den städtischen Anteil, der bisher in einem Investitionsfonds geparkt war, ins reguläre Budget überführen.

Kommentare (8)

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Think_simple
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Nett

Eh lieb und nett, aber halt an sich nur "Goodies" anstatt Lösungen!
Das einzige, was hier wirklich der "große Wurf" werden könnte ist die Innenstadtentlastung, ironischer Weise auf genau jener Trasse, die 2001 schon beschlossen war und vom damaligen Finanzstadtrat NAGL als "kompletter Schwachsinn" abgesägt wurde.
Nun jedoch ist es eine eigene "grandiose" Idee...

Alle diese Projekte wurden ja an sich schon beschlossen, Maria Trost ist seit letztem Jahe bereits in Umsetzung, Reininghaus und Smart City hätten 2019 schon sollen fertig sein. Soviel zu: jetzt ganz neu - das Land zahlt zu unseren brandneuen Projekten dazu...

Wirklich benötigt würden (und sollten bestmöglich eigentlich schon fertig sein) die Linie SW bis Straßgang, NW bis Gösting sowie einige Querverbindungen innerhalb von den Gürtelstraßen (ca. Bezirke 1-5), um einerseits mehr Flexibilität im Netz bei größerer Flächenerschließung zu erhalten und andererseits vor allem den Jakominiplatz zu entlasten, denn nach der Herrengasse wird dieser Platz das nächste Nadelöhr, da hier weiterhin alle Straßenbahnen drüber müssen...

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hmw42ax4xcjxo7wqmyu2utw81wg8r0je
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Vor über 40 Jahren wurde den Andritzern eine Linie

versprochen die über die Radgunderstrasse - beim Türkensimmerl vorbei und über Oberandritz führen sollte.
Heute sie die Strassen von Andritz nur noch Durchzugsstrassen für Weizer Pendler. Zig tausende die jeden Tag unsere Luft verpesten.
Aber - Reininghaus ist halt das nächste Millionengrab

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DieGrazerFamilie
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Verhöhnung

Dass sich Fr. Kahr mit den "Öffis-Verschleppern" nicht gemeinsam auf einem Foto zeigen wollte, kann ich gut nachvollziehen! Sich jetzt feiern zu lassen für etwas was vor Jahren schon fertig sein hätte sollen ist eine Verhöhnung der Bevölkerung!

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meineenkelkinder
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Riecht ganz nach Wahlzuckerln!

Es scheinen in den nächsten Jahren Wahlen zu kommen ?!

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fcw0810
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Wie jetzt, ...

Die Frau Verkehrsstadträtin wurde abgesägt und der Herr Bürgermeister entscheidet alles selber. Oder darf Frau Kahr auf keinem Foto mehr sein?

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checker43
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Habe ich

mir auch gedacht. Er schmollt noch immer. Wirkt zwar lächerlich bei einem erwachsenen Mann, aber soll er halt. Trotzdem: Danke, Elke Kahr!

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betbruder
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Wann ziehen die ersten Mieter ins Brauquartier?

2023?

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rubberduck34
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.

Die sind bereits eingezogen.

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