AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Öffis

Grüne Gleise für Graz

Pro Bim fordert mehr Rasengleise und zeigt internationale Vorbilder auf. In Mariatrost wird die grüne Trasse bis 2019 gegen ein Schotterbett ersetzt. Von Andrea Rieger

In Nantes setzt man auf Rasengleise
In Nantes setzt man auf Rasengleise © Pro Bim
 

In Graz wird alles zubetoniert“, macht Martin Wolf von der Initiative Pro Bim seinem Ärger Luft. Stein des Anstoßes: Kürzlich wurde ein Rasengleis in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße entfernt, der Raum zwischen den Schienen mit Beton und Asphalt aufgefüllt. Wenig Freude hat er auch mit dem Ausbau der 1er-Strecke nach Mariatrost. „Auch hier will man Rasengleise durch Schotter ersetzen“, beklagt er.

Vorreiter Frankreich

Neidvoll blicken Wolf und seine Mitstreiter nach Frankreich, wo sich Tramtrassen wie breite, grüne Bänder durch viele Städte schlängeln. „Während in Graz oft nur Gitter verlegt werden, wo armselige Grasbüschel rauswachsen, gibt es dort durchgängige Rasenflächen“, zieht Wolf den Vergleich. Straßburg macht dabei ebenso von sich reden wie Rouen oder Nantes. „Auch in Linz sind Rasengleise bei neugebauten Strecken fast Standard“, bedauert Wolf, dass Graz hier andere Wege geht.

Dabei geht es Wolf und seinen Mitstreitern nicht nur um die Optik. Bessere Luft, weniger Feinstaub, lärmdämmende Wirkung – das sind die Argumente, die ins Treffen geführt werden. Bei der Holding Graz hält man die Rasengleise zwar auch für ein „geeignetes Gestaltungselement“, verweist aber auf die höheren Kosten. Beim Bodenaufbau müsse auf die Begrünung Rücksicht genommen werden, Bewässerungssysteme einzubauen sei teuer und aufwendig. Eine weitere Vorbedingung: Kein Autoverkehr auf den Gleisen.

„In Andritz oder Puntigam funktionieren die Rasengleise sehr gut, in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße wurde das Gras nach massiven Anrainerbeschwerden wegen dem Schlamm und dem Schmutz wieder entfernt“, geht Holding-Sprecher Gerald Pichler auf die Grazer Beispiele ein. Was den Ausbau der Strecke nach Mariatrost betrifft, liegt nun auf dem Tisch: Die Rasengleise kommen tatsächlich weg, die Tram fährt künftig auf einem Schotterbett – „aus finanziellen Gründen“, so Pichler.

Eine Lösung, mit der Bezirksvorsteher Erwin Wurzinger „kein Problem“ hat. „Ich bin Realist. Mir ist lieber, jetzt wird endlich ausgebaut, als teure Rasengleise verzögern das Projekt“, stellt er klar. Ein wenig werden sich die Mariatroster ohnehin noch gedulden müssen. Wollte man ursprünglich bis 2018 die Strecke zwischen Mariagrün und Mariatrost teilweise zweigleisig ausbauen, werden die Arbeiten nun erst 2019 abgeschlossen sein. Bei der neuen Endstation hat man schon die Ärmel hochgekrempelt, die ersten Streckenabschnitte werden nun im kommenden Jahr in Angriff genommen.

Kommentare (4)

Kommentieren
Efried
2
1
Lesenswert?

Nach Weiz

Der Einser gehört bis Weiz, aber zumindest bis Fölling P+R verlängert

Antworten
styrianprawda
2
0
Lesenswert?

@Efried

Und der 7er bis Voitsberg, aber zumindest bis St. Johann-Köppling.

Antworten
Strassenbahnausbau
2
16
Lesenswert?

"Eine weitere Vorbedingung: Kein Autoverkehr auf den Gleisen."

In der CvH ist das Befahren der Tramgleise grundätzlich verboten. Es gibt zu beiden Seiten Fahrspuren. Leider wird mangels baulicher Abtrennungen trotzdem dauernd draufgefahren, sei es zum Überholen, Abbiegen, Umkehren...

Ein störungsfreier Straßenbahnverkehr samt einigermaßen ansprechend gestalteter Trassen hat in Graz leider keine Priorität!

Antworten
styrianprawda
1
1
Lesenswert?

@Strassenbahnausbau

Also: alle Schienenstraßen in reine Tram-Strecken umbauen.

Weg mit den Stinkern, auch wenn es elektrische sind.

Dann kann man ungestört Rasengleise anlegen.

Antworten