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Energiestreit

Kraftwerkspläne: Grazer "Nahwärme" als Gespenst

Will Graz wirklich im Stadtgebiet Wärme erzeugen, während das Kraftwerk Mellach stillsteht? Der mutig vorgetragene Plan erweist sich letztlich als eine Fiktion. Von Ernst Sittinger

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Verbund-Kraftwerk in Mellach
Verbund-Kraftwerk in Mellach © Sabine Hoffmann
 

Es ist warm in den 50.000 Haushalten, die im Großraum Graz am Fernwärmenetz hängen. Für den Verbund ist das ein teurer Spaß: Die Wärme kommt aus dem defizitären Kraftwerkspark in Mellach, dessen Betrieb mit geschätzten Verlusten von 50 bis 70 Millionen Euro pro Heizperiode zu Buche schlägt. Sowohl das Gas- als auch das Kohlekraftwerk läuft in diesen Tagen.

Kommentare (18)

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852892acd3fcdc6ad107aa7d35eba098
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Da wird Graz gezwungen auf Fernwärme umzusteigen

und jetzt wirds richtig teuer. Fernwärme war jetzt schon die teuerste Heizart. Und jetzt wird nicht mal die Versorgung gesichert sein. Also ich hoffe auf einen extrem kalten Winter! Hoffentlich werden dann die politischen Vorstandsköpfe rollen...

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BenHemmens
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Das einzige verlässliche Kraftwerk, in das Graz investieren könnte,

wäre das Einsparkraftwerk.

An den vielen neuen Wohnblöcken, die gerade in Graz hochgezogen werden, sticht aber nicht wirklich ins Auge, dass die so gut isoliert werden, wie technisch möglich wäre.

Ambitioniert würde ich das nicht nennen, was hier für Energiepolitik gemacht wird.

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Einzig einje dezentralisierung der heizwerke macht sinn

alles andere ist nur eine suche nach einer lösung wo ein paar einzelne groß die hand aufhalten und wenige arbeit haben.

es gab bereits in den 90ern eine studie der tu, wonach die verluste aus den leitungen von mellach, höher sind als man durch dezentralisierte heizwerke in graz hätte.

natürlich würde man mehr anlagen zu betreuen haben, allerdigns auch in mellach musse es ein backup geben.

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jahcity
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Hier

kann man sehen wie Politiker den Steuerzahler schonungslos ausraubt. Weit über 1 Mrd. Euro haben sie uns gestohlen. Mellach II, Reißeck II, Kalsdorf, Gössendorf, Gasgeschäfte in Italien... usw. und das nur am Energiesektor. Sie dürfen aber sicher damit weiter mache, den es wird immer noch Rot, Schwarz und Blau gewählt.

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gas4ever
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Neuer Vertrag...höhere Preise ?

Wenn der Verbund die zitierten 50 Mio. Verlust auf die neuen Preise für die verkaufte Jahresmenge pro kWh umlegt, steigt der Wärmepreis um ca. 5 ct/kWh (vermutlich plus 20% Mehrwertssteuer, macht dann 6 ct). Zum Vergleich: Derzeitiger Arbeitspreis für Grazer Kunden: 5.5752 ct/kWh + Mehrwertsteuer.
Also knapp eine Verdoppelung des Preises. Glaube nicht dass das akzeptabel ist.

Oder betreibt der Verbund die Anlage freiwillig weiter mit Verlust? (wie erklärt man so was seinen Aktionären??)

Oder muss Graz doch etwas anderes machen und traut sich noch nicht das zu sagen?

Oder stimmen die 50-70 Mio nicht?

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@gas4ever: "verkaufte Jahresmenge" stimmt nicht

Der Abschreibezeitraum für ein Kraftwerk ist eher so bei 40 Jahre. Außerdem ist gar nicht gesagt dass sie die Verluste umlegen KÖNNEN, beim Preis hat auch der Markt ein Wörtchen mitzureden.

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gas4ever
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@kontur

Versteh ich nicht.

Der Verbund hat JÄHRLICH (steht zumindest da im Text) Verluste aus dem Betrieb von 50-70 Mio EUR und verkauft JÄHRLICH ca. 1000.0000.000 kWh.

Da ist natürlich die Abschreibung Teil des Verlustes.

Der Markt wird da mitreden, klar. Wird der Verbund bereit sein, Verluste zu achen, damit Graz billiger heizt?
Oder kommt eine andere Wärmeform?

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NeinzumGDKKlagenfurt
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Mehr als 20 Gaskraftwerke wie Mellach wurden stillgelegt

In Deutschland und den Nachbarländern wurden mehr als 20 große Gaskraftwerke stillgelegt.
Die RWE will jetzt in Holland ein neues sehr großes Mrd.-Gaskraftwerk abbauen und mit 75% Verlust verkaufen.
Der Verbund musste seine Italien- Beteiligung mit 7 Gaskraftwerke um 1€ hergeben.
In den nächsten 5 Jahren ist keine Besserung der Marktsituation in Sicht.

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NeinzumGDKKlagenfurt
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Dieser Beitrag muss um einige wichtige Fakten ergänzt werden, damit man das Problem versteht.

1. Gasdampfkraftwerke wie Mellach werden primär für die Stromerzeugung betrieben und rechnen sich nur bei hohen Strompreisen.
Abhängig vom Strompreis an der Börse werden diese Kraftwerke ein- und ausgeschaltet, unabhängig davon ob Wärme benötigt wird od. nicht. Das wollte man den Grazern bisher nicht erklären.

2. Der Wärmebedarf und Zeiten mit teurem Strombedarf stimmt nicht überein und können daher unzureichend abgestimmt werden.

3. Die Investitionskosten für das reine Wärmekraftwerk (Gas-Heisswasserkessel) sind im Verhältnis zu den Gesamtkosten sehr gering. Für Graz nur ca. 30 Mio.€.

4. Wird daher das umweltschädliche Kohlewerk abgestellt, so hätte Graz immer zusätzlich reine Wärmekraftwerke mit Gas benötigt.

5. Der Wirkungsgrad von Heizkraftwerken ist höher als die Wärmeerzeugung mit Gasdampfkraftwerken, die für die Stromerzeugung und nicht für die Wärmeerzeugung optimiert sind.

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Efried
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kompletter Unsinn

Der Wirkungsgrad eines GuD Kraftwerkes ist geradezu eine Qualitätstufe besser, weil mit hoher Effizienz Strom erzeugt wird und die Abwärme genutzt werden kann.
Daher ist es nur logisch die Fernwärmepflicht jetzt aufzuheben. Die gasbetriebenen Brennstoffzellen als lokale Kraft-Wärme-Kopplung wird hier einspringen, wenn die Einspeisung in Netze erlaubt wird. Und mit einem zusätzlichen Speicher und Wärmemanagement im Fernwärmenetz ist dann die zeitliche Entkopplung von der Stromnachfrage möglich.

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NeinzumGDKKlagenfurt
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Fortsetzung

6. Es ist daher wirtschaftlich sehr sinnvoll in Zeiten in denen der Strom billig ist, die Wärme nur mit einem Heizkraftwerk zu erzeugen und das Gasdampfkraftwerk abzustellen.

7. Damit kann das Gasdampfkraftwerk genau entsprechend den Börsen-Strompreis wirtschaftlich optimiert betrieben werden.

8. Bei den derzeitigen Gaspreisen, sind die beiden Heizkraftwerke mit 180 MW und 70 MW die wirtschaftliche Lösung für Graz. Alle anderen Teile des Konzepts, außer der Abwärmeeinspeisung, sind teuere und kleine Extras.

9. Die NOx-Belastung, bzw. Sekundärfeinstaubbelastung, die bei Gasheizwerken am geringsten ist, lässt sich mit entsprechenden Denox – Anlagen erheblich reduzieren. Wichtig für Graz ist, dass die Stromerzeugung mit Kohle wird und damit die viel größere NOx-Menge eingespart wird.

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jahcity
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Sinnvoll

600 Mill in den Sand zu setzten. Unglaublich wie kann man so etwas schreiben?

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Efried
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Hauptsache billig

natürlich ist es billige wenn ich billiges Gas verheize, aber es ist nicht so effizient wie Kraft-Wärme-Kopplung. Lächerlich dass die Politik es nicht schafft das GuD-Kraftwerk so zu fördern, das es weiter laufen kann. Energiepolitik ist halt nicht die Stärke von Herrn Schrittwieser. er versucht möglich unauffällig zu bleiben und er alimentiert Arme mit Heizkosten anstatt ihnen die Wohnung zu sanieren.

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NeinzumGDKKlagenfurt
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Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad der Wärmeerzeugung liegt bei 93%.
Bei GuD-Kraftwerken liegt der Wirkungsgrad darunter. Nur wird Strom als höherwertig bewertet.
Nur ist dieser theoretische Wirkungsgrad im Sommer nicht aussagekräftig, wenn die Wärme nicht benötigt wird. Die Energiekonzerne rechnen daher bei den Gaskraftwerken mit einem Wirkungsgrad von ca. 50%!

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NeinzumGDKKlagenfurt
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Fortsetzung

Die NOx-Belastung, bzw. Sekundärfeinstaubbelastung, die bei Gasheizwerken am geringsten ist, lässt sich mit entsprechenden Denox – Anlagen erheblich reduzieren. Wichtig für Graz ist, dass endlich die Stromerzeugung mit Kohle gestoppt wird und damit die viel größere NOx-Menge eingespart wird.

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Efried
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auch Unsinn

Das Kohlekraftwerk hat natürlich eine Entstickungsanlage. Wenn wo NOx eingespat werden kann dann bei den vielen alten Diesel-Lieferwägen und SUTs. Da versagt Nagl vollkommen, eine Luftreinhaltemaut für diese Stinker wäre dringend nötig!

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Efried
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GuD mit KWK ist am effizientesten

Es geht nicht um das Kohlekraftwerk, das läuft so mit billiger Kohle noch wirtschaftlicher als das GuD-Kraftwerk. Es braucht entsprechende Marktbedingungen damit das Werkl wieder laufen kann.

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NeinzumGDKKlagenfurt
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Ohne Stromerzeugung wesentlich weniger NOx

Durch die Stromerzeugung mit dem Kohlekraftwerk oder dem Gasdampfkraftwerk wird die NOx Menge im Grazer Becken im Vergleich zur reinen Wärmeerzeugung wesentlich erhöht wird. Plus 100 bis über 300%, abhängig von der erzeugten Strommenge! Eine reine Wärmeerzeugung mit modernen Anlagen wird daher die NOx Ausstoss erheblich reduzieren.
Aber Großkraftwerke und Stromerzeugung werden bei Feinstaub-Kongressen einfach nicht behandelt.

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