Herr Bürgermeister, Sie haben Ihr Modell durchgezogen und die Gemeinderäte der VP anhand der Vorzugsstimmen erstellt. Das Ergebnis: Viele Ihrer Parteifrauen sind verärgert.

NAGL: Zum einen ist eine solche Unmutsäußerung zu mir noch nicht durchgedrungen. Und zum anderen haben wir uns auf dieses System geeinigt, mit einstimmigen Beschlüssen. Natürlich liegen jetzt Freud und Leid eng beisammen.

Aber von der "Frauenpower" in Ihrem Wahlkampf sind gerade einmal vier Gemeinderätinnen übrig geblieben. Da kann Sie die Aufregung in Ihrer Partei nicht überraschen.
NAGL: Die fertige Liste der Gemeinderäte habe ich auch zu meinem Schrecken zur Kenntnis nehmen müssen. Die Männer haben halt verstärkt Vorzugsstimmen erhalten.

Also Schwamm drüber?
NAGL: Noch einmal: Auch ich bin enttäuscht. Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass der Wähler unsere Gemeinderäte bestimmt.

Dennoch könnten Sie nun für eine Art Ausgleich sorgen. Wie sieht es etwa mit Eva Maria Fluch aus: Wird Sie Klubchefin?
NAGL: Ich werde Ihnen an dieser Stelle sicherlich keine Namen nennen. Außerdem ist das die Entscheidung des Parteiklubs.

Dem Vernehmen nach haben Sie sich im engsten Kreis auf Ihre Stadträte eingeschworen. Das heißt, es wird keine VP-Frau im Stadtsenat geben?
NAGL: Ich stehe zu meiner Regierungsmannschaft und habe nicht vor, jemanden aus einem erfolgreichen Team auszuschließen. Was ich aber schon sagen kann, ist, dass künftig bei Aufsichtsräten oder Ausschüssen mit Sicherheit kompetente Frauen aus unseren Reihen zum Zug kommen.