„Alles, was erfunden werden kann, wurde bereits erfunden.“ Diese Aussage von Charles Duell aus dem Jahr 1899 ist nicht sehr gut gealtert. Duell war damals Chef des Patentamtes in den USA und hatte offenbar nur sehr begrenzte Fantasie. Denn so gut und bahnbrechend die Erfindungen bis dahin waren, es sollten zahlreiche weitere folgen. Weil klar ist: das Trampolin, die Jeans, ein Skateboard, die Zuckerwatte – das alles und noch mehr musste erst erfunden werden. Wann, wie und von wem, das zeigen die neuen großen Ausstellungen im Grazer Kindermuseum „frida&fred“, die „Tüftelgenies“ und die „Tüftelmäuse“, die am 21. März eröffnen.
Als erste Erfindung wird generell der Faustkeil angesehen, der vor 1,5 Millionen Jahren das Leben der Urmenschen grundlegend veränderte, weil er ihnen beispielsweise ermöglichte, Löcher zu bohren, das Fell der erlegten Tiere aufzuschneiden und das Fleisch herauszulösen. Als jüngste Erfindung könnte man die KI-Agenten ansehen, die Menschen erste Dinge im Alltag abnehmen können, von Einkaufsbestellungen bis zur Urlaubsbuchung. Wie beim Dynamit stellt sich die Frage: überwiegt das Positive oder Negative?
frida & fred begibt sich auf die Spurensuche der großen Tüftelgenies
In der Mitmach-Ausstellung werden den Kindern Erfindungen nähergebracht: Wann gab es das erste Rad, wann das erste Auto? Wer hat das erste Fernrohr gebaut und wie hat es funktioniert? Gab es Jeans schon immer? Wer erfand das Papier, wer druckte das erste Buch? Wie telefonierte man früher? Und sah der erste Computer so aus wie heute?
Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Erfindungen der Vergangenheit und der Gegenwart und durch ihr eigenes Tun erleben die Kinder physikalische Phänomene und erlangen naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Neben dem Erleben mit allen Sinnen liegt die Besonderheit dieser Ausstellung darin, dass Kinder die Erfindung selbst einsetzen, um etwas über die Erfindung zu erfahren. Der Fokus wird auf die Menschen, die hinter den Erfindungen stehen – die Erfinderinnen und Erfinder – gerichtet; der Moment ihres Geistesblitzes wird herausgearbeitet.
100.000 Besucher pro Jahr im Kindermuseum
Partner der Ausstellungen sind unter anderem „Die Industrie“, die Klaus Tschira-Stiftung, die Steiermärkische, Ikea, die Grawe und die Holding Graz. Kulturstadträtin Claudia Unger (ÖVP) zeigt sich begeistert: „Mit rund 100.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich ist das Kindermuseum das meistbesuchte Museum in unserer Stadt.“ Sie hatte auch eine gute Nachricht für Museumschef Jörg Ehtreiber im Gepäck: Die Kooperation mit der Stadt, die allen Schul- und Kindergartengruppen einen kostenlosen Eintritt ermöglicht, geht weiter.