Der Cargo Terminal Graz wächst. Schon jetzt zählt die 125 Hektar große Fläche zu den achtgrößten Logistikstandorten Europas, wo jährlich derzeit bis zu 770.000 Container umgeschlagen und bis zu 15.000 Schiffscontainer gelagert werden können. Um die große Nachfrage aber befriedigen zu können, wird ausgebaut. Rund zehn Millionen Euro werden in ein neues Hauptquartier gesteckt, um die Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße weiter voranzubringen.
Hauptsitz des Cargo Terminal ist Werndorf, Teile davon liegen aber auch in Wundschuh und in Kalsdorf. „Ja zum Ausbau, aber wir in Kalsdorf dürfen nicht die Opfer sein“, sagt nun Kalsdorfs Bürgermeister Manfred Komericky (SPÖ). Er bringt „das heikle Thema“ am Donnerstag, den 19. März, bei einer Bürgerversammlung auf die Tagesordnung. „Ich weiß, dass es wichtig für den Wirtschaftsstandort ist, davon profitiert die Steiermark und wir auch“, so Komericky. „Als Bürgermeister muss ich aber darauf schauen, dass die Bevölkerung so gut es geht geschützt wird.“
Cargo Terminal und Verbauung der Meyer-Gründe bei der Bürgerversammlung in Kalsdorf
Zur Bürgerversammlung sind auch die Geschäftsführer des Cargo Terminal eingeladen, es sollen dort die Pläne vorgestellt werden und alle Beteiligten für Fragen zur Verfügung stehen. „Wir wollen die Leute transparent informieren“, so Komericky. Es geht dabei vor allem, was der Ausbau für den Verkehr, den Lärm und die Lichtverschmutzung bedeutet. „Die Zu- und Abfahrt soll möglichst über die Autobahn erfolgen“, so Komericky. Da gäbe es derzeit mehrere Varianten, die im Spiel seien. Und: „Sollte eine Waldrodung unvermeidlich sein, muss sichergestellt werden, dass die Nachpflanzungen bei uns in der Gemeinde stattfinden und nicht irgendwo anders.“
Zweites großes Thema bei der Bürgerversammlung ist ein großes Bauprojekt: Die Linzer WAG Gruppe will die alten Gründe des Meyer-Sägewerkes direkt am Bahnhof verbauen. 200 Wohneinheiten sollen dort entstehen, auch das sorgt für Widerstand, weil mehr Wohnungen mehr Verkehr bedeuten. Komericky betont, dass er selbst „keine Verbauung forciert, aber die Flächen sind schon seit Jahren gewidmet“. Und: Jetzt sei die Industriebrache zu 98 Prozent versiegelt, danach nur mehr zu 40 Prozent.
Die Bürgerversammlung findet am 19. März um 18 Uhr im Forum Kloster (St.-Anna-Park 1) statt.