Der Tod von Alfred Stingl berührt viele Menschen in Graz und darüber hinaus. Der Grazer Langzeitbürgermeister (1985 bis 2003) und SPÖ-Politiker hat mit seiner bescheidenen und offenen Art viele beeindruckt. „Er engagierte sich, solange es seine Gesundheit erlaubte, unermüdlich gegen soziale Ungleichheiten“, sagt Bürgermeisterin Elke Kahr. „Sein Vermächtnis lebt in Graz weiter, wo seine soziale Politik und sein Einsatz für die Gemeinschaft bis heute geschätzt werden. Seine Vision einer gerechten und solidarischen Gesellschaft ist für mich ein Auftrag und ein Vorbild für kommende Generationen.“

Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher streicht ebenfalls Stingls sozialen Einsatz hervor: „Sein unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen hat die politische Arbeit von Alfred Stingl geprägt und hat viele über die Parteigrenzen hinweg inspiriert. Er hat seine Tätigkeit stets dem Anspruch gewidmet, dass die Stadt Graz dem Titel der Menschenrechtshauptstadt gerecht wird.“

„Mit ihm ist eine große Persönlichkeit aus unserer Mitte abberufen worden“

Betroffen zeigt sich die steirische Landesspitze. „Alfred Stingl war eine prägende Persönlichkeit der Grazer Stadtpolitik. Fast zwei Jahrzehnte lang war er mit Herzblut und Engagement Bürgermeister der steirischen Landeshauptstadt. Alfred Stingl war ein Politiker nah am Bürger. Mein tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen“, sagt Landeshauptmann Mario Kunasek. Vize Manuela Kohm ergänzt: „Mit Alfred Stingl verlieren die Stadt Graz und das Land Steiermark einen großen Visionär und Vordenker, der mit vielen Ideen seiner Zeit voraus war. Ob in der Verkehrspolitik, in der Kultur oder im Sozialbereich, auf vielfältige Art und Weise setzte er neue Maßstäbe.“

Die frisch gewählte Obfrau der Vinzi-Werke Martina Schröck, selbst frühere SPÖ-Politikerin, ist „sehr traurig, dass wir einen glühenden Europäer, großen Humanisten und engen Verbündeten der ViziWerke verlieren“. VinziWerke-Gründer und Armenpfarrer Wolfgang Pucher verstand Stingl mehr als Mitstreiter denn Fördergeber.

Trauer um Alfred Stingl quer durch Kirchen und Parteien

Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler denkt „mit großem Respekt und in Dankbarkeit an Alfred Stingl. Über die Grenzen von Religion und Weltanschauung hinweg stand für ihn immer das Verbindende im Vordergrund. Graz verliert einen großartigen Menschen und einen großen Menschenfreund.“

Bischof Wilhelm Krautwaschl stellte in einer ersten Reaktion den Einsatz Stingls „für soziale Gerechtigkeit, interreligiösen Dialog und humanitäre Hilfe“ in den Mittelpunkt. Besonders beeindruckend sei seine lebenslange Hingabe an die Schwächsten der Gesellschaft gewesen. Alfred Stingl habe Graz geprägt – als Bürgermeister, als Brückenbauer zwischen verschiedenen religiösen und kulturellen Gemeinschaften und als Mensch mit einem Herzen für die Bedürftigen. „Sein Vermächtnis wird weiterleben und viele inspirieren. Möge er nun in Frieden ruhen“, so der steirische Oberhirte.

Für die Evangelische Kirche verneigen sich Superintendent Wolfgang Rehner und Superintendentialkurator Michael Axmann „vor der Persönlichkeit und dem Lebenswerk Alfred Stingl. „Mit ihm ist eine große Persönlichkeit aus unserer Mitte abberufen worden, die eine große Wertschätzung für den Beitrag der Religionen zum Zusammenhalt in der Gesellschaft hegte. Bis zuletzt versuchte er, die Evangelische Kirche zu unterstützen, in der Karfreitagsfrage nicht zurückgesetzt zu bleiben.“

Die Grazer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner zeigt sich „bestürzt und traurig. Alfred Stingls persönliche Bescheidenheit und echte Bürger:innennähe haben mich schon als Kind beeindruckt, wenn er morgens in derselben Straßenbahn wie ich auf dem Weg zur Arbeit gesessen ist. Alfred Stingl war aber auch ein Visionär, der Motor dafür, dass Graz weit über seine Grenzen als Stadt des Dialoges bekannt geworden ist: als Menschenrechtsstadt, als Kulturhauptstadt Europas, als Stadt des Interreligiösen Miteinanders.“

„Für mich persönlich war Alfred Stingl weit mehr als ein Altbürgermeister, er war ein wichtiger Wegweiser und verlässlicher Berater, besonders in meiner Zeit als Sozialstadtrat“, sagt der Grazer ÖVP-Chef Kurt Hohensinner. „Seine Haltung, sein feiner Humor und sein unermüdliches Engagement für soziale Gerechtigkeit bleiben unvergessen.“

„Alfred Stingl war ein Bürgermeister mit Haltung, Herz und Handschlagqualität“, so Neos-Landessprecher Niko Swatek. „Sein Einsatz für Gerechtigkeit und Menschlichkeit bleibt ein Vorbild für alle, die Politik als Dienst an der Gesellschaft verstehen.“

Die Grazer SPÖ-Chefin Doris Kampus sagt: „Ein großer Sozialdemokrat und Mensch ist nicht mehr! Alfred Stingl hat Graz zu einer weltoffenen und sozialen Stadt gemacht.