Ans Aufhören gedacht hat sie in den vergangenen 47 Jahren immer wieder, zuletzt vor vier Jahren. Am 23. Februar feiert Anna Maria Zimmermann, besser bekannt als die „Anni-Wirtin“, ihren 80er – und das nach wie vor hinter der Schank ihrer legendären Wirkungsstätte, dem Babenbergerhof unweit des Grazer Hauptbahnhofs. „Jetzt hör i nimma auf“, ist sie sich inzwischen sicher. Just an ihrem runden Geburtstag findet im Rechbauerkino die Premiere einer filmischen Hommage statt, die der Filmemacher Heinz Trenczak in mehrjähriger, liebevoller Arbeit zusammengestellt hat. Die Premiere am 23. Februar um 12 und 14.30 Uhr sind ausgebucht, am 26. Februar um 15 Uhr gibt es eine weitere Vorstellung.
Geboren wurde Anna Maria Zimmermann ein paar Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs im weststeirischen Söding. Mit siebzehn begann sie im elterlichen Betrieb eine Kellnerlehre, die sie im einstigen Grazer Renommierhotel Steirerhof erfolgreich beendete. Im Jahr 1977 übernahm sie gemeinsam mit ihrem Ex-Mann, mit dem sie 1991 eine finanziell beinahe ruinöse Scheidung durchmachte, den Babenbergerhof, aus dem sie heute nicht mehr wegzudenken ist. Ihrer Begeisterung für Musik, steirische Dichtkunst und pure Lebensfreude haben Generationen von Volksmusikern und Jazzern ebenso viele denkwürdige Abende zu verdanken wie die Stammtischgäste aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten. Zu Annis Fans und Freunden zählen bekannte Persönlichkeiten der Grazer Kulturszene, darunter Pianist Markus Schirmer und Maler Bernhard Eisendle.
Dass sie die Amtsmüdigkeit ein für alle Mal hinter sich gelassen haben will, unterstreicht die Anni-Wirtin mit Plänen für die kommenden Monate. Zum einen soll der „Babenbergerhof“ in einen Verein umgewandelt werden, damit der Bestand dieser einzigartigen Kulturstätte mit „Schülcha, Schülcha ... und Hupf und Tånz“ für die Zukunft gesichert bleibt. Und schließlich will sie sich daran machen, ihre eigenen Verse und Mundartgedichte, darunter das bei Stammgästen wohlbekannte „Schilchergedicht“, niederzuschreiben. Nicht als potenziellen Bestseller, sondern: „handschriftlich, in ein weißes DIN-A4-Heft mit einem grünen Band herum“.