Es gibt Orte, die Männern heilig sind: Bastelkeller, Eckkneipen, Fußballfelder. Letzteres aber nur so lange, bis Maria Trampusch eines betrat.
Durchhaltevermögen. Vor 21 Jahren leitete die heute 47-Jährige erstmals als Schiedsrichterin ein Fußballspiel. "Nicht als erste Österreicherin, aber als die, die am längsten durchgehalten hat“, blickt sie zurück.
Vertrauensvotum. Am vergangenen Sonntag wurde die in Aich geborene Telekom-Bedienstete von ihren 190 Kollegen zur Obfrau des Kärntner Schiedsrichterkollegiums gewählt. Ein Vertrauensvotum. Vertraut, das haben ihr die über Jahre hinaus durchwegs männlichen Kollegen schon immer: "Als ich mir während der Karenz ein Hobby gesucht habe, war ich mir nicht sicher, ob man mich als Schiedsrichterin akzeptieren würde.“ Die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet: "Der Unterstützung meiner Kollegen habe ich meine Karriere zu verdanken.“
Nie beschimpft. Bei Nachwuchsspielen empfahl sich Trampusch für höhere Aufgaben – 1991 wurde sie als erste Frau überhaupt in Österreich bei dem Spiel einer Kampfmannschaft eingesetzt. "Eines hat sich seit damals nicht verändert – die Spieler reagieren bei einer Frau anders. Positiv anders, denn beschimpft bin ich von Spielern eigentlich nie worden.“
FIFA-Frau für Frauen. Mit den Spielen wuchsen Erfahrung und Selbstsicherheit. Schließlich landete Trampusch sogar auf der FIFA-Schiedsrichter-Liste, die für internationale Einsätze maßgeblich ist.“ Trampusch durfte – allerdings nur bei den Frauen – auch Ländermatches leiten.
Nachfolge gesichert. Mit der Wahl wird sich Trampusch zukünftig um Organisation abseits des Platzes kümmern. Kein Problem: Sohn Daniel (24) ist als Schiedsrichter bereits in ihre Fußstapfen getreten.
Marias großer Einwurf
Maria Trampusch (47) wurde als erster weiblicher Fußball-Referee in den Schiri-Ausschuss gewählt.
© Stefan Jäger