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Kastner& ÖhlerGraz setzt Frist für Fertigstellung des Blechdachs in der Altstadt

Seit 2010 baut Kastner & Öhler das Dach in der sensiblen Welterbe-Zone nicht fertig. Altstadtschützer erhöhen Druck. Jetzt setzt die Baubehörde mit Ende 2019 eine Frist für die Finalisierung.

Das dach wartet weiter auf seine Fertigstellung in "Bronze"
Das dach wartet weiter auf seine Fertigstellung in "Bronze" © Juergen Fuchs
 

Es ist das prominenteste Kaufhaus des Landes und steht in der sensibelsten Altstadtschutzzone von Graz. Seit Eröffnung des aufwendig erweiterten und aufpolierten Stammhauses von Kastner & Öhler direkt unterm Uhrturm 2010 steht die Dachetage unter Beobachtung. Nicht nur von Touristen, die die historische Dachlandschaft fotografieren, auch von den Hütern dieses Unesco-Welterbes in Paris.

Die Stadt wollte Kastner & Öhler durch den Ausbau das Überleben in der Altstadt bestmöglich sichern, bewilligte eine massive Erweiterung der Flächen samt Höhenüberschreitung – mitten in der Schutzzone. Die Bedingung: Das Projekt muss höchste architektonische Standards erfüllen, sonst wackle der Welterbe-Titel. Doch dem Projekt fehlt immer noch das Krönchen: Das Blechdach muss sich noch bronzefarben verkleidet in die Ziegeldächer einfügen, das Flachdach im Norden braucht noch ein paar „Zacken“.

Das umkämpfte Kastner-Dach: Vom Warten auf die Bronze-Patina

Das plakative Versprechen für ein Bronzedach gab es schon in der Bauphase 2010. Bis heute blieb es aber beim Edelstahl.

(c) Sabine Hoffmann

Das Architektenteam Nieto/Sobejano, das auch das Joanneumsquartier gestaltet hat, holte den Sieg beim Architektenwettbewerb 2005 - hier das Computer-Rendering des Projekts.

K&Ö/Nieto Sobejano

In der Realität blieb es aber bis heute beim hellen Dach, das sich nicht in die historische Baukultur einfügt.

(c) Gernot Eder

Die Welterbe-Hüter und auch die Grazer Altstadtschützer mahnen seit Jahren ein, dass die Dachverkleidung mit Bronzepatina versehen werden muss, auch das Flachdach im Norden ist ihnen ein Dorn im Auge.

(c) Gernot Eder

Klicken Sie sich durch die Bilder der spektakulären Baustelle damals ...

(c) J�rgen Fuchs (J�rgen Fuchs)

... und die Perspektiven, die der an sich gelungene Bau den Grazern und Besuchern der Stadt zu bieten hat.

(c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)

Einst ...

(c) Sabine Hoffmann

kamen massive Stahlträger zum Einsatz, um den Dachaufbau zu realisieren, in dem das Cafe Freiblick seit Jahren die Massen anzieht.

(c) Sabine Hoffmann
(c) Sabine Hoffmann

Der Anblick vor dem Umbau: Mit Schein-Dächern kaschierte man das alte Flachdach.

(c) Kleine Zeitung Digital, +43 316 (Erwin Scheriau)
Leodolter

Ein Modell aus dem Architekten-Wettbewerb

K&Ö

Zur Bauzeit gab es auch zuhauf Zaungäste auf dem Schloßberg, die den Fortgang bestaunten.

(c) Erwin Scheriau (Erwin Scheriau)
(c) Erwin Scheriau (Erwin Scheriau)
(c) Erwin Scheriau (Erwin Scheriau)
(c) Erwin Scheriau (Erwin Scheriau)
(c) Erwin Scheriau (Erwin Scheriau)
(c) Erwin Scheriau (Erwin Scheriau)
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Jetzt wird es für Kastner & Öhler ernst. Nach Jahren der Suche nach Materialien und Finanzierung läuft die Schonfrist ab. Die Altstadtsachverständigenkommission hat ein neunseitiges Gutachten erstellen lassen, um konkrete Umsetzungsschritte zu erzwingen, bestätigt Altstadtanwalt Manfred Rupprecht: „Die Bevölkerung versteht nicht, dass man das Kaufhaus an der langen Leine lässt, während die Behörde bei anderen Bürgern kein Auge zudrückt.“ Die Kritikpunkte: „Es fehlt das bronzefarbene Dach, längsliegende Falze und Flachdach müssen verschwinden.“

„Das Bauamt wird Kastner & Öhler eine Frist zur Fertigstellung mit Ende 2019 setzen“, sagt der Grazer Vize-Bürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ). Kastner-Vorstand Martin Wäg will das nicht kommentieren, da ihm kein Bescheid vorliegt: „Wir stehen aber selbstverständlich zur Fertigstellung und haben die Materialsuche auch vorangetrieben. Ich kann nur keinen Termin nennen.“ Wichtig sei ihm auch: „Der Bau ist bewilligungskonform, nur noch nicht fertig. Und für die Finalisierung des Daches wurde im Bewilligungsbescheid kein Termin festgesetzt.“ Diesen reicht die Behörde nun nach.

Fünf bis sieben Millionen Euro war zum Planungszeitpunkt die Kostenschätzung für den kosmetischen Feinschliff. Baudirektor Bertram Werle hofft jedenfalls, „dass wir nun bald konkrete Umsetzungsschritte dokumentieren können. Denn bei Icomos in Paris erwartet man sich in Hinblick auf den Welterbe-Titel schon, dass das endlich erledigt wird.“

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Danke für Ihr Verständnis.

jahcity
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Die Naglfreundal

können sich alles erlauben....

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CuiBono
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Ein Standort Klagendorf

war ja schon ernsthaft im Gepräch.

Wenn ich mir ein wenig in Erinnerung rufe, wie K&Ö da präpotent aufgetreten und mit aller Vehemenz auf einem Standort Waaggasse bestanden sind, kann man die Klagendorfer nur beglückwünschen, dass es nicht dazu gekommen ist.

Die wären mit "unserer" Stadtführung wohl Schlitten gefahren.

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Südsteirer
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Der K&Ö an sich is ja nix schlimmes!

Und wäre für Klagendorf (passt ziemlich gut wie ich finde😂) sicher ein Pluspunkt gewesen. Er ist ja auch für die Grazer Innenstadt wichtig! Leider nimmt ihn die Politik halt für zu wichtig und lässt somit vieles durchgehen. Ist aber sicherlich nicht nur beim K&Ö so...

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stadtkater
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Bei der Vereinbarung

von K&Ö mit der Stadt Graz hat man "vergessen" einen Erfüllungstag zu fixieren. Deshalb kann Graz nichts erzwingen und K&Ö kann immer sagen "Ich mache es ja eh - irgendwann"!

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diss
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Endlich eine Reaktion der Behörden!

Ich glaube, Nagl hat lange genug die Hand drauf gehalten!!!

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DieGrazerFamilie
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10 Jahre zu spät

Betriebsgenehmigung entziehen und Abbruchbescheid zustellen!

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calcit
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Wir leben immer noch in einem Rechtsstaat!

Es gibt Fristen, es gibt gültige Bescheide und Verwaltungsverfahren die gilt es entsprechend einzuhalten. Das ist nicht so simpel wie sich das der "kleine Maxi" vorstellt. Und wenn die Stadt sich damit Zeit gelassen hat in das deren Problem...

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bb65
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@calcit

Ich würde auch nicht den Kastner auch der Stadt jagen wollen. Nur das in Graz mit zweierlei Maß gemessen wird sah man schon beim M1 vom Dr. Marko.
der Rechtsstaat ist in Österreich eben ziemlich flexible, wir kennen viele absichtlich installierte Grauzonen.
Das die Stadt sich Zeit gelassen hat war sicher kein Versehen., sondern eben "part of the game", wie die Blauen das so schön nennen.

Ich wohne im Ausland und hab mir wegen der Wetterkapriolen der letzten Tage die Webcam vom Schlossberg angeschaut ob bei uns auch so schneit und hab mich gewundert wie man diesen Umbau vom Kastner durchdrücken konnte.

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brosinor
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Habara-Politik

Wenn Sie sich näher mit der Grazer politischen Lage befassen werden Sie sich nicht länger wundern!
Wir hier haben schon laaaaange aufgehört uns zu wundern da wir täglich erleben "dürfen" dass mit der Habara-Politik alles durch gedrückt wird.

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bb65
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@brosinor

Ja, das kommt davon wenn man schon zu lange im Ausland lebt, man vergisst die Dinge. Wenn's hilft, zum Trost, woanders ist es auch nicht besser, scheint eine Eigenheit unsere Spezies zu sein.

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Balrog206
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Ja

Stimmt den es gibt e die super Scs 🙈 und andere Shopping Tempel ohne jedes Flair !!! Graz kann froh sein so ein tolles Kaufhaus in der Innenstadt zu haben!!! Denkmalschutz ist ja ok aber mit Maß und Ziel ! Viele Gebäude werden Lieber dem Verfall preis gegeben , als do h das mit dem Denkmalamt an zutun !!!

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