Eine junge Frau wird zum Pflegefall und das Gesundheitssystem wird ihren Nöten nicht gerecht. Der Fall der 34-jährigen Tina Robitsch zeigt auf, was alles in Österreichs Gesundheitswesen schiefläuft.
Vor acht Jahren ließ sich die Steirerin ihre Rückenschmerzen bei einem Orthopäden behandeln. Es treten Komplikationen auf, wie ein Gutachten bestätigt. Sie verliert nicht nur ihre Gesundheit, ihr wird auch die Selbstbestimmung genommen. Sie wird zum Pflegefall, kann ihre Beine nicht bewegen, nicht alleine auf die Toilette.
Beim Versuch, um Hilfe anzusuchen, um das zu bekommen, was ihr gesetzlich zusteht, rennt sie immer wieder gegen verschlossene Türen, erhält Absagen. Sie geht in einem irrsinnigen Behördendschungel verloren und findet sich in einem Gesundheitssystem wieder, wo über Zuständigkeiten gestritten wird, Akten von einem Schreibtisch zum anderen geschoben werden, wo man Anwälte und im besten Fall Medien braucht, um zu seinem Recht zukommen. Sie findet sich in einem Gesundheitssystem wieder, das den Patienten längst aus den Augen verloren hat.
Es ist ein System, das Tina Robitsch und anderen Betroffenen keine Hilfe ist. Es ist ein System, das an vielen Stellen krankt.