Eigentlich war Tina Robitsch (32) eine kerngesunde Frau. Sie arbeitete im Bereich der Softwarequalitätssicherung, unternahm Dienstreisen – zuletzt nach Spanien – und liebte ihre Arbeit. Der Stolz und die Freude, wenn sie heute darüber spricht, sind immer noch spürbar. Doch all das liegt lange in der Vergangenheit.
Im März 2015, damals war sie gerade 26 Jahre alt, suchte die Steirerin aufgrund einer Verspannung im oberen Rücken einen Orthopäden auf, er sollte ihr eine Massage verabreichen und die Verspannung lösen. Eine Routinebehandlung. Doch der Arztbesuch zog jede Menge Komplikationen nach sich. Robitsch vermutet einen Behandlungsfehler. Schon beim ersten Wirbel verkrampfte sich ihr Körper vollständig, der behandelnde Orthopäde setzte die Einrenkung aber weiter fort.
Von der selbstbestimmten Frau zum Pflegefall
Ab da an war jene Frau, die zuvor mit beiden Beinen im Leben stand, die Klettern, Radfahren und Sporteln liebte, auf die Hilfe anderer angewiesen. „Ich bin damals selbst mit dem Auto in die Ordination gefahren und konnte nicht mehr allein zurück nach Hause.“ Aus der selbstbestimmten und berufstätigen jungen Frau war mit einem Schlag ein Pflegefall geworden.
„Das ist nicht mein Kind, das vor mir sitzt. Ich kann und will es immer noch nicht glauben“, sagt Mutter Brigitte Robitsch (65). Gemeinsam mit ihrem Mann Valentin (71) kümmert sie sich seither um ihre Tochter: „Für uns gibt es kein Wochenende mehr, keinen Sonn- oder Feiertag. Wir hoffen nur, den Tag unfallfrei zu überstehen.“ In ihren Beinen hat Robitsch die Beweglichkeit vollständig verloren, Hände und Arme kann sie nur eingeschränkt heben und senken.
Vom Gesundheitssystem im Stich gelassen
Ohne die Unterstützung ihrer Eltern und die Hilfe von Freiwilligen und Nachbarn hätte die junge Steirerin aus Raaba bei Graz niemanden, der sich um sie kümmert. Mehrmals täglich muss sie vorsichtig in den Lifter gehoben werden, um zur Toilette oder ins Bad zu gelangen. Jede falsche Bewegung kann zu Schmerzen und spastischen Krampfanfällen führen. Eine Zerreißprobe für die ganze Familie, die seit Jahren für eine Grundpflegeversorgung kämpft und vom Gesundheitssystem gänzlich im Stich gelassen wird.
Bis zu vier Pflegekräfte rund um die Uhr braucht die 32-Jährige, um von der sitzenden in die liegende Position transferiert zu werden. Nur so lässt sich eine entsprechende Pflegebetreuung von zu Hause aus sicherstellen. Doch darauf wartet die junge Frau schon seit Jahren. Ebenso wie auf einen elektrischen Rollstuhl, der ihr eine gewisse Selbstbestimmung zurückbringen soll: „Ich war seit 2017 nicht mehr im Freien. Ich kann mich nur dann bewegen, wenn gerade jemand da ist, der mich hochheben kann.“
Verlegung ins Altersheim
Doch trotz all der Rückschläge bleibt ihr Wille stark: Die 32-Jährige möchte mit ihrer Behinderung leben und arbeiten dürfen, doch stattdessen muss sie sich mit unzähligen Behörden herumschlagen, unter anderem im Rechtsstreit um Schadenersatz klagen. Die einfachere und darüber hinaus günstigere Alternative seitens der Behörde wäre die Unterbringung in einem Altersheim – zu Demenzkranken und Schlaganfallpatienten.
Doch für die junge Frau, die nach Selbstständigkeit strebt und sich in ihrem Leben neu zurechtfinden will, eine unmögliche Vorstellung. Noch dazu hat sie ein Jobangebot ihres ehemaligen Arbeitgebers erhalten, für eine Stelle im geringfügigen Beschäftigungsausmaß.
Ihr Wunsch wäre es, irgendwann wieder flexibler im Alltag zu sein. Eine große Hilfe und dringend notwendig wären medizinische Behelfe, unter anderem ein angepasster Lifter, der sie von der liegenden in die sitzende Position bringen kann. Ganz wichtig sind auch Menschen, die sie als freiwillige Helfer unterstützen, solange professionelles Personal nicht leistbar ist.
Sollten im Rahmen dieses Spendenaufrufs zweckgewidmete Spenden eingehen, werden diese bis zum Ausmaß der Hilfsbedürftigkeit des Betroffenen verwendet. Einnahmen, die darüber hinausgehen, werden für weitere Hilfsprojekte herangezogen.