Als Michael Zehetner vor 40 Jahren als gelernter Buchdrucker in der Pflege landete, wusste er kurz darauf: "Das taugt mir voll." Und wenn da nicht im vergangenen Dezember ein Wirbelbruch gewesen wäre, dann würde der 64-Jährige immer noch Bewohner des Caritas-Heimes in Graz-Straßgang pflegen, sagt er.

Aktuell setzt er sich als freigestellter Betriebsrat aber noch dafür ein, dass sich die Situation der Pflegerinnen und Pfleger verbessert. Da gibt es bekanntlich viel zu tun. "Wir haben einen Pflegeschlüssel, der es von der Zeit her nicht erlaubt, auf den Menschen einzugehen", nennt Zehetner ein Beispiel. Auch müsse die Personaldecke erhöht werden und "die Bezahlung könnte natürlich höher sein".

Jetzt Pflegerinnen und Pfleger nominieren

Die Pflege sei ein "unheimlich erfüllender Beruf", man könne Menschen auf ihrem Weg begleiten, aber es brauche mehr Bewusstsein dafür, wie wichtig der Bereich ist. "Wenn wir da jetzt sparen, sparen wir an uns selbst."

Mehr Bewusstsein will auch der Pflegeaward "Vita" der Kleinen Zeitung schaffen. Dabei sollen Pflegekräfte, die Besonderes leisten – egal ob im Krankenhaus, im Heim oder woanders –, vor den Vorhang. Unter specials.kleinezeitung.at/vita-award kann sie derzeit jede und jeder nominieren.