Fußballkrimi GAKFinanzvergehen, schwerer Betrug: Eine Anklage blieb übrig

Im Gerichtsfall GAK wurde fast alles eingestellt - aber nun eine Anklage erhoben. Es geht um angebliche Finanzvergehen und schweren Betrug.

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Seit 2007 hat die Grazer Staatsanwaltschaft ermittelt, 2016 wurde der Fall an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSTA) übergeben. Vor einem Jahr wurden die Verfahren gegen fast alle  "Schlüsselspieler" des GAK alt eingestellt.

In einem offenen Fall wurde nun aber Anklage (nicht rechtskräftig) erhoben. Das teilte die WKSTA am Freitag mit. Die Vorwürfe lauten: "mehrfache Finanzvergehen" (Abgabenverkürzung) und schwerer Betrug. 

Es wären "unrichtige Beträge" genannt und die "Zahlungsvorgänge bei Erstellung der Jahresabschlüsse verschleiert" worden. Auch seien "niedrigere als die tatsächlichen Erlöse aus dem Kartenverkauf bei
Heimspielen angegeben" worden.

Die Schadenssumme aus den Finanzvergehen beträgt laut Anklage über 900.000 Euro und aus dem Betrug mehr als 52.000 Euro. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Im Visier der Ermittler standen einst 22 Personen, darunter auch ehemalige Klub-Präsidenten. Der Vorwurf lautete teils grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen, schwerer Betrug und Finanzvergehen. Nun ist das "sehr umfangreiche Ermittlungsverfahren abgeschlossen", schreibt die Anklagebehörde.

Kommentare (5)
stprei
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Lang

14 Jahre bis zur Anklage sind ein Trauerspiel. Auch wenn die "Unschuldsvermutung" gilt, zerstören dermaßen lange Ermittlungsverfahren die Leben der Betroffenen, gerade jener, deren Verfahren dann eingestellt wird.

hfg
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An andere Stelle

habe ich heute bereits geschrieben für wie inkompetent ich die österreichische Justiz inkl. der Staatsanwalt halte. Diese Causa zeigt das sogar noch deutlicher Wielands solche Verfahren dahinschlummern und wie dürftig und dünn die Ergebnisse sind. Es gilt die Unschuldsvermutung aber die Sache spricht für sich. Gibts dort überhaupt keine Vorgesetzten oder Strukturen die wenigstens ein bisschen Dampf machen und die Verfahren deutlich beschleunigen oder kann man sich dort bis zum St. Nimmerleinstag ausruhen.

Genesis
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Unfassbare unendliche Geschichte GAK

Also der "Fußballkrimi GAK", wie ihn die Kleine Zeitung hier treffend nennt, ist wohl einer der größten Justizskandale in der 2. Republik in Österreich. Nachdem Jahre und nahezu Jahrzehnte ermittelt worden ist, wurden sämtliche Verfahren wieder ergebnislos eingestellt. Um dem ganzen Wahnsinn nun noch die Krone aufzusetzen, wird nun auf einmal doch noch von der Abgabenbehörde Anklage erhoben. Geht's noch? Unfassbar, welche Mengen an Arbeitszeit und Budgetmittel von Seiten der Justiz hier bislang vergeudet worden sind. Und es geht offensichtlich fröhlich weiter. Die Gutachter (Steuerberater / Rechtsanwälte / Wirtschaftsprüfer) können sich jedenfalls wieder auf neue Aufträge freuen. Und raus kommen wird wieder nichts, was wetten wir?! Da ist mit der Hannes Kartnig 1000 Mal lieber, der war wenigstens brav im Häfen und hat seine Strafe abgebüßt, aber dafür kann er jetzt auch in Frieden seinen 70. Geburtstag feiern.

plolin
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Ein Prolet Kartnig ist dir lieber?

Na bravo

Genesis
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Überspitzt gesagt ja

Kartnig ist wenigstens einsitzen gegangen.