Neue Rote Liste für die SteiermarkFast die Hälfte aller heimischen Tierarten ist bedroht

Vor 40 Jahren wurde eine Rote Liste bedrohter Tierarten für die Steiermark erstellt. Seither ist es "für viele Arten deutlich enger geworden". Rund 50 Experten arbeiten jetzt an einer neuen Bestandsaufnahme für die Grüne Mark.

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Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Wiesenknopf-Ameisenbläuling © Stocke Adobe
 

Kennen Sie den Eremit? Der Osmoderma eremita, auch Juchtenkäfer genannt, lebt vorwiegend in alten Streuobstbeständen. Oder besser gesagt: Er würde dort gerne leben. Streuobst rechnet sich wirtschaftlich aber kaum und muss damit oft Intensivobstplantagen weichen – dort allerdings findet der Käfer keine Lebensgrundlage mehr.

Dieses Beispiel ist nur eines von vielen. „Wir müssen davon ausgehen, dass zwischen einem Drittel und der Hälfte aller in der Steiermark heimischen Arten mehr oder minder stark in ihrem Fortbestand bedroht sind“, bringt es Werner Holzinger auf den Punkt. Und auch für die nächste Zukunft sieht der Ökoteam-Geschäftsführer schwarz bzw. rot: „Änderungen dieses Trends sind nicht in Sicht – nicht zuletzt deshalb, weil sie ein Umdenken von uns allen und ein Verlassen bequemer Pfade erfordern würde.“

Aber wie ist es tatsächlich um die heimischen Arten bestellt? Die Steiermark war Ende der 70er-Jahre eines der ersten Länder in Mitteleuropa, für das eine Rote Liste erstellt wurde – federführend war damals der Grazer „Naturschutzprofessor“ Johannes Gepp. Die Liste erschien 1981, seither gab es kaum Aktualisierungen, erklärt Holzinger. Und das, obwohl sich „die Gefährdungssituation vieler Arten in den letzten Jahren stark verändert hat“.

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