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Personalmangel in der PflegeHunderte Heimbetten stehen jetzt schon leer

Forderung nach 35-Stunden-Woche sei „ein Anschlag auf die Versorgung“, so der Chef der Geriatrischen Gesundheitszentren Graz, Gerd Hartinger. Gewerkschaft demonstriert morgen.

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 Wie geht es mit der Pflege weiter?
Wie geht es mit der Pflege weiter? © Evrymmnt - stock.adobe.com
 

Die Debatte rund um die 35-Stunden-Woche in den Sozialberufen will nicht abreißen. Neben Kinder- und Behindertenbetreuung oder der Jugendhilfe sind auch Pflegekräfte in vorwiegend gemeinnützigen Einrichtungen betroffen. Sollte die Gewerkschaft für sie in den laufenden Verhandlungen die Reduktion der Arbeitszeit um drei Stunden pro Woche durchsetzen, könnte sich das auf die Kollektivverträge anderer Sparten auswirken.

Das zumindest fürchtet die Kurienversammlung der Pflegedirektoren in der Steiermark: „Pflege ist ein absoluter Mangelberuf“, betont etwa Gerd Hartinger, Chef der Geriatrischen Gesundheitszentren Graz (GGZ). Schon jetzt würden alleine im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag rund 100 Betten in Pflegeeinrichtungen leerstehen, steiermarkweit seien es 300 bis 500 Betten, so Hartinger. Weniger Arbeitsstunden würden die Situation weiter verschärfen, das sei „ein Anschlag auf die Versorgungssicherheit“.

Kommentare (10)

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homerjsimpson
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Pflegeorganisationen, Herr Hartinger, sollten nicht die eigenen Mitarbeiter torpedieren.

Wenn es bessere Arbeitsbedingungen gibt, machen auch mehr den Job und die ihn machen, machen ihn länger. Also Versorgung wird null gefährdet, wenn man den Beruf attraktiver macht. Etwas mehr kosten wird es ja: Aber was ist die Alternative? Wenn keiner mehr in der Branche arbeiten will, dann ist die Versorgung gefährdet.

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melahide
3
33
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Ich finde sehr schade

dass die Kleine Zeitung eigentlich nur die Argumente der Arbeitgeber-Seite in den Artikel packt. Es gibt zu wenig Personal in der Pflege. Die Arbeit ist körperlich und psychisch extrem belastend. Sie ist schlecht bezahlt. Arbeitszeiten sind schlecht. Man muss sich um viel zu viele Personen kümmern. Die wenigsten schaffen es, längere Zeit 38 Stunden zu arbeiten. Die meisten machen es Teilzeit. 35 Stunden „Normalarbeitszeit“ würden den Beruf etwas attraktiver machen

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homerjsimpson
0
4
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Punktgenau beschrieben.

Die Kleine Zeitung, hoffe ich, wird auch der anderer Seite noch gut Platz geben, der Artikel war Hofberichterstattung für die Betonierer. Es gibt aber durchaus auch andere, zB in der Volkshilfe.

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17
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Viele Pflegeheimbetreiber

haben geglaubt, dass sie die Lizenz zum Gelddrucken bekommen haben. Mich erstaunt nur, dass die Forderungen der Gewerkschaft so spät und so bescheiden erhoben werden. "Krumm und deppert" haben sich derweil die Betreiber verdient.

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makhe
5
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Stimme zu,

dass die Diskussion aufgrund der aktuellen Pflegesituation aktuell nicht gerade günstig ist.
Trotzdem ist festzuhalten, dass dieser Beruf psychisch wie auch physisch höchst belastend ist. Deswegen wird man berechtigterweise auch an der 35 Std. Woche nicht vorbeikommen. Spreche aus Erfahrung!
Zudem würde dies den Beruf für Jugendliche und Wiedereinsteiger attraktiver machen, wo ja Work Life Balance immer mehr an Bedeutung gewinnt.

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thj123
1
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Wie kann man die Situation verbessern? Da hört man nichts!

Das Pflegesystem wird aus rein ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet.
In Langzeitpfege u. Betreungsbereich arbeiten fast 2/3 der Pflege in Teilzeit. Im Krankenhausbereich fast 50%.
Außerdem haben 10000ende einen Pflegeberufe erlernt, üben jedoch einen anderen Beruf aus.
Diese Fakten sprechen weniger dafür, dass es zu 90% ein schöner Job ist.
Das in der Stmk. hunderte Ausbildungsplätze frei stehen spricht auch für sich.

"Die Pflegedirektoren hätten „die höchste Wertschätzung“ gegenüber dem Berufsstand".
Dazu: Bevor Betten gesperrt werden, was ja Geld kostet, wird vorher schon noch ordentlich ausgequetscht. Erst wenn das letzte Pflegepersonal droht zu kündigen, werden solche Maßnahmen gesetzt.
Die hohen Herren und Damen sollen bitte ihren Job machen und sich lösungsorientiert einbringen. Wie kann man die Situation verbessern? Da hört man nichts!

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homerjsimpson
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Wertschätzung in der Theorie und wenns leicht geht.

Das ist aber überall so, nicht nur im Pflegebereich, muss man fairerweise sagen. Kenne keine Firma wo es anders ist, auch nicht in medial hochgelobten.

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freeman666
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Echt jetzt?

Solche Radikalgewerkschafter, wie der Mustafa Durmus offenbar einer ist, sollten eigentlich der Vergangenheit angehören.
Statt konstruktive Lösungen zu finden werden pauschal alle Arbeitgeber verurteilt und als böse diffamiert.
Man stelle sich den Berechtigten Aufschrei vor, wenn ein Unternehmer den Schwachsinn sagen würde:
Jetzt müssen wir dem Mustafa Durmus oder unseren Angestellten wehtun.

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thj123
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Nicht einmal die Analyse der Ist Situation ist stimmig.

Die hohen Herren und Damen in der Politik und den Führungsetagen sollen bitte ihren Job machen und sich lösungsorientiert einbringen. Wie kann man die Situation verbessern? Da hört man nichts!
Nicht einmal die Analyse der Ist Situation ist stimmig.

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Nova79
4
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Der Pflegenotstand

ist halt bedauernswerterweise hausgemacht. Eine adäquate Anhebung der Gehälter in der Pflege hätte dazu geführt, dass diese Jobs lukrativ bleiben. Sieht man sich z. B. die KAGes Gehaltstabellen an wird einem ja übel. Und die Bezahlung in privaten Pflegeheimen ist ebenfalls teils unterirdisch👎

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