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Über 3500 EuroKarlau-Insassen sammelten Spenden für die Clowndoktoren

Langzeithäftling ging von Zelle zu Zelle und motivierte Insassen zum Spenden. Am Dienstag wurde der stolze Betrag an die "Roten Nasen Clowndoctors" übergeben.

Karlau-Leiter Josef Mock mit Clowndoctor Hannes Urdl und einem der Häftlinge © Alexander Danner
 

"Das ist keine kleine Summe", zeigte sich Hannes Urdl von den "Roten Nasen Clowndoctors" erstaunt, als er am Dienstagnachmittag einen Spendenscheck überreicht bekam. Denn die symbolische Übergabe der 3589 Euro fand im Besucherzentrum der Justizanstalt Graz-Karlau statt, gesammelt hatten den stolzen Betrag die Gefängnisinsassen selbst.

Es war nicht das erste Mal, dass die Häftlinge für eine wohltätige Einrichtung spendeten. Initiator der Aktionen ist ein Langzeitinsasse, der damit der Gesellschaft etwas zurückgeben will, wie einer seiner Mithäftlinge erzählte. "Er ging in den letzten drei Wochen von Zelle zu Zelle und bat die Leute um einen Beitrag". Meist waren es zwar nur kleine Summen, doch einer trug sogar mit 200 Euro zum Betrag bei. Es gehe ihnen im Gefängnis nicht so schlecht wie manche vielleicht denken, führte der Häftling weiter aus. "Aber wir wissen, dass es draußen Leute gibt, denen es schlechter geht und die nicht selbst daran schuld sind."

Steiermark heute - Häftlinge sammeln für den guten Zweck

Die Insassen der Justizanstalt Graz-Karlau haben die Möglichkeit in den 27 anstaltseigenen Betrieben zu arbeiten, der Lohn wird ihnen gutgeschrieben. Viel ansparen können sich die Häftlinge dabei nicht, doch ist das Geld für den Neustart nach der Entlassung hilfreich. Karlau-Leiter Josef Mock unterstreicht auch immer wieder die Wichtigkeit der Arbeit in den Anstaltsbetrieben für die Resozialisierung, aber auch für Sicherheit innerhalb der Gefängnismauern. Über die Aktion "seiner" Schützlinge zeigte er sich erfreut.

Die Justizanstalt Graz-Karlau ist das größte Gefängnis der Steiermark Foto © Alexander Danner

Das tat auch "Clowndoctor" Hannes Urdl. Seine "Roten Nasen" werden fast zur Gänze von Spenden finanziert. Die bunte Truppe von Künstlern erfüllt eine wichtige Rolle im Sozialbereich: Sie bringt Humor in den Alltag von Krankenhäusern, Pflege- und Behinderteineinrichtungen und leistet damit auch therapeutische Arbeit. "Eigentlich sind wir Schauspieler und Musiker, die proben und Stücke einüben. Aber wir haben uns in den vielen Jahren schon sehr viel an Fachwissen angeeignet", erzählte Urdl.

Kommentare (3)

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SoundofThunder
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😀

🔝Ich bin zwar kein Gefängnisinsasse,aber ich spende auch für die Clowndoktoren. Den leidenden,ängstlichen Kindern im Spital ein Lächeln zu entlocken ist mir die Spende wert!

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ego57
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Find ich toll!

Es menschelt im Gefängnis - da denken Insassen darüber nach, wie es "denen da draussen" geht - und sie spenden! Großartig! Da ist mir eine Nachricht eingefallen, die ich unlängst erhalten habe: wohl ironisch/witzig gemeint aber trotzdem zum Nachdenken. Sie lautet wie folgt: Lies mal:

Setzen wir doch die Senioren in die Gefängnisse und die Verbrecher in unsere "Pflegeheime".

Durch diesen Wechsel hätten unsere alten Leute täglich kostenlosen Zugang zu einer Dusche, zu Arzneimitteln, regelmäßige Zahn- und medizinische
Untersuchungen sowie die Möglichkeit zu gesunder Bewegung bei Spaziergängen in einer schönen Außenanlage mit Garten.

Sie hätten Anspruch auf Rollstühle usw. und sie würden Geld erhalten,
anstatt für ihre Unterbringung Unsummen zu zahlen.

Um im Notfall sofort Hilfe zu bekommen, gäbe es eine ständige Video
Überwachung.

Ihre Betten würden zweimal pro Woche neu überzogen und ihre eigene Wäsche
regelmäßig und kostenlos gewaschen und gebügelt.

Sie hätten alle 20 Minuten Besuch vom Wärter und bekämen Ihre Mahlzeiten direkt ins Zimmer serviert.

Sie hätten einen speziellen Raum, um ihre Familie zu empfangen, Zugang zur Bibliothek, zum Gymnastikraum und zum Schwimmbad sowie physischer und
psychologischer Therapie und sogar das Recht auf kostenlose Weiterbildung.

Auf Antrag wären Schlafanzüge, Schuhe, Pantoffeln und sonstige Hilfsmittel legal und kostenlos.

Außerdem hätte jede ältere Person Anspruch auf einen eigenen Fernseher.....

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ego57
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....

....ein Radio sowie auf unbeschränktes Telefonieren.

Es gäbe einen Direktorenrat, um etwaige Klagen anzuhören, Wünsche anzubringen.
Außerdem hätten die Überwacher einen Verhaltenskodex zu respektieren!

Die Gefängnisinsassen hingegen bekämen meist kalte, bestenfalls lauwarme Mahlzeiten in einem großen Speise-Saal, sie wären einsam und ohne Überwachung sich selbst überlassen. Die Lichter gingen um 20Uhr aus, sie hätten Anspruch auf nur ein Bad pro Woche (wenn überhaupt!),
sie lebten in einem kleinen Zimmer und zahlten u.U. 3000 €. pro Monat und das ohne Hoffnung, lebend wieder rauszukommen....Ein Körnchen Wahrheit ist schon dabei, wenn man überlegt, was unsere alten Menschen wohl verbrochen haben, dass man so mit ihnen umgeht... Die Spendenaktion ist jedenfalls menschlicher als die Realität im echten Leben, danke!

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