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Steirerin des TagesAls erste Österreicherin eine "Procard" im Bodybuilding

Sie werde aufgrund einer Sportverletzung nie mehr laufen können, hieß es. Nun hat Sandra Werni (20) aus St. Georgen ob Judenburg als einzige Österreicherin eine Profikarriere im Natural Bodybuilding vor sich.

Sandra Werni in Pose beim Natural Bodybuilding © 
 

Der Sport begleitet sie schon durch das ganze Leben. „Durch meinen Papa bin ich zum Sport gekommen, schon im Kindergarten“, erzählt Sandra Werni. Der Reitsport wurde zu ihrer ersten Leidenschaft, sie errang sogar einen Titel in der Vielseitigkeit – ehe sie durch eine Verletzung und Komplikationen in der Behandlung fast ihr Bein verlor.

Zuerst war „nur“ die Beweglichkeit im Sprunggelenk weg, eine jahrelange Leidensgeschichte sollte folgen. Das Bein war sogar vom Knie weg „taub“, wie sie heute erzählt. „Ich musste Schmerztabletten nehmen, war zu Hause, das Bein ist nur noch drangehangen, ich konnte nicht einmal in die Schule gehen. Ich war komplett neben der Spur.“

Schließlich fand die 20-Jährige doch noch einen Arzt, der eine spezielle Operation wagte: „Elf Monate war ich da schon auf Krücken unterwegs.“ Am dritten Tag nach der Operation konnte sie endlich die Schmerztabletten absetzen, langsam kam das Gefühl in den Fuß und das Bein zurück. „Das war natürlich eine Riesenfreude. Es folgten weitere Operationen, und als ich das erste Mal wieder voll auftreten konnte, sind mir die Tränen gekommen. Ich musste erst langsam wieder gehen lernen. Und mit 16, also vor vier Jahren, habe ich mich wieder im Fitnessstudio angemeldet – mit meinem Papa.“

Zweite Karriere: Bodybuilding

Die zweite Karriere begann. „Im Fitnessstudio wuchs der Wunsch, dass ich Bodybuilding mache und auf die Bühne gehe. Meine Eltern waren da freilich zuerst nicht so begeistert.“ 2017 lernte sie dann ihren heutigen Freund Peter Stark kennen, der sich als Bodybuilding-Coach und Referent einen Namen gemacht hat und in der Natural-Bodybuilding-Szene selbst an seiner Karriere arbeitet. Natural Bodybuilding bedeutet: strenge Regeln und noch strengere Kontrollen, vom Doping- bis zum Lügendetektortest. Beide trainierten extrem hart, stimmten ihren gesamten Ernährungsplan auf Gramm und Inhaltsstoffe (Nährstoffe, Eiweiß, Kohlenhydrate) genau ab und kochten täglich ihre fünf Mahlzeiten vor, für den ganzen Tag.

„Peter hat mit mir zu arbeiten begonnen, immer an mich geglaubt, mich immer weiter gebracht. Er war bei jedem Training dabei, selbst wenn ich gesagt habe ,das kann ich nicht‘, hat er mich weiter motiviert. Plötzlich konnte ich wieder Kniebeugen machen und im Sommer das erste Mal seit meiner Verletzung wieder laufen – weil wir die Muskulatur auch durch das Training perfekt aufgebaut haben. Dass ich nach Jahren wieder laufen konnte: Da sind mir wieder die Tränen gekommen.“

Bikiniklasse

Die ersten Erfolge ließen von da an nicht lange auf sich warten: In Deutschland startete Werni in der sogenannten Bikiniklasse (Natural Bodybuilding), sie gewann, und konnte damit als erste Österreicherin und zweite Frau im deutschsprachigen Raum eine „Procard“ für die Profis lösen. Inzwischen hat sie auch schon einen ersten erfolgreichen Wettkampf in den USA bestritten. „Ich landete als Jüngste im Mittelfeld.“

Hat sie in ihrem ganzen Leidensweg zuvor einmal ans Aufgeben gedacht? „Wenn man sich so etwas so sehr wünscht wie ich, dann will man nicht aufgeben. Ich habe ja geglaubt, dass ich nie mehr wieder Sport machen kann. Es ist heute einfach schön zu sehen, dass ich das Gegenteil beweisen konnte.“

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