Sie erzählt es in ihrer Bescheidenheit nur beiläufig, wenn sie ihre steile Karriere stakkatoartig auflistet: „Macron war zwei Jahre unter mir“, so Barbara Kaudel-Jensen. „Kennengelernt habe ich ihn erst bei unserem ersten Besuch mit dem Chef im Élysée.“ Nur wenige Österreicher können von sich behaupten, dass sie wie Emmanuel Macron die französische Eliteschule und Kaderschmiede ENA absolviert haben. Nach der Matura am Akademischen Gymnasium studierte die 42-jährige Grazerin in Brüssel und am Europakolleg in Brügge. Nach Stationen bei der EU, der Nato und der UNO spielt sie heute in der Champions League der Diplomatie: Sie ist, wie es im diplomatischen Jargon heißt, der „Sherpa“ des Kanzlers. Wenn sich Donald Trump, Wladimir Putin, Angela Merkel, Theresa May treffen, werden die Gipfel von den Sherpas, den außenpolitischen Chefunterhändlern, vorbereitet. Auf Einladung der Grazerin kommen die EU-Sherpas im Vorfeld des Salzburger EU-Gipfels nach Österreich.
Kabinett Kurz
Die Schalthebel im Kanzleramt sind in steirischer Hand
Kanzler Sebastian Kurz regiert mit einem kleinen Team von Vertrauten die Republik. Seinem Kabinett gehören überproportional viele Steirer an. An wichtigen Schalthebeln sitzen fünf Grazer und eine Hartbergerin.
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