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FF TU GrazTechnische Uni Graz gründete erste Uni-Feuerwehr

Die TU Graz hat die erste Universitäts-Feuerwehr Österreichs gegründet. Feuerwehrkommandant ist Rektor Harald Kainz.

© Feuerwehr.at/Rieger
 

Eine Novelle des Landesfeuerwehrgesetzes machte Mitte Februar die Einrichtung von Universitäts-Feuerwehren an den Hochschulen möglich. Die Technische Universität Graz hat keine Zeit verloren, um das Prozedere der Gründung in die Wege zu leiten. Für 9. Juni 2018 wurde die Wahlversammlung einberufen, somit steht mittlerweile nicht nur eine neue steirische Feuerwehr, sondern auch das Kommando der „FF TU Graz“. Zum Feuerwehrkommandanten wurde Rektor Harald Kainz gewählt, Petra Rautnig zur stellvertretenden Feuerwehrkommandantin. Den Wahlvorsitz führte Feuerwehrpräsident Albert Kern. 

Bei der Pressekonferenz Mitte Februar diesen Jahres wurde die erste Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr an Universitäten und Fachhochschulen“, wie es offiziell im Gesetz heißt, für Herbst erwartet. Die Technische Universität Graz ließ jedoch nur wenige Tage verstreichen, bevor der offizielle Antrag bei der steiermärkischen Landesregierung gestellt wurde. Mit der entsprechenden Verordnung wurde diese Feuerwehr am 4. Mai gegründet. Nach der gesetzlichen Ausschreibungspflicht von vier Wochen waren es schlussendlich 32 Frauen und Männer, die sich aus dem Kreise der Professoren, der Studierenden und der Absolventen gefunden haben und am 9. Juni ihr Kommando unter dem Vorsitz von Feuerwehrpräsident - und Landesfeuerwehrkommandant von Steiermark - Albert Kern wählten.

Wissenschaft und Feuerwehrhandwerk

Zur Wahl stellten sich TU Graz-Rektor Harald Kainz als Kommandant und Petra Rautnig als Kommandant-Stellvertreterin. Beide wurden mit überwältigender Mehrheit in ihre Funktionen für die nächsten fünf Jahre gewählt. Diese Wahl spiegelt auch das Ziel der Universitätsfeuerwehr wider: Theorie und Praxis zu verbinden, damit die steirische Universitätslandschaft und die Feuerwehren bestmöglich voneinander profitieren, in der Feuerwehr das Interesse für die Wissenschaft geweckt wird und auch der Forschungssektor die Zugänge der Feuerwehr noch besser versteht und nutzen kann.

Der für die steirischen Einsatzorganisationen zuständige Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer setzt auf mehr Sicherheit für die Steirerinnen und Steirer und die Modernisierung des steirischen Feuerwehrwesens: „Die Sicherheit der Steirerinnen und Steirer hat für uns Priorität. Daher ist für mich klar, dass wir unsere steirischen Feuerwehren weiter stärken. Durch diese österreichweit erste Unifeuerwehr können wir die neuesten technischen Entwicklungen bestmöglich ins steirische Feuerwehrwesen einfließen lassen. Das stärkt die Feuerwehren insgesamt und macht sie bei vielen Einsätzen wesentlich schlagkräftiger.“

Feuerwehrpräsident Albert Kern beendete die Wahlversammlung zusammenfassend: „Es ist wirklich beeindruckend, was hier auf die Beine gestellt wurde. Nach so vielen Jahren harter Überzeugungsarbeit freut es mich ganz besonders, heute dieser ersten Wahlversammlung einer Universitätsfeuerwehr vorstehen zu dürfen. Diese innovative Feuerwehr wird richtungsweisend und Vorbild für viele mehr sein.“

Um diese erwähnte Zusammenarbeit so intensiv wie möglich zu machen, wurde im Landesfeuerwehrverband Steiermark mit ABI Bernhard Futter die Funktion eines Landessonderbeauftragten für Bildung, Wissenschaft und Forschung etabliert. Zusätzlich wurde ein Bildungs- und Forschungsbeirat als beratendes und die Freiwilligen Feuerwehren an Universitäten und Fachhochschulen koordinierendes Gremium gegründet.

Zuerst die Grundausbildung

Rektor Harald Kainz skizziert nach der Wahlversammlung die ersten Aktivitäten der neu gegründeten TU Graz-Universitätsfeuerwehr: „Schon jetzt besteht reges Interesse von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der TU Graz sowie von Alumnis und Studierenden bei der Unifeuerwehr mitzumachen.“ Insbesondere Forscherinnen und Forscher und Studierende möchte HBI Kainz dafür begeistern, in Zukunft mit Mitgliedern der Feuerwehren Übungen und Einsätze etwa mit Rettungsrobotern, Aufklärungsdrohnen und anderen wissenschaftlichen Errungenschaften durchzuführen. „Das ist ein zukunftsweisender Schritt zum Schutz der Bevölkerung und zur Verbesserung der allgemeinen Sicherheit in der Steiermark“, so Rektor Kainz weiter, der sich freut, „dass durch die Uni-Feuerwehren auch die Sichtbarkeit der Steirischen Universität und Fachhochschulen in der Bevölkerung deutlich verbessert wird.“

Besonders stolz ist OBI Petra Rautnig auf die Vielfältigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr TU Graz: „Die Gründungsmitglieder sind ein bunter Mix aus zwölf Studierenden, zwölf Bediensteten und acht Alumni, also Absolventen. Darunter sind bereits viele Florianis, sie bündeln die Einsatzpraxis aus 17 verschiedenen Wehren. Die Schlagworte ‚TU Graz‘ und ‚Feuerwehr‘ haben die Damenwelt ebenfalls begeistert, 22% der Mitglieder sind weiblich. Besonders bezeichnend ist hier, dass die Führungsebene, also Kommandant und Stellvertreter sowie Schriftführer und Kassier, auch aus zwei Männern und zwei Frauen besteht.“

Auch Karl-Franzens-Uni gründet eine Wehr

Nach der TU Graz hat auch die Karl-Franzens-Universität Graz den Antrag auf Gründung einer Universitätsfeuerwehr eingebracht. Derzeit werden Gründungsmitglieder gesucht, in Kürze wird es auch dort eine Wahlversammlung geben.

Als erste Gratulanten stellten sich u.a. LH-Vize Mag. Michael Schickhofer und HR Harald Eitner, Leiter der FA Katastrophenschutz und Landesverteidigung, ein.

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