Evangelische KircheWolfgang Rehner ist neuer steirischer Superintendent

Der 56-Jährige stammt aus Rumänien und war viele Jahre Pfarrer in Ramsau. Er wird das Amt im Herbst vom bisherigen Superintendenten Hermann Miklas übernehmen.

Neuer und alter Superintendent: Wolfgang Rehner und Hermann Miklas
Neuer und alter Superintendent: Wolfgang Rehner und Hermann Miklas © epd/Marco Uschmann
 

Eine rasche Entscheidung haben heute die 78 Wahlberechtigten der Evangelischen Kirche in der Steiermark getroffen: Schon im zweiten Wahlgang bekam Wolfgang Rehner mehr als die notwendigen zwei Drittel der Stimmen – und wird damit neuer steirischer Superintendent.

Der 56-Jährige ist in Sibiu/Hermannstadt geboren. Nach einigen Jahren als Pfarrer in Rumänien übernahm er per 1. Juli 1996 die Pfarrgemeinde in Ramsau und damit einen Ort, in dem der Anteil der Evangelischen 80 Prozent beträgt. 18 Jahre später wechselte Rehner dann nach Salzburg, genauer gesagt in den Nördlichen Flachgau, und damit in eine Diaspora-Gemeinde, also einen Ort mit einem sehr geringen Anteil an Evangelischen.

Als diese Erfahrungen will der designierte Superintendent auch in sein neues Amt einbringen, wobei Rehner in seiner Vorstellung betonte: „Es geht immer um Halt und Hoffnung.“ Auch wenn die Zahl der Evangelischen zuletzt – gleich wie in der katholischen Schwesterkirche – stetig abnimmt. „Es ist ein Irrglaube, dass irgendein Superintendent diesen Rückgang stoppen kann. Aber ich will ihn nicht verwalten.“ Vielmehr gehe es darum, den Glauben als Grund zu begreifen, aus dem die Hoffnung wächst.

>>>Bilder von der Wahl:

Neuer Superintendent: Evangelische Kirche

Glückwünsche vom noch amtierenden Superintendenten Hermann Miklas...

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... und Superintendentialkurator Michael Axmann

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Kurator Axmann, Alt-Superintendent Ernst-Christian Gerhold, Bischof Bünker, die künftige Superintendent Rehner und Noch-Superintendent Miklas.

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Für das Amt beworben hatten sich die Pfarrer Andreas Gerhold (Stainz-Deutschlandsberg), Heribert Hribernig (Markt Allhau), Paul Gerhart Nitsche (Graz-Kreuzkirche) und Wolfgang Rehner (Salzburg-Nördlicher Flachgau).

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Der künftige steirische Superintendent Wolfang Rehner wurde in Sibiu/Hermannstadt geboren.

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1996 kam er mit seiner Familie - hier mit Frau Renate - nach Österreich.

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Wolfang Rehner mit seiner Familie.

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Stark einbinden in die evangelische Kirche will der dreifache Familienvater auch die Ehrenamtlichen: „Ich will gemeinsam mit euch Visionen und Ziele formulieren und umsetzen.“ In Bezug auf die jungen Menschen in der Kirche sieht sich Rehner vor allem als Lernender und Hörender: „Wir müssen die Jugendlichen fragen, was für sie Kirche ist und was sie einbringen wollen.“

Öffentlich seine Stimme erheben will der neue Superintendent immer dann, wenn es gegen das christliche Menschenbild geht: „Wenn es Entwicklungen gibt, die diesem widersprechen, müssen wir Evangelische das einbremsen.“

Mehr als 80 Prozent der Wahlberechtigten gaben dem 56-Jährigen dann im zweiten Wahlgang ihre Stimme und damit deutlich mehr als die geforderten zwei Drittel. Der Neugewählte in seiner ersten Stellungnahme: „Mein Herz ist bereit, obwohl es im Moment noch nicht soweit ist.“ Rehner bedankte sich dann auch bei den anderen drei Kandidaten für den fairen Ablauf und bei seiner Frau Renate, mit der er seit 1988 verheiratet ist.

Zu den Aufgaben des neuen Superintendenten gehört die geistliche Führung der Diözese. Er hat die Aufsicht über die kirchlichen Ordnungen und über die schriftgemäße Verkündigung. Zu den bischöflichen Rechten gehören die Ordination von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie die Visitation von Pfarrgemeinden. Die Amtszeit Rehners ist auf neun Jahre anberaumt, da das Pensionsalter in der evangelischen Kirche bei 65 Jahren liegt.

Erfreut über die Wahl seines Nachfolgers ist der derzeitige Superintendent Hermann Miklas: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, mit Wolfgang Rehner einen guten Nachfolger zu finden.“ Es sei ein „Zeichen der demokratischen Reife, dass wir solche Wahlvorgänge trotz unterschiedlicher Ausgangspositionen in guter und geordneter Form gestalten können“. Beeindruckt von der „klaren Mehrheit und breiten Unterstützung“ zeigte sich Superintendentialkurator Michael Axmann, der das weltliche Pendant zum Superintendenten bildet und die Wahl geleitet hatte. „Persönlich freue ich mich auf die Zusammenarbeit, wenn Wolfgang Rehner so gestärkt aus der Wahl hervorgeht“, so Axmann.

Der katholische Bischof Wilhelm Krautwaschl begrüßte den neu gewählten Superintendenten in der Steiermark: „Unsere evangelische Schwesterkirche hat einen neuen Superintendenten für die Steiermark gewählt. Mit Spannung und auch mit Neugier habe ich und haben wir als Katholische Kirche diesen Wahltag erwartet und im Gebet begleitet. In der Vorstellung der vier Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt haben, hat sich bereits begründete Hoffnung für eine weitere gute ökumenische Zusammenarbeit gezeigt. Nun freuen wir uns, dass Sie, Herr Wolfgang Rehner, zum neuen Superintendenten gewählt worden sind!"

Die Evangelische Kirche Steiermark umfasst 33 Gemeinden mit insgesamt 39.000 Mitgliedern. Hermann Miklas leitete sie seit 1999 als Superintendent. Er geht mit August in den Ruhestand.

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