Steirer des TagesFünf Steirer, die die Kälte kalt lässt

Die Woche startete mit 24 Grad unter Null. Und es dürften dieser Tage bis zu minus 27 Grad werden. Wir stellen fünf Steirer vor, die der Eiszeit trotzen (müssen).

Reinhold Latraner (re.)
Reinhold Latraner (re.) arbeitet für die Dachstein Gletscherbahn © kk
 

Anziehen „wie ein Eskimo“: Reinhold Latraner, angestellt bei der Dachstein Gletscherbahn, nimmt die Kälte locker. Und das, obwohl das Thermometer Montagfrüh auf 2700 Metern mit minus 29 Grad aufwarten konnte, „dazu kommt der Wind, der macht’s richtig knackig“.
Die anfallenden Arbeiten werden an solchen Tagen – soweit möglich – in der Bergstation erledigt, „gibt es draußen was zu tun, muss ich halt raus“, sagt der 53-Jährige, der unter anderem für die Instandhaltung der Anlagen zuständig ist. Dazu zieht man sich „dann eben an wie ein Eskimo, mit Schneemacheranzug und dicken Handschuhen“, lacht er.

Grüner Loden und Jagatee: Das Wild hat jetzt Schonzeit, da entfällt für die Jäger das stundenlange Ansitzen. „Bei dieser Kälte muss aber das Wild gut versorgt werden, auf dem Weg zu den Fütterungen kommen wir oft ganz schön ins Schwitzen“, sagt Anton Karlon, der Brucker Bezirksjägermeister. Immer mehr Jäger setzen auf beheizbare Stiefel, Stutzen und Handschuhe, Karlon verwendet diese Hilfsmittel nicht: „Steirischer Loden in entsprechender Ausführung hält auch bei großer Kälte warm – und ein zünftiger Jagatee wärmt auch“, schmunzelt Karlon. Und er ersucht, das Wild jetzt in Ruhe zu lassen.

Zwiebellookauf zwei Rädern: Paul Frisee bremst kurz bei der Redaktion der Kleinen Zeitung ein. Ausnahmsweise hat der 35-jährige Fahrradbote von „Veloblitz“ kein Paket für uns dabei – dafür aber ein paar Antworten. Etwa auf die Frage: Wie in aller Welt schafft man es, bei bis zu minus 20 Grad durch Graz zu radeln? „Kein Problem, so lange man richtig angezogen ist“, weiß er.
Also wählt Frisee den Zwiebellook und sechs Schichten für den Oberkörper. „Und im Gesicht hilft so ein Vollbart“, schmunzelt er. Doch bei aller Robustheit: Alle zwei Stunden wärmt er sich kurzfristig irgendwo auf. „Der Witz ist: Seit drei Jahren war ich nicht mehr krank.“

Straßenarbeiter trotzt -17 Grad: Unterwegs mit Minimistwagen, Besen und Schaufel seit 4.30 früh: Franz Url aus Judenburg wusste gestern bei minus 17 Grad nicht recht, „wie ich meine Glieder zum Rennen bringe. Das war wirklich zach.“ Aber der Mann hat Spezialtricks auf Lager: Zwei Paar Handschuhe, lange Unterhose, die eigenen Schuhe mit Spezialfütterung.
Das Lachen gefriert ihm auf seiner Tour durch die Stadt dennoch nicht, immer wieder haben Passanten ein freundliches Wort über. Wie am besten Widerstand leisten? „Schauen, dass du irgendwann einmal fertig wirst.“ Eine kalte Garage dient Franz Url als Umkleidekabine.

Zustellen bei Schnee und Eis: Seit dem Jahr 2000 stellt Fritz Grabner aus St. Ruprecht/Raab die Kleine Zeitung zu. Seine Route führt über die Hügel rund um Weiz. „Heuer war der schwierigste Winter seit ich angefangen habe – eine Katastrophe“, sagt der 76-Jährige. Zu schaffen gemacht hat ihm der Schnee, einmal rutschte er mit seinem Auto in eine Steinmauer – trotz Schneeketten. „Jetzt ist eh gut fahren, kalt ist es halt“, so Grabner. „Ich hoffe, dass nicht noch ein Schnee kommt. Wenn es gut zu fahren ist, tue ich es gerne.“ Ein, zwei Jahre wird er noch zustellen, dann soll Schluss sein. „Ich will ja vom Leben auch noch etwas haben und nicht ewig arbeiten.“

JP
Zusteller Fritz Grabner © JP

 

 

 

 

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